Silcherchor Donau-Bussen drückt beim Konzert seine Gefühle aus

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 Der Silcherchor Donau-Bussen erhält viel Beifall für sein Konzert in der St. Michaelkirche in Hohentengen.
Der Silcherchor Donau-Bussen erhält viel Beifall für sein Konzert in der St. Michaelkirche in Hohentengen. (Foto: Wolfgang Lohmiller)
Wolfgang Lohmiller

Die St. Michaelkirche in Hohentengen ist beim Konzert des Silcherchor Donau-Bussen unter der Leitung von Peter Schmitz am Sonntagabend gut gefüllt gewesen. Die gewählte Vorsitzende des Kirchengemeiderats, Marion Thiel, stimmte gleich zu Beginn in eine „Adventliche Ruhe“ ein. Diese schaffte Organist Andreas Kaiser mit einer Improvisation über das „Veni redeptor gentium“ . Der Männerchor sang den von Ambrosius von Mailand stammenden Hymnus sehr männlich und geradezu scharf: „Nun komm (doch endlich), der Heiden Heiland!“ konnte man heraushören. Sehr stark erklang auch das „Mach hoch die Tür“.

Mit Messegesängen des zeitgenössischen Komponisten Kaj Eric Gustafsson zeigte das Männervokalensemble auch, dass ihm atonale Klänge keinerlei Probleme bereiten. Auch hier drückte der Chor viele Gefühle aus: Klagen, Entsetzen, Verlangen. Dasselbe gilt für Moritz Hauptmanns „Ehre sei Gott“. Andreas Kaiser, der kurzfristig für die erkrankte Theresa Hinz eingesprungen war, zeigte nun sein solistisches Können und spielte sehr klar und im Zeitmaß. Johann Sebastians Bachs Präludium es-Dur, BWV 552 erklang sehr andächtig.

Mit einem „Ave maris stella“ schritten die Männer von der Orgel zum Altarraum. Dort las Marion Thiel einen Text über die „Herbergsmutter“ vor. Wunderschön sang der Chor „Maria durch den Dornwald ging“ (Satz von W.Heinrich) sowie „Es blüh’n drei Rosen „(Alois Lohmiller). Beeindruckend war auch das „Salve Regina“ von Martini. Man spürte, wie der Männerchor unter Dirigent Schmitz auch mit gregorianischen Klängen in seinem Element war. Es folgten zwei weitere Orgelwerke: Sehr anregend erklang Bachs „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ . „Nun komm, der Heiden Heiland“ präsentierte Andreas Kaiser in Werken von Buxthehude (fromm und getragen) und Max Reger (sehr langsam).

Publikum singt dritte Strophe mit

Sehr ausdrucksvoll und differenziert sang der Chor drei Werke des zeitgenössischen Komponisten Gerd Sorg: Im „Herrgott, send uns deinen Sohn“ wurde der Männerchor geradezu fordernd bei dem „Rette uns reuige Sünder!“ Lebendig und ausdrucksstark präsentierte der Chor Walter Reins „In der Winternacht“: Er betonte den kommenden Frühling: Der Schwerpunkt lag auf dem „es grünt die Saat“. Im „O du stille Zeit“ (Satz von B. Engelbrecht) wurde es dann wieder beschaulich. Nach einer Orgel-Paraphrase von Alexandre Guilmant über „Tochter Zion“ sang der Chor die Fassung von Händel, bis das Publikum die dritte Strophe mitsingen durfte. Die Zuhörer bedankten sich mit lang anhaltendem Beifall.

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