Golfclub startet Inklusionsprojekt mit Behinderten

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  Beim Golfclub Sigmaringen ist ein Pilotprojekt gestartet, das behinderten Menschen ermöglicht, Golf spielen zu lernen.
Beim Golfclub Sigmaringen ist ein Pilotprojekt gestartet, das behinderten Menschen ermöglicht, Golf spielen zu lernen. (Foto: Mandy Streich)
Mandy Streich

Wie schlägt man einen Golfball richtig? Und auf was muss man auf dem Golfplatz achten? Der Golfclub Sigmaringen Zollernalb hat am Donnerstag ein Pilotprojekt ins Leben gerufen. Menschen mit Behinderung sollen dabei das Golfspielen lernen. Insgesamt elf Teilnehmer der Lebenshilfe Zollernalb aus Balingen, Albstadt und Biesingen waren bereits morgens auf den Golfplatz gekommen, um sich von Berufsgolf-Trainer Ian Peek die wichtigsten Grundregeln zeigen zu lassen.

Immer wieder motivierte Peek seine Teilnehmer, übte Parolen mit ihnen ein und zeigte mit viel Geduld die richtige Beinhaltung beim Golfspielen.

Beim Einlochen oder einem besonders guten Schlag wurde mit dem Team abgeklatscht und eifrig gelobt. Bereits vor zwei Jahren hatte der Trainer zum ersten Mal mit behinderten Menschen zusammen gearbeitet. „Die Arbeit mit diesen Menschen macht mir viel Spaß“, sagt er. Mit einfachen Übungen für Kinder und Anfänger wurde unter anderem eine Golfzielscheibe aufgebaut, auf der die Bälle via Klettverschluss hängen geblieben sind. „Insgesamt 100 Golfclubs gibt es in Baden-Württemberg“, sagt Otto Leibfritz, Präsident des Baden-Württembergischen Golfverbands: „Dem heutigen Beispiel werden sicherlich weitere Golfclubs in ganz Baden-Württemberg folgen.“

Auch zwei Mitarbeiter der OWB in Sigmaringen waren zum Termin gekommen und haben sich den Tagesablauf und die Übungen angeschaut. „In Zukunft wollen wir das Projekt dann mit den regionalen Behinderteneinrichtungen zum Laufen bringen“, sagt Leibfritz. Ein gemeinsames Konzept soll dann mit den jeweiligen Einrichtungen ausgearbeitet werden. Prinzipiell sei es aber sowohl für Menschen mit psychischen als auch für solche mit kognitiven Beeinträchtigungen geeignet.

Holger Klein, Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Zollernalb, ist begeistert vom Start des Projekts. „Bei der Lebenshilfe hat der Golfclub mit seinem Projekt-Vorschlag offene Türen eingerannt“, sagt er. „Wir suchen immer Partnerschaften mit Vereinen, sodass neue Freizeitaktivitäten geweckt werden.“ Die Lebenshilfe sei vor allem auf eine ganzheitliche Förderung der Behinderten aus. „Uns ist es wichtig, dass Menschen mit Behinderung auch einmal raus aus der Werkstatt oder ihrer Einrichtung kommen“, sagt Klein.

Nach dem gemeinsamen Mittag-essen ging es dann weiter auf den Kurzplatz, auf dem die einzelnen Strecken bis zum Loch nicht mehrere Hundert Meter auseinander liegen, sondern auch für Anfänger mit zwei bis drei Schlägen geschafft werden können.

Teilnehmerin Sabine Jäger aus Ebingen ist begeistert vom Tagesablauf: „Es ist schön und die Leute sind auch richtig nett. Wir haben beim Golfspielen viel gelernt“, sagt sie. „Ich würde es auf jeden Fall nochmal machen“, sagt sie. Am Ende haben alle Teilnehmer eine kleine Medaille bekommen. „Alle bekommen etwas, weil auch alle Sieger sind“, so Otto Leibfritz.

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