Saugatter auf der Bühne lässt das Publikum toben

Lesedauer: 5 Min
Karl Mägerle

Weitere Aufführungen sind am Freitag, 10., Samstag, 11., Freitag, 17., und Samstag, 18. Januar, jeweils um 19.30 Uhr im St.-Verena-Saal in Engelswies zu sehen. Weitere Informationen und die Möglichkeit, Plätze zu reservieren, gibt es unter der Telefonnummer 0160/695 31 76 und auf der Seite www.laienbuehne-engelswies.de.

Die Laienbühne Engelswies hat am Samstagabend im voll besetzten St.-Verena-Saal eine tolle Premiere mit dem Stück „Die Altmännermühle“ gefeiert – und nach der Aufführung ein begeistertes Publikum entlassen. Vor allem ein Saugatter hatte es in sich: Die Zuschauer tobten vor Begeisterung, als die beiden Hauptdarsteller – Postbote Bruno Wurmling (Karl-Heinz Pfeifer) und Metzgermeister Anton Schweinle (Ingo Gitschier) – diesen tatsächlich auf die Bühne brachten.

Roland Kaltenbachs Komödie „Die Altmännermühle“ erzählt in drei Akten eine wahre Begebenheit. In einem alten Dorfwirtshaus treffen sich der Postbote Bruno Wurmeling und der Metzgermeister Anton Schweinle am Stammtisch. In lustiger Art und Weise unterhalten sie sich über das Dorfgeschehen und besonders über den Bauunternehmer und Kommunalpolitiker Erich Schadenfroh (Hans Peter Zuch) und über Nathan Weiser (Gerold Braun), einen pensionierten Lehrer. Er soll Übles über die Machenschaften des Bauunternehmers Schadenfroh verbreitet haben. Und wie es der Zufall will, treffen sich alle vier beim Stammtisch bei der Wirtin Elfi Hoppmeier (Maggie Knaus), zu der Lehrer Nathan ein besonders gutes Verhältnis pflegt.

Nach Bier und Schnaps, die Schadenfroh ausgibt, hebt sich die Stimmung und die Gesprächsrunde wird immer interessanter. Lehrer Nathan weiß viel, gibt Sprüche und Reime zum Besten und will sogar noch singen, doch die Alkoholrunden machen ihn schlapp und er schläft am Tisch ein. Für Bauunternehmer und Politiker Schadenfroh ist klar: Nathan weiß zu viel über ihn, ist ihm ein Dorn im Auge. Deshalb will er es Nathan nun zeigen.

Nach einer amüsanten Feststellung am Wirtstisch reift in den dreien der Beschluss, Nathan für sein Tun gegenüber dem Bauunternehmer Schadenfroh öffentlich bloßzustellen und zu blamieren. Metzgermeister Schweinle hat die Idee, ihn wie früher an den Pranger zu stellen. Aber wie, fragt sich der unerfahrene Postbote Wurmling. Helfen kann da nur ein Saugatter, findet Metzgermeister Schweinle. Und so wird das Projekt umgesetzt: Der Saugatter kommt trotzt heftiger Widersprüche der Wirtin auf die Bühne. Der schlapp daliegende Lehrer Nathan wird unter großem Applaus des Publikums eingesperrt.

Dem Herzinfarkt nahe

Jungbauer Michael (Raphael Rössler), Freund der Bedienung Tina (Susanne Münch), verfügt allerdings über einen Ersatzschlüssel. So wird Nathan auf Empfehlung der Wirtin Elfi herausgeholt und Cousine Sabina (Tanja Moser) steht bereit, die Ruhe im abgedeckten Saugatter zu genießen. Als der Metzgermeister nach dem Lehrer schaut, versteht er die Welt nicht mehr: Da ist ein junges Mädchen drin. Er ist einem Herzinfarkt nahe und auch der Postbote glaubt an ein Wunder und empfiehlt dem Metzgermeister Schweinle, dessen Frau zur Verjüngung in den Gatter zu sperren, damit sie wieder jünger und frischer herauskommt.

Was auf der Bühne abläuft, ist spannend und lustig. Die Rollen der Darsteller sind sehr gut eingespielt und zwischen den einzelnen Szenen brandet immer wieder Beifall auf. Wie es schließlich ausgeht, bezeichnet der Postbote Bruno als Wunder. Der Metzgermeister wiederum spricht von einer göttlichen Eingebung. Selbst Bauunternehmer Schadenfroh als Kommunalpolitiker mit Weitblick kennt sich nicht mehr aus. Denn jetzt fehlt auch noch die Frau des Metzgermeisters und Lehrer Nathan liegt wieder im Saugatter.

Die drei Stammgäste haben die Rechnung jedoch ohne die Wirtin und ohne Nathan gemacht. Und so meint der weise Nathan nach seiner erneuten Befreiung zum guten Schluss unter starkem Beifall im Saal: „Manchmal ist es besser, eine beliebige Telefonnummer zu wählen als einen Politiker.“

Weitere Aufführungen sind am Freitag, 10., Samstag, 11., Freitag, 17., und Samstag, 18. Januar, jeweils um 19.30 Uhr im St.-Verena-Saal in Engelswies zu sehen. Weitere Informationen und die Möglichkeit, Plätze zu reservieren, gibt es unter der Telefonnummer 0160/695 31 76 und auf der Seite www.laienbuehne-engelswies.de.

Meist gelesen in der Umgebung

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen