„Mein Mann war ein echter Allrounder“

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 Der Restaurator Franz Heinzler brannte für seine Projekte.
Der Restaurator Franz Heinzler brannte für seine Projekte. (Foto: privat)
Mandy Streich

Der Restaurator Franz Heinzler aus Inzigkofen ist kürzlich nach langer schwerer Krankheit im Alter von 87 Jahren gestorben. Franz Heinzler, gebürtig aus Riedlingen, hat vor allem in Inzigkofen mit seinem Engagement viel bewirkt. Er war zusammen mit seiner Frau Anne Heinzler, die ihn immer unterstützt hat, dafür verantwortlich, dass das ehemalige Augustinerinnenkloster, in dem heute die Volkshochschule in Inzigkofen ist, restauriert wurde. Seine Schüler setzen dieses Werk bis heute fort.

Franz Heinzler arbeitete als Künstler sowie als Restaurator und wurde zu dem mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen für sein Können belohnt.

Mit seiner Frau Anne Heinzler leitete er von 2010 bis 2013 ehrenamtlich die Restaurierung des Klosters. Sie haben insgesamt über 200 Fensterläden und fast 100 Türen restauriert.

Höhepunkte im Programm des Bildungswerkes waren laut Kreisarchivar Edwin Ernst Weber die Ausstellungen seiner Arbeiten in den Jahren 2001, 2006 und 2011 im Inzigkofer Rathaus. Auch heute befindet sich im Rathaus Inzigkofen noch eine Dauerausstellung seiner Arbeiten.

Hintergrundglasmalerei am Inzigkofer Rathaus

Die Pyramide neben dem Rathaus mit den Hintergrundglasmalereien haben Grundschüler darüber hinaus auf Anleitung des Ehepaars Heinzler in einem Projekt angefertigt. Immer wieder hat Franz Heinzler in der Grundschule sowie im Kindergarten der Gemeinde Inzigkofen Projekte mit den Kindern gemacht und ihnen dabei ein Interesse und ein gewisses Verständnis für Kunst vermittelt.

„Mein Mann war ein echter Allrounder“, sagt seine Frau Anne. „Neben dem Restaurieren und dem Malen konnte er auch zeichnen, schnitzen, glasmalen und hat Altäre für Kirchen entworfen.“ Sie sei jedoch seine größte Kritikerin gewesen. Nach jedem fertigen Kunstwerk hätten die beiden zum Teil stundenlang darüber gesprochen. „Ihm war es vor allem wichtig, dass es gut gemacht war. Es musste nicht schön sein, sondern gut“, sagt sie. Er sei außerdem abgeneigt gewesen, Verschönerungen zu machen. Viel lieber habe er den echten Stil erhalten wollen.

64 Jahre waren die beiden miteinander verheiratet und haben darüber hinaus alles zusammen gemacht. Von ihren drei gemeinsamen Kindern habe ihre Tochter 30 Jahre lang beim Restaurieren der Kirchen und Kapellen in ganz Deutschland geholfen.

Seit 1990 habe er sich der Kunst gewidmet und Gemälde mit den unterschiedlichsten Techniken entworfen. Bis 2013 habe Franz Heinzler eigene Ausstellungen gemacht und bis vergangenes Jahr noch Ausstellungen mit anderen Künstlern zusammen. Eventuell möchte die Familie nun bei einer Enkelin in Laiz eine kleine Galerie eröffnen, in der in Wechselausstellungen Bilder von Franz Heinzler ausgestellt werden würden. „Das ist aber bisher nur ein Gedanke und es ist noch nicht sicher, ob das klappen wird“, sagt Anne Heinzler. Verdient habe ihr Mann es aber auf jeden Fall.

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