Mit Galopp in die Herzen der Zuhörer gesungen

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 Zart und elegant intonierte der Chor die einzige Messe des französischen Komponisten Leo Delibes in der Inzigkofer Klosterkirch
Zart und elegant intonierte der Chor die einzige Messe des französischen Komponisten Leo Delibes in der Inzigkofer Klosterkirche. (Foto: Elisabeth Weiger)
Elisabeth Weiger

Zahlreiche Freunde der klassischen Chormusik sind am Freitagabend der Einladung der Volkshochschule und des Bildungswerkes Inzigkofen gefolgt und haben ein Chorkonzert der besonderen Art genossen.

Die Kulisse für den ersten Teil des Konzertes bildete die Klosterkirche Inzigkofen. In festlichem Schwarz durchquerten die vielen Chorsängerinnen und Chorsänger das Kirchenschiff und reihten sich vor dem barocken Hochaltar auf. „Singen macht glücklich“, konstatierte Bernd Eck, der Leiter des Volkshochschulheimes, und freute sich sowohl über die große Zahl der Teilnehmer der klassischen Chorwoche, als auch über die vielen Konzertbesucher.

Fünf Tage lang hatten die 57 Sängerinnen und Sänger aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz, darunter viele „Wiederholungstäter“, unter der Leitung des Dirigenten Fabian Wöhrle aus Stuttgart klassische Chorwerke einstudiert und ihre Stimmen weitergebildet. „Alle Quartiere auch außerhalb der Klostermauern waren belegt, wir mussten einigen Interessenten absagen“, so Bernd Eck, vertröstete aber mit einem verschmitzten Lächeln eventuelle Neueinsteiger mit den Worten: „Wer kein Bett braucht und über eine Bass-, Tenor- oder Sopranstimme verfügt, kann nächstes Jahr mitsingen.“ Zum Auftakt des Konzertes erklangen Kyrie und Gloria aus der „Messe breve“, der kurzen Messe ohne Credo und Benedictus, von Leo Delibes, vom Chor mit großer Gefühlstiefe und einer heiteren Innigkeit vorgetragen. Einem Sprechgesang glich die Version des 23. Psalmes (Der Herr ist mein Hirte), ein Werk des US-amerikanischen Sängers und Komponisten Bobby McFerrin. Mit „Sanctus, O Salutaris“ und „Agnus Dei“ intonierte der Chor überaus zart und elegant weitere Teile der einzigen Messe des französischen Ballett- und Opernkomponisten Delibes.

Die Fortsetzung des Konzertes mit der Abkehr von kirchlicher Abendmusik hin zu weltlicher Klassik erforderte, dem Einspruch von kirchlicher Seite geschuldet, einen Wechsel der Spielorte. Treppauf und den Kreuzgang entlang folgten die Konzertbesucher Bernd Eck in den Kapitelsaal des Konventes. Nachdem sich der Chor hinter dem Flügel aufgereiht und Pianistin Miki Futamura ihren Platz eingenommen hatte, konnten sich die Zuhörer dem zweiten Teil des Konzertes widmen. Mit Werken Josef Gabriel Rheinbergers, einem bedeutenden Repräsentanten geistlicher und weltlicher Chormusik, kamen die Zuhörer in den Genuss stimmungsvoller Vertonungen von Natur- und Wanderlyrik.

Gudrun Ingimars, eine isländische Opern- und Konzertsängerin, stellte die folgenden Stücke ihrerbeiden Landsmänner Sveinbjörn Sveinbjörnsson und Pall Isolfsson vor. Mit „Sprettur“ (auf deutsch Galopp) einem herzerfrischenden Lied über den „besten Freund des Isländers, das Pferd“ sang sie sich in die Herzen ihrer Zuhörer.

Einen weiteren Höhepunkt des Abends bestritten Bariton Lucian Eller und die Sopranistin Gudrun Ingimars mit zwei Stücken aus Mozarts „Don Giovanni“. War bereits die Arie des Leporello, dem Diener Don Giovannis, ein Ohren- und Augenschmaus für das Publikum, so steigerte sich das musikalische Vergnügen um ein weiteres bei dem anschließenden Duett „Reich mir die Hand mein Leben“ der beiden Stimmbildner während der Chorwoche. Mit den Liebesliederwalzern von Johannes Brahms, kurzen Stücken mit vielen Wiederholungen, die der Chor mit höchster Konzentration meisterhaft bewältigte, endete das Abschlusskonzert der 14. Inzigkofer klassischen Chorwoche, das bei Teilnehmern und Publikum sicher noch lange nachwirken wird.

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