Julia Wetzel hat die Musik im Blut

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Julia Wetzel tritt Ende Mai beim Bundeswettbewerb von Jugend musiziert in Lübeck an.
Julia Wetzel tritt Ende Mai beim Bundeswettbewerb von Jugend musiziert in Lübeck an. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung
Mandy Streich

Inzigkofen - Blockflöte, Klavier, Viola da Gamba: Wer der 16-jährigen Julia Wetzel aus Inzigkofen bei ihrer großen Leidenschaft zuhört, begibt sich in eine andere Welt. Jetzt tritt die Schülerin des Hohenzollerngymnasiums Ende Mai mit ihren Blockflöten beim Bundeswettbewerb von Jugend musiziert in Lübeck an, nachdem sie bereits beim Regionalwettbewerb in Friedrichshafen und beim Landeswettbewerb in Bietigheim-Bissingen die Höchstpunktzahl von 25 Punkten erreichte.

Vier verschiedene Stücke spielt Julia Wetzel bei ihrem Wettbewerb und das auf vier unterschiedlichen Blockflöten aus verschiedenen Epochen – das Zuhören lohnt sich wirklich: Alle ihre Stücke spielt die 16-Jährige auswendig und mit vollem Einsatz. Ihre Finger bewegen sich rasend schnell, sie tippt im Takt mit den Füßen auf den Boden und der Zuschauer ist fast gezwungen bei der Melodie mitzuwippen. Außerdem ist sie die einzige, die bei den Wettbewerben nicht mit einem Begleiter spielt.

Aufhören? Eltern motivieren sie

Aber wie kam sie überhaupt dazu, diese Instrumente zu spielen? Bereits seit sie vier Jahre alt ist, spielt sie Flöte. „Weil es einfach jeder gemacht hat“, erklärt sie. Als sie dann aufhören wollte, motivierten ihre Eltern sie, weiter zu machen und das, obwohl ihre Eltern, wie sie sagt, unmusikalisch sind und ihr Vater nicht mal Notenlesen kann. „Dass sie mich damals so motiviert haben, darüber bin ich inzwischen sehr froh. Ich übe zwischen drei und dreieinhalb Stunden jeden Tag und vergesse dabei jedes Mal völlig die Zeit“, sagt die Flötistin.

Ihr selbstkomponiertes Lied hat inzwischen schon Preise gewonnen, wurde sogar schon in Israel gespielt und wird in diesem Jahr auch verlegt. Darauf ist sie besonders stolz.

Anfangs hatte Julia Flötenunterricht an der Musikschule in Sigmaringen, aber inzwischen ist sie bereits Jungstudentin an der Musikhochschule in Trossingen. In Sigmaringen ist sie seit knapp einem Jahr die einzige Gambenschülerin, da es sich dabei um ein extrem seltenes Streichinstrument handelt.

Außerdem ist sie, seit sie zehn Jahre alt ist, beim Landesjugendblockflötenorchester mit dabei. Hier kommen alle Mitglieder einmal im Jahr für ein paar Tage zur Probenphase zusammen und geben am Ende Konzerte. „Das ist super, wir machen wirklich vier Tage lang nichts anderes als Flöte zu spielen“, sagt die 16-Jährige. „Das kann man sich überhaupt nicht so vorstellen, aber es klingt einfach so schön.“

In diesem Jahr ist die Schülerin beim Landesjugendbarockorchester aufgenommen worden. Mit diesem geht sie bald für eine Woche nach Barcelona, gibt dort Konzerte und im Anschluss in Deutschland.

Für sie steht schon fest, dass sie Blockflöte studieren möchte, weshalb sie privaten Klavierunterricht nimmt. Denn um Blockflöte zu studieren, muss man Klavier können, erklärt sie.

Außerhalb von ihrer Musikwelt mit ihren acht verschiedenen Flöten, kocht sie sehr gerne zusammen mit ihrer Mama oder sucht Fehler in der Zeitung.

Für soziale Kontakte bleibt neben der Musik und der Schule nicht mehr viel Zeit.

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