Naturschützer arbeiten am steilen Hang

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Andre Baumann (vorne) lobt das Engagement der Jugendlichen.
Andre Baumann (vorne) lobt das Engagement der Jugendlichen. (Foto: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

Zahlreiche junge Naturschützer halten sich derzeit in einem Jugendzeltlager des Bunds Naturschutz Alb-Neckar (BNAN) in Hundersingen auf. Am Freilichtmuseum Heuneburg führen sie Pflegemaßnahmen an einem steilen Hang aus. Am Montag besuchten der Landes-Umweltstaatssekretär Andre Baumann (Grüne) und Landrätin Stefanie Bürkle die Jugendlichen.

Einer der jungen Naturschützer, die an dem steilen Hang an der Heuneburg arbeiten, ist Jannick Schmid aus Eningen bei Reutlingen. „Das macht ziemlich Spaß“, sagte er über die Arbeit. Und das trotz der brütenden Hitze der vergangenen Tage. „Muss man halt durch“, bemerkte er. Bereits zum dritten Mal in Folge sei er nun beim jährlichen Zeltlager des BNAN dabei. Andre Baumann lobte ausdrücklich das Engagement der Jugendlichen. „Ganz toll, dass ihr hier seid“, sagte er. Er wies darauf hin, dass die Heuneburg ein ganz besonderer Ort sei. „Die Heuneburg gilt als die wahrscheinlich älteste Stadt nördlich der Alpen“, sagte er. „Man geht davon aus, dass das das sagenumwobene Pyrene war.“

Das Zeltlager befindet sich in Hundersingen nach dem Mühleweg neben der Donau. Hier – die Runde traf sich zunächst im Zeltlager – erläuterte Ingo Seiter, stellvertretender Vorsitzender des BNAN, dass das Jugendzeltlager nun zum 44. Mal in Folge stattfinde. Jürgen Zimmerer vom Landratsamt Sigmaringen drückte seine Hochachtung vor den Jugendlichen aus: Sehr schweißtreibende Arbeit würden sie an dem steilen Hang verrichten. Baumann sprach einen pädagogischen Aspekt an: Das Jugendzeltlager wirke dem sogenannten Natur-Defizit-Syndrom entgegen. Mit diesem Syndrom wird eine Entfremdung von der Natur beschrieben.

Stefan Schwab vom Regierungspräsidium Tübingen ging auch auf den pädagogischen Aspekt ein. „Das ist Umweltbildung erster Klasse“, sagte er über das Jugendzeltlager. Landrätin Stefanie Bürkle rückte das Engagement der Gemeinde Herbertinge, hier besonders von Hundersingens Ortsvorsteher Reinhold Eisele, in den Vordergrund. Liebevoll habe Eisele den Platz für das Jugendzeltlager vorbereitet. Stefanie Bürkle sprach zudem über die Bedeutung der Heuneburg. Sie sagte, diese Bedeutung sei noch viel zu wenig im Bewusstsein der Menschen präsent. Bürgermeister-Stellvertreter Manfred Müller sagte den Veranstaltern des BNAN und den Jugendlichen zu, dass sie wiederkommen dürften mit ihrem Zeltlager. Ortsvorsteher Reinhold Eisele lobte die Jugendlichen, es gebe keine Beschwerden, wie es bei anderen Zeltlagern schon mal der Fall gewesen sei.

Mit solchen Jugendzeltlagern hoffen Naturschutzorganisationen auch darauf, dass mancher Jugendliche dabei bleibt und in den Naturschutzorganisationen mitarbeitet. „Wie finden wir Leute, die auch in zehn, 20 Jahren noch unser Geschäft machen?“, fragte Gerhard Bronner, Vorsitzender des Landesnaturschutzverbands Baden-Württemberg rhetorisch. Es gehe darum, die richtige Person mit der richtigen Ansprache zur richtigen Zeit anzusprechen. „Sonst sind wir irgendwann nur noch ein Rentnerverein“, meinte Bronner.

Finanziell unterstützen die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg und die Reinhold-Beitlich-Stiftung aus Tübingen die Jugendzeltlager des BNAN. Hannelore Presch von der Beitlich-Stiftung hatte noch eine besondere Nachricht dabei: Sie gab bekannt, dass der Förderpreis der Stiftung in Höhe von 5000 Euro dieses Mal dem Jugendzeltlager zugutekomme. Ein weiteres kurzes Grußwort sprach noch Hans-Joachim Masur, stellvertretender Vorsitzender des Bunds Naturschutz Oberschwaben (BNO).

Die Pflegemaßnahmen führen die Jugendlichen und der BNAN in Kooperation mit dem Regierungspräsidium und dem Landratsamt Sigmaringen aus. Das Jugendzeltlager begann am 28. Juli und geht noch bis zum 12. August. 35 Jugendliche nehmen teil, wobei ein paar inzwischen abgereist sind. Madlen Dollinger, Michael Klenk und Josef Letscher sowie weitere fünf Betreuer kümmern sich um die Jugendlichen, die im Alter von etwa 14 bis 19 Jahren sind.

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