Das Leben in den Jahren zählt

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Das Leben in den Jahren zählt
Das Leben in den Jahren zählt
Schwäbische Zeitung
Doris Futterer

Die prächtige, neugotische Johannes und Paulus Kirche in Vilsingen aus dem Jahr 1871 bildete den stimmungsvollen Rahmen des diesjährigen „Abend der geistlichen Chormusik“, der traditionell vom Sängerbezirk IV Sigmaringen veranstaltet wird. Außer dem Gastgeber, dem gemischten Chor Vilsingen unter der Leitung von Manfred Saalmüller, beteiligten sich noch die Chöre aus Jungnau, Krauchenwies, Laiz und Schmeien an diesem musikalischen Abend. Werner Winkler, der Vorsitzende des Sängerbezirks IV Sigmaringen, begrüßte die große Anzahl von Sängern und Liebhabern der geistlichen Chormusik, die die Kirche bis auf die Empore hinauf gefüllt hatten.

Die Gesangsvorträge der verschiedenen Chöre wurden vom Orgelspiel des Organisten Volker Bals zu Beginn und am Ende eingerahmt. Mit „Locus Iste“ eröffnete dann der Vilsinger Gemischte Chor die Vorträge der einzelnen Chöre. Drei weitere geistliche Gesangsstücke folgten, bevor die reinen Männerstimmen der Männergesangsvereine Liederkranz Jungnau unter Leitung von Karl Demmer und danach Schmeien, unter der Leitung von Uschi Jankovski, folgten. Sie hatten alle jeweils drei Chorstücke für diesen Abend einstudiert. „Sehr schön war´s!“ wurde in den Reihen geflüstert, nachdem das eher bekannte „Ich bete an die Macht der Liebe“ verklungen war und auch „Der Himmel hat dich aufgenommen“ mit seinem lebendigeren Rhythmus gefolgt war.

Pfarrer Julius Auer, als Hausherr, fügte besinnliche Worte zwischen die Vorträge: „Wenn du fünf Minuten Zeit hast, weißt du dann, was du zu tun hast? Du hast alles gelernt, nur nicht zu leben. Aber nicht die Jahre des Lebens zählen, sondern das Leben in den Jahren!“ Der gemischte Chor, Gesangsverein Krauchenwies, geleitet von Josef Grüner, untermalte dann im Weiteren die besinnlichen Gedanken des Publikums mit seinen vier Musikstücken, bevor der Männergesangsverein Laiz, unsichtbar auf der Empore, aber dafür mit Orgelbegleitung, die drei letzten Chorgesänge für diesen Abend vortrug.

Zum Abschluss war „Wachet auf, ruft uns die Stimme…op.65“ geplant. Sehr beeindruckend sangen dabei die tiefen Stimmlagen aller männlichen Sänger die erste Strophe und die zweite ausschließlich die Sängerinnen in ihren hohen Tönen. Die dritte Strophe vereinte dann alle, die sich in der Kirche versammelt hatten: männliche und weibliche Sänger, aber auch alle, die eigentlich nur zum Zuhören gekommen waren. Als Freunde der geistlichen Musik fiel es auch diesen leicht, in den nun gewaltigen Chorgesang einzustimmen, der das gesamte Kirchenschiff erfüllte.

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