Solarpark Engelswies: Baubeginn noch Ende Mai

Lesedauer: 4 Min
Ähnlich wie dieser Solarpark in Leutkirch soll die Anlage in Inzigkofen später einmal aussehen.
Ähnlich wie dieser Solarpark in Leutkirch soll die Anlage in Inzigkofen später einmal aussehen. (Foto: ARTIS, Uli Deck)
Schwäbische Zeitung

Noch im Mai will die ENBW mit dem Bau des knapp zehn Hektar großen Solarparks in Engelswies beginnen. Darüber informiert die ENBW in einer Pressemitteilung mit. Parallel dazu bereitet der Energieversorger Beteiligungsangebote für die Einwohner der Gemeinde Inzigkofen vor, die dem Gemeinderat am Donnerstag vorgestellt wurden. Der Bericht über die Sitzung folgt am Samstag.

Mit rund 8,7 Millionen Kilowattstunden Ertrag pro Jahr rechnet Tim Morath, der den Solarpark an der Gemarkungsgrenze zu Langenhart entwickelt hat. Die Stromernte sollen ab Ende August über 20 000 kristalline Solarmodule erbringen, die zusammen 7,5 Megawatt leisten. Zunächst muss eine tragfähige Unterkonstruktion errichtet werden. Diese ist nach Angaben des Unternehmens so konzipiert, dass die Grünfläche später problemlos gepflegt werden kann.

Nach der Installation der Module werden die Freiflächenanlage verkabelt. 94 Wechselrichter sorgen dann dafür, dass sich der Strom ins Verteilnetz einspeisen lässt. „Wir haben das Glück, in die direkt am Rand des Solarfelds verlaufende Mittelspannungs-Freileitung einspeisen zu können“, sagt Tim Morath. In einer neu zu errichtenden Trafostation wird die Spannung auf die erforderlichen 20 000 Volt hochtransformiert.

Mit dem ab Frühherbst erzeugten Strom lassen sich laut Pressemitteilung etwa 2350 Haushalte versorgen. Gleichzeitig will die ENBW in der Gemeinde Inzigkofen zwei unterschiedliche Optionen einer finanziellen Beteiligung anbieten. Deren Ausgestaltung wurde im Gemeinderat besprochen, bei dem die Entscheidung über das Modell liegt.

Das erste Modell sieht vor, dass die ENBW eine eigene Gesellschaft für den PV-Park gründet, an der sich Partner mit insgesamt bis zu 49,9 % beteiligen können. Unternehmerische Chancen und Risiken gehen auf die Gesellschaft über, weswegen die Anteile nach dem Bieterverfahren auch zu Marktpreisen ausgegeben werden. Die Betriebsführung sowie die nach EEG vorgeschriebene Direktvermarktung der „Ernte“ verbleiben bei der EnBW.

Das zweite Modell ist die Bürgerbeteiligung in Form sogenannter Nachrangdarlehen. EnBW gründet dafür eine Emissionsgesellschaft. Die von Einwohnern individuell anlegbaren Beträge werden zweckgebunden in neue PV-Projekte investiert. Die Abwicklung ausschließlich über eine Online-Service-Plattform.

Planungen laufen seit 2017

Die Planungen für das Projekt hatten bereits im Jahr 2017 begonnen. Zunächst einigte sich die ENBW mit den Eigentümern der beiden Flurstücke, die gemäß den gesetzlichen Vorgaben als landwirtschaftlich benachteiligte Flächen gelten. Im Oktober 2017 fasste der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss, auf dessen Basis sich das Unternehmen im April 2018 bei der Ausschreibung bewarb und den Zuschlag erhielt. Bis zur Inbetriebnahme gilt es außerdem eine Reihe von ökologischen Ausgleichsmaßnahmen umzusetzen, die Bestandteil der Genehmigung sind.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen