Fürstlicher Park erwacht aus dem Tiefschlaf

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Schwäbische Zeitung

Beim einem Abschlussworkshop zur Neugestaltung des Fürstlichen Parks Inzigkofen haben Vertreter der Forstwirtschaft, des Landratsamtes, der Universität Freiburg, der Gemeinde Inzigkofen, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, des Schwäbischen Albvereins und anderen Einrichtungen am Mittwoch auf die bisher geleistete Arbeit geblickt. In einem Workshop, der sich aus Präsentationen und Vor-Ort-Begehungen zusammensetzte, haben die Anwesenden einen Einblick in Veränderungen des Parks in den vergangenen Monaten erhalten. Der letzte Workshop fand im März 2015 statt – und seitdem ist viel passiert: Der Fürstliche Park Inzigkofen ist derweil aus seinem Dornröschenschlaf erwacht.

Ziel der Maßnahme war es, den 26 Hektar großen Fürstlichen Park weitestgehend in seinen historischen Zustand zurückzuversetzen und beispielsweise zugewachsene Blickachsen, wie jene von der Eremitage Richtung Amalienfelsen, wiederherzustellen. Dabei sollte auch das Spannungsfeld zwischen Nutzung, Naturschutz, Denkmalpflege und Kultivierung austariert werden. Zudem wurde Wert auf den geschichtlich-theoretischen Kontext gelegt, um die Parkstruktur des beginnenden 19. Jahrhunderts nachvollziehen zu können.

Patrick Pauli von der Landespflege der Universität Freiburg, der das Projekt über drei Jahre hinweg wissenschaftlich begleitet hatte, legte den inter- und transdisziplinären Charakter des Projekts dar, an dem viele verschiedene Institutionen sowie Fachgebiete und Verwaltungsebenen beteiligt waren. So war neben der Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern auch die Gemeinde Inzigkofen und ehrenamtlich die Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins maßgeblich beteiligt, die beispielsweise bei Baumfällarbeiten dafür gesorgt hatte, dass keine Passanten kreuzten. Das Fürstenhaus hat 80000 Euro investiert, wovon 30000 Euro über Holzerlöse wieder eingenommen werden konnten. Geldgeber ist außerdem die Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Nach Bestandsaufnahme und Planung sind im Oktober fünf Wochen lang die wesentlichen Maßnahmen umgesetzt worden. „Wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter“, so Patrick Pauli. Über eine Seiltrasse sind die Bäume schonend abtransportiert worden. Die Verbuschung entlang der Klostermauer wurde beispielsweise beseitigt, die Allee wurde wiederhergestellt, sodass an ihrem Ende nun wieder der Laizer Kirchturm zu sehen ist und mehr Licht durch die Baumreihen dringt. Ebenso wurde der Festwiese Unterholz entnommen. Einzelne Baumgruppen wurden exponiert, Bäumen wurde an markanten Aussichtspunkten die Krone gestutzt, einzelne Pflanzen wurden auch zugunsten von historischen Wegen und Raumerlebnissen entfernt, jedoch mit Rücksicht auf Biotopqualität des Parks. Besondere Herausforderungen bei der Ausführung waren die den Park kreuzende Bahnlinie, Straßen und die Donau sowie die fortgeschrittene Verwilderung des Parks und die Umformung des Parks im Laufe der Jahre. „Pflanzenbestände, Artenzusammensetzung und Vegetation haben sich verändert“, so Pauli. Derzeit laufende Nacharbeiten umfassen das Mulchen und Fräsen der Wurzelstöcke.

„Facelifting “ für den Park

Für das für die Fachwelt beispielgebende Vorhaben wurde ein Leitfaden konzipiert. An ihm wollen sich die Beteiligten auch in Zukunft halten und dafür sorgen, dass der Park in diesem Zustand erhalten bleibt. Wer welche pflegerischen Aufgaben übernimmt und finanziert, ist jedoch noch unklar. „Das Facelifting hat dem Park gut getan, es steht ihm prächtig“, so Inzigkofens Bürgermeister Bernd Gombold, der sich von der Umgestaltung einen touristischen Zulauf erhofft. „Die Mühen haben sich gelohnt, das ist ihr Meisterstück, Herr Pauli.“

Ein Video zum Abschlussworkshop finden Sie im Internet unter

www.schwaebische.de/fuerstlicher-park-workshop

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