Storchenpapa kommt bei Unfall ums Leben - Storchenmutter muss Nachwuchs allein versorgen

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 Die Jungstörche in Ölkofen werden beringt. Tragisch: Die Storchenmutter muss den Nachwuchs alleine versorgen, weil ihr Partner
Die Jungstörche in Ölkofen werden beringt. Tragisch: Die Storchenmutter muss den Nachwuchs alleine versorgen, weil ihr Partner bei einer Kollision mit einem Auto ums Leben kommt. (Foto: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

Der männliche Ölkofer Storch ist vor ein paar Tagen bei einer Kollision mit einem Auto tödlich verunglückt. Die Storchenmutter ist jetzt allein für die drei Jungtiere im Nest auf der Kapelle St. Leonhard in Ölkofen zuständig – die Jungen sind aber trotzdem in gutem Zustand, wie die Storchenbeauftragte Ute Reinhard bei der Beringung am Donnerstagabend festgestellt hat. Auch den Nachwuchs auf dem Nest in Beizkofen beringte sie mit Hilfe der Feuerwehr Mengen.

„Am 1. Juni verunglückte leider der Storchenmann tödlich bei einer Kollision mit einem Auto“, berichtete Storchenexperte Manfred Stützel aus Mengen. Der Unfall habe sich in Ölkofen ein Stück nach dem Ortsausgang Richtung Herbertingen ereignet. Die Sorge war nun, dass das Muttertier es alleine, ohne ihren Partner, nicht schaffen könnte, die drei Jungtiere mit genügend Nahrung zu versorgen.

Notfallplan nicht notwendig

Es gab einen Notfallplan: Wäre der Nachwuchs in keinem guten Zustand gewesen, hätten Ute Reinhard und Manfred Stützel ein Jungtier aus dem Nest genommen. „Eulenvater“ Egon Müller aus Herbertingen stand schon bereit, das Jungtier für ein paar Tage zu übernehmen und aufzupäppeln. Dann wäre das Jungtier im Anschluss in das Nest der Ennetacher Störche gesetzt worden, damit diese das fremde Storchenkind mitversorgen.

Doch all das war nicht notwendig. „Die sehen gut aus“, befand Ute Reinhard nach der Beringung der Jungtiere. „Die können wir alle oben lassen. Super“, freute sie sich sichtlich. Ursprünglich waren es in Ölkofen fünf Jungtiere, drei haben den kühlen Monat Mai überlebt. Die Storchenberingung in Ölkofen verfolgten einige Bürger. Im Einsatz war wie bei der Beringung in Beizkofen das Drehleiter-Fahrzeug der Feuerwehr Mengen mit den Feuerwehrmitgliedern Holger Mayer, Alexander Wetzel und Jannik Falk.

In Beizkofen auf dem Horst bei den Krautländern haben bisher drei von vier Jungtieren überlebt. Eines der Tiere hat eine bereits ausheilende Verletzung. „Der hat oben am Kopf eine Wunde gehabt. Das war aber alles schon vertrocknet“, sagte Ute Reinhard.

Möglicherweise, so Reinhard, sei das Jungtier gepickt worden oder ein Fremdstorch sei auf dem Nest gewesen. „Jetzt hoffen wir mal, dass es durchkommt“, sagte sie.

Wieder besetzten die Störche alle Nester
Auch in diesem Jahr werden mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder vier Storchenpaare in Göggingen brüten.

In Ursendorf konnten laut Manfred Stützel drei Jungtiere beobachtet werden, in Völlkofen zwei Jungtiere. Damit gibt es in Beizkofen, Ölkofen, Ursendorf und Völlkofen insgesamt elf Jungtiere. Das sei ein erfreulicher Brutbestand in der Göge, resümierte Manfred Stützel. In der Stadt Scheer belegen jetzt zwei unberingte Störche das Nest auf dem Schlossgiebel, zwei Jungvögel konnten beobachtet werden.

Nicht mehr da ist übrigens die vorherige Hausherrin, eine Schweizer Störchin, die die vergangenen 16 Jahre auf dem Scheerer Horst gebrütet hat.

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