Gemeinde geht gegen Katzen-Vermehrung vor

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Wenn herrenlose Katzen ins Tierheim müssen, verursachen sie Kosten.
Wenn herrenlose Katzen ins Tierheim müssen, verursachen sie Kosten. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
Redakteur Krauchenwies und Inzigkofen

Die Gemeinde Inzigkofen bekommt das Problem der unkontrollierten Vermehrung frei laufender Katzen nicht in den Griff – trotz eines seit 2013 laufenden Zuschussprogramms für die Kastration beziehungsweise Sterilisation von Katern und Katzen. Deshalb soll der Zuschuss jetzt deutlich erhöht werden – das haben die Inzigkofer Gemeinderäte am Donnerstagabend mit einer Gegenstimme (Klaus Hipp) beschlossen.

Stadt zahlt zu viel für Tierheime

Bürgermeister Bernd Gombold skizzierte das Problem: Die Gemeinde sei bei jedem Fundtier und/oder herrenloser Katze als Fundbehörde zuständig. Aus diesem Grund muss sie für die Unterbringung der Katzen im Tierheim und für die tierärztliche Behandlung aufkommen. Seit 2013 habe die Gemeinde für die Unterbringung im Tierheim und für die Übernahme von Tierarztkosten – ausschließlich bezogen auf Katzen und Kater – mehr als 6000 Euro zahlen müssen; viel zu viel aus Sicht von Gombold.

Insbesondere in den Jahren 2016/17 sei eine Kostenexplosion festzustellen: „Ich vermute, dass das verstärkte Verkehrsaufkommen auf der B313 durch die Umleitungen daran schuld war“, sagte Gombold. Dadurch habe es mehrere angefahrene Katzen gegeben, die ins Tierheim gebracht worden seien.

Katzen vermehren sich rasant

Gombold betonte, dass sowohl Kastration mit Kennzeichnung durch Chip (rund 100 Euro) als auch Sterilisation mit Kennzeichnung durch Chip (rund 150 Euro) inzwischen so teuer seien, dass der bisherige Zuschuss in Höhe von 15 Euro (Kater) und 30 Euro (Katze) als Anreiz nichts mehr tauge. Das habe er zuletzt auch von Stefan Tietz und Carolin Fahl aus Engelswies erfahren, denen erneut eine Katze zugelaufen sei und in deren Heulager fünf Junge abgelegt habe.

Die Engelswieser seien auf die Gemeinde zugegangen und wollten die Katzen/Kater mit Hinweis auf den geringen Zuschuss zur Sterilisation/Kastration abgeben. Wenn die Gemeinde aber 50 Prozent dieser Kosten tragen würde, dann würden sie den Rest finanzieren, die Tiere sterilisieren lassen und sich um sie kümmern, sagte Gombold. Das sei der Anlass gewesen, über die Zuschusserhöhung nachzudenken, so der Bürgermeister.

Alternativlose Erhöhung

Gemeinderat Hubert Scherer sagte in der Aussprache, es sei „schon kurios, dass die Gemeinden für frei laufende Katzen aufkommen müssen“. René Laplace betonte, wie alternativlos die Erhöhung des Zuschusses aus seiner Sicht sei: „Wir müssen in Prävention investieren, nur da können wir angreifen“, sagte er. Bruno Dreher regte an, herrenlos aufgefundene Katzen und Kater im Gemeindeblatt abzulichten unter der Rubrik „Wer vermisst mich?“. Gombold sagte dies zu.

Hubert Scherer wollte den Vorschlag der Gemeinde, dass der Zuschuss für die Sterilisation einer Katze von 30 auf 60 Euro (bei Katern von 15 auf 35 Euro), im Falle einer zusätzlichen Kennzeichnung mit Chip sogar auf 75 Euro/50 Euro ansteige, gerne abändern: „Mir ist wichtig, dass die Kennzeichnung mit Chip unbedingt Voraussetzung sein wird für die Gewährung eines Zuschusses“, sagte er.

Die anderen Räte schlossen sich diesem Vorschlag an. Letztlich wurde entschieden, den Zuschuss für die Sterilisation einer Katze auf 75 Euro und für die Kastration eines Katers auf 50 Euro zu erhöhen – sofern auch die Kennzeichnung mit Chip erfolgt.

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