Netcom BW bezieht Stellung zu Kundenbeschwerden

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 Wie sich herausstellt, haben die Probleme in Inzigkofen und Laiz bauliche Ursachen.
Wie sich herausstellt, haben die Probleme in Inzigkofen und Laiz bauliche Ursachen. (Foto: dpa)

Trotz versprochener Verbesserungen klagen die Kunden des Ellwanger Internetproviders Netcom nach wie vor über deutlich zu niedrige Datengeschwindigkeiten. Seinen Unmut hatte der Netcom BW-Kunde und Programmierer Volker Keck der „Schwäbischen Zeitung“ geschildert. Nachdem der Internetanbieter vergangenen Donnerstag nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen war, erklärt sich das Unternehmen jetzt in Reaktion auf den Artikel „Kunden von Netcom ärgern sich noch immer“, der am Freitag, 8. März, in der „Schwäbischen Zeitung“ erschienen ist, in einer Pressemitteilung.

Laizer Netzknoten lässt sich nicht ohne Weiteres ausbauen

Darin heißt es: „Die NetCom BW betreibt im Landkreis Sigmaringen derzeit drei wichtige Netzknoten, die noch aus dem Bestand der NeckarCom entstammen.“ Diese befänden sich in Sigmaringen, Meßkirch und Laiz. Im Juli 2018 habe die Firma an den beiden Netzknoten in Sigmaringen und Meßkirch Netzoptimierungen durchgeführt, um ihren Kunden die notwendigen Bandbreiten zur Verfügung zu stellen. Der Knoten in Laiz jedoch, an den unter anderem die Gemeinde Inzigkofen angebunden sei, habe jedoch noch nicht ausgebaut werden können, da dafür bauliche Maßnahmen am Standort der BLS Breitbandversorgungsgesellschaft im Landkreis Sigmaringen auszuführen seien.

Erst nach Abschluss dieser Arbeiten könne der Netzknoten wie bereits in Sigmaringen und Meßkirch final erweitert werden, teilt das Unternehmen mit. Leider gestalte sich die Standorterweiterung für die BLS äußerst schwierig, da man sowohl nahe am heutigen Standort bleiben, als auch den Naturschutz sowie die Belange der Anwohner berücksichtigen müsse.

Bis zur Fertigstellung dieses neuen Netzknotens prüfe die Netcom BW aktuell gemeinsam mit der BLS, ob die bestehende Kapazität temporär über einen anderen Verbindungsweg erweitert werden kann und somit die Kunden ihre gebuchte Leistung auch erhalten.

Die Pressemitteilung schließt mit den Worten: „Wir bedauern sehr, dass unsere Kunden unter Netzengpässen leiden und arbeiten mit Hochdruck an der Beseitigung dieses Problems. Wir werden die betroffenen Kunden sowie Herrn Volker Keck auf verschiedenen Kanälen wie unserer Homepage, Pressemitteilungen, E-Mails und SMS über die weitere Vorgehensweise informieren.“

Keck: Verzögerung wurde unter den Teppich gekehrt

Volker Keck zeigt sich überrascht über die Enthüllung, die Kommunikationsstrategie der Firma bezeichnet er als „unglücklich“. „Ich finde es mehr als bedauerlich, dass die Verzögerung im Ausbau aus meiner Sicht unter den Teppich gekehrt werden sollte“, sagt er. Denn genau das habe aus seiner Sicht verhindert, dass die Verwaltungen der betroffenen Gemeinden mit dem Thema konfrontiert und aktiv wurden. „Die Bürgermeister sind jetzt in der Pflicht, die Probleme gemeinsam mit der Firma im Interesse der Bürger zu lösen“, sagt Keck.

Schließlich geschehe der Ausbau auch im Interesse der Gemeinden, denn eine gute Internetverbindung verhindere auch die weitere Abwanderung von Bürgern aus dem ländlichen Raum. Die Quasi-Monopolstellung von Netcom BW in seinem Heimatort Inzigkofen sieht er jedoch weiterhin kritisch.

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