Musikkapelle Inzigkofen balanciert zwischen Alt und Neu

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 Das Konzert der Musikkapelle Inzigkofen steht unter dem Motto „Was ist Zeit?“.
Das Konzert der Musikkapelle Inzigkofen steht unter dem Motto „Was ist Zeit?“. (Foto: Fotos: Susanne Grimm)
Susanne Grimm

Mit ihrem Jahreskonzert hat die Musikkapelle Inzigkofen unter der Stabführung von Mathias Dreher am Samstagabend in der Römerhalle das Publikum begeistert. Das mit vielen jungen Leuten besetzte Orchester beeindruckte mit musikalischer Sicherheit und einer phänomenalen, dreidimensional wirkenden Klangkraft. Dazu kam ein Dirigent, der eins zu werden schien mit seinen Musikern und sich zudem als Sänger präsentierte.

In dem Stück von Udo Jürgens, „Tausend Jahre sind ein Tag“, riss Mathias Dreher als Vokalsolist und Christian Köser mit einem Saxophonsolo das Publikum zu jubelnden Applaus hin. „Was ist Zeit?“ war das Motto des überaus hörens- und sehenswerten Konzerts, das die Musiker sowie die Moderatorin Manuela Gulde und auch Bürgermeister Bernd Gombold im Laufe des Abends mal musikalisch, mal philosophisch, von unterschiedlichen Seiten beleuchteten. Zum Ausdruck kam das beispielsweise in der Interpretation in sagenhaften Stücken wie „Devils Tower“, das von einer ehemaligen Räuberburg in Oberösterreich erzählt.

Dramaturgische Effekte

Der Komponist Thomas Dost hat diese Sage vertont und die Inzigkofer Musiker haben sie in fesselnden Klangdimensionen lebendig gemacht. Wunderschöne Melodien im Wechsel mit dramaturgischen Klangeffekten ließen den Räuberbaron vor dem inneren Auge mit dem Teufel kämpfen. Dabei beeindruckte das Orchester, wie es mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit die zum Teil sehr schnellen Rhythmus-Tempowechsel beherrschte.

Zur Erinnerung: In der Musikkapelle spielten sehr viele sehr junge Leute mit, wobei der Dirigent zu Beginn des Konzerts die Debütanten separat vorgestellt hatte. Ein Blickfang der besonderen Art bot Christina Bosch in der ersten Reihe, was sie ihrem Instrument zu verdanken hatte: ein für eine junge Frau höchst ungewöhnliches Fagott. Das rund 1,40 Meter lange und schwere Holzblasinstrument mit den geheimnisvollen Klangfarben scheint so gar nicht in die Hände einer zarten jungen Frau passen zu wollen, doch Boschs Finger entlockten dem Instrument mit scheinbarer Leichtigkeit fast magische Töne.

Flexibilität und das Gehen mit der Zeit, ohne die Vergangenheit aus den Augen zu verlieren, sei ganz im Sinne des Musikvereins, unterstrich Moderatorin Manuela Gulde. Entsprechend präsentierten die Musiker Stücke wie „Three Times Blood“ von Fritz Neuböck, der das Bild seines Malerfreundes Stefan Feuchtner vertont hat. Dabei sind die drei Grundpfeiler des Lebens, Wasser, Erde und Licht, in diesem Stück klanglich mit teils ungewöhnlichen Mitteln umgesetzt worden, beispielsweise durch das Einsetzten stimmlicher Laute. Das wusste das Publikum mit ebenfalls offensichtlich zu schätzen.

Jedes der dargebrachten Stücke, wie „Perpetetuum mobile“ von Johann Strauß, Tschaikowskys „Nussknacker“ oder der „Quadriga-Marsch“, die „Zeitenwende“ von Kurt Gäbler, die Filmmusik „Der mit dem Wolf tanzt“ und der legendären Hit „The Time of my Life“, bot ein einzigartiges Hörvergnügen von bemerkenswerten Musikern aus Inzigkofen.

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