Sportplatz Ölkofen: Sanierungkosten verdoppeln sich fast

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 Ehemalige Kiesgrube: Die Fußballplätze des SV Ölkofen haben einen problematischen Untergrund.
Ehemalige Kiesgrube: Die Fußballplätze des SV Ölkofen haben einen problematischen Untergrund. (Foto: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

Die Sanierung des Ölkofer Sportplatzes wird deutlich teurer als erwartet und soll 370000 Euro anstatt 200000 Euro kosten. Eine Bodenanalyse hat ergeben, dass der Untergrund des Platzes in viel stärkerem Maß als vorgesehen ausgetauscht werden muss. Der Gemeinderat Hohentengen gewährte in seiner jüngsten Sitzung nach einer längeren Debatte den Fußballern des Sportvereins Ölkofen einen Sonderzuschuss.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Gemeinderat einen Zuschuss von maximal 28277 Euro gewährt. Zwischenzeitlich wurde eine Bodenanalyse erhoben. „Das Ergebnis war leider sehr ernüchternd“, sagte Kurt Schlegel, Vorsitzender des Vereins, in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Es zeigte sich, dass der Untergrund so nicht verwendet werden kann und umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig sind. Dass es überhaupt zu einer Untersuchung kam, liegt Schlegels Worten zufolge an einem Beratungsgespräch mit dem weiteren Zuschussgeber Württembergischer Landessportbund (WLSB). „Hier kam die Forderung hervor, dass man ein Bodengutachten erstellen lässt von einem unabhängigen Unternehmen.“

Bei dem Sportplatz handelt es sich um eine ehemalige Kiesgrube, die mit Material aufgefüllt wurde, dass Jahrzehnte später nun als problematisch angesehen wird. 1972 schenkte die damalige selbstständige Gemeinde Ölkofen das Areal dem Sportverein. Geplant war nun von Anfang an, für den Hauptplatz eine Bewässerungsanlage einzubauen. Jetzt soll auch der Trainingsplatz eine solche Anlage bekommen, was den Preis auch noch einmal nach oben treibt. Das Problem sei, dass unbewässerte Plätze auf lange Sicht schlichtweg kaputt gingen, meinte Schlegel mit Blick auf den Klimawandel.

„Der Verein kann eigentlich nichts dafür“, sagte Gemeinderat Peter Löffler (CDU) mit Blick auf die damalige Schenkung. „Das ist natürlich eine große Hausnummer“, kommentierte Ernst Mayer (Freie Wähler) die Kostensteigerung. Bürgermeister Peter Rainer trat dem Eindruck entschieden entgegen, dass die damalige Gemeinde Ölkofen eine irgendwie geartete Form von „Schuld“ trägt: „Der Gemeinde da eine Verantwortung zuschieben zu wollen, halte ich nicht für richtig“, sagte er. Es sei schon damals bekannt gewesen, dass es sich um eine ehemalige Kiesgrube gehandelt habe. Albert Wetzel (CDU) sah es kritisch, dass nur ein Angebot von einer Fachfirma eingeholt wurde. „Ein zweites Angebot fehlt mir. Mit dem Angebot kann ich nichts anfangen. Das sage ich offen und ehrlich.“

Im Gemeinderat kam die Frage auf, wie belastet der Untergrund im Sportplatz aktuell eigentlich ist. Es fiel auch das Wort Altlasten. Hier stellte Peter Löffler aber klar: Es handle sich um Bauschutt. „Es sind keine Altlasten im klassischen Sinne“, betonte Löffler.

Vorgesehen war laut Beschlussvorschlag, den 20-prozentigen Zuschuss der förderfähigen Kosten auf die nun gestiegenen Kosten anzupassen, also von den 28277 auf maximal 56000 Euro anzuheben. Peter Löffler und Ernst Mayer beantragten aber, zusätzlich einen Sonderzuschuss zu gewähren, in Höhe von weiteren rund 35000 Euro. Der Gesamtzuschuss wären dann rund 91000 Euro oder 32,5 Prozent. Hier zeigten sich manche Gemeinderäte skeptisch, weil andere Göge-Vereine so einen Sonderzuschuss dann womöglich auch wollten, wenn man von der in der Göge üblichen, generellen 20-Prozent-Zuschuss-Regelung jetzt abweiche.

Der Antrag von Löffler und Mayer setzte sich durch. Der Gemeinderat stimmte mehrheitlich dafür, dass der SV Ölkofen inklusive Sonderzuschuss 32,5 Prozent der förderfähigen Kosten als Gesamtzuschuss bekommen soll, maximal also insgesamt 91000 Euro. 13 Räte stimmten für Ja, drei dagegen, drei enthielten sich. Zusätzlich bat der SV Ölkofen um die Übernahme einer Ausfallbürgschaft durch die Gemeinde, weil der WLSB als Zuschussgeber seine Zuschüsse oft mit zeitlicher Verzögerung auszahle. Hier traf der Gemeinderat noch keine Entscheidung, erst müssen Unterlagen geprüft werden.

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