Von der Notwendigkeit, sich auf Neues einzulassen

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Der Unternehmensberater Johannes Warth vermittelt alte Werte neu – anschaulich, kabarettistisch und unterhaltsam schwäbisch.
Der Unternehmensberater Johannes Warth vermittelt alte Werte neu – anschaulich, kabarettistisch und unterhaltsam schwäbisch. (Foto: Vera Romeu)
Vera Romeu

Der Blick ins Jahr, zu dem die Gemeinde wie jedes Jahr den Handels- und Gewerbeverein in das Dorfgemeinschaftshaus eingeladen hat, wurde zu einem ermutigenden Erlebnis. Bürgermeister Peter Rainer zählte ganz kompakt die Projekte in der Gemeinde auf und übergab an den Gastredner Johannes Warth das Wort. Der Unternehmensberater zog sämtliche Register und ermutigte unterhaltend, humorvoll, philosophierend und vor allem schwäbisch, sich wieder auf die Grundwerte zu besinnen. Er rückte die Perspektiven zurecht, um den Sinn für das Wichtige zu schärfen und den Unternehmern der Göge Optimismus zu vermitteln.

Gloria Bruggesser, Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins, dankte der Gemeinde für die Einladung des Gewerbeforums. Der Blick ins Jahr bedeute für Unternehmer und Handwerker, das Ergebnis am Jahresende schon zu sehen. Bürgermeister Rainer zeichnete ein düsteres Bild der Weltlage, doch in der Göge schaffen die Unternehmen Ausbildungsplätze und Arbeitsplätze, sagte er. So könne für viele die Göge Heimat sein. Er berichtete von den laufenden Bauvorhaben. Den zweiten Bauabschnitt des Wohngebiets „Eschle“ wolle die Gemeinde zügig vorantreiben.

Chancen liegen im Gewerbegebiet

Chancen liegen im interkommunalen Gewerbegebiet, weil der Bodenseeraum unter Platzmangel leide. Nach und nach werden die Ortschaften der Göge mit Breitband gerüstet. Bürgermeister Rainer dankte allen, die sich gegen die Herabstufung zum Kleinzentrum engagiert haben. Die Entscheidung werde im Mai fallen. Er lobte das Kreismusikfest: „Es war ein friedliches und fröhliches Fest. Die Göge hat sich als würdiger Gastgeber gezeigt“, sagte Bürgermeister Rainer. Er kündigte den Unternehmensberater Johannes Warth als Multitalent, Artist und Trainer an – und versprach damit nicht zu wenig.

Warth begeisterte das Publikum. Er bekam viel Applaus, es wurde viel gelacht. Er hatte eine humorvolle und immer wieder überraschende Art, einfache Dinge des Alltags bewusst zu machen. Es lag viel Menschenkenntnis und Psychologie darin. Auf die Frage, wer denn wohlhabend sei im Raum, meldete sich niemand. Warth machte bewusst, dass jede und jeder im Saal mehr habe, als er zum Leben brauche.

Der Tag beginne mit dem Blick in den Spiegel: Er empfahl einen positiven Blick auf sich und auf den Tag zu werfen. Herausforderungen seien zu schaffen, wenn man ihnen mit einer positiven Haltung entgegen trete. Wer den Tag mit dem Gefühl „Das wird ein schlechter Tag“ beginne, der werde auch einen schlechten Tag haben und dieses Gefühl werde sich auf die Mitarbeiter übertragen.

Jonglieren als Beispiel

Dass jeder alle Hände voll zu tun habe und nicht gerne Neues lerne, machte Warth mit Jonglierbällen deutlich. Mit drei Bällen zu jonglieren gehe eigentlich mit zwei Händen nicht. Doch wenn man immer wieder eine Hand befreie, entstünden Kapazitäten für Neues. So sei es in einem Unternehmen auch. Neues wagen und Neues versuchen, sei das Geheimnis von nachhaltigem Erfolg.

Die früheren Generationen haben immer wieder ganz von vorne anfangen müssen, weil Kriege alles zerstört hatten, erklärte Warth. „Wir sind die erste Generation in Deutschland, die 70 Jahre Frieden hat.“ Er empfahl, nie aufzuhören, Neues zu lernen. „Change“, also Veränderung, sei aber das Wort, das viele erschrecke. Dabei sei es spannend, sich auf Neues einzulassen und auch notwendig. Wer die Veränderungen der Zeit nicht wahrnehme, werde nicht bestehen können. Mit komödiantischem Talent hielt er seinem Publikum den Spiegel hin.

Warth gab Impulse für den Alltag. Auch bezog er die Transzendenz und Weisheiten aus der Bibel mit ein. Mit Gottvertrauen lasse sich der Alltag gut bestehen, vermittelte Warth mit großer Überzeugungskraft. Es seien eigentlich nur die alten Werte, die neu entdeckt und neu mit Sinn gefüllt werden sollten. Dann könne man ermutigt in das neue Jahr gehen. „Wenn es etwas gibt, was sie schon lange machen möchten, dann fangen Sie jetzt damit an!“

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