Ortsdurchfahrt bekommt keinen Kreisverkehr

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 Die Einmündung soll umgestaltet werden mit einer Verkehrsinsel – ein Kreisverkehr wird verkehrstechnisch als ungünstig eingesch
Die Einmündung soll umgestaltet werden mit einer Verkehrsinsel – ein Kreisverkehr wird verkehrstechnisch als ungünstig eingeschätzt. (Foto: Ck)
Christoph Klawitter

Verkehrsinsel mit Querungshilfe anstatt Kreisverkehr: In der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend hat Franz Knab vom Ingenieurbüro Schwörer aus Altheim die Planung für die Sanierung der Ortsdurchfahrt vorgestellt. Zudem beantragt die Gemeinde für die Ortseingänge je ein Radarmessgerät.

Zahlreiche Bürger waren in die Völlkofer Turnhalle gekommen, die Sitzung fand wegen des Themas dort statt. Bürgermeister Peter Rainer sagte, dass die Verwaltung für die Ortseingänge von Völlkofen Radarmessgeräte beantragen wolle, um die Geschwindigkeit der Fahrzeuge, die Völlkofen durchfahren, zu reduzieren; das Gemeinderatsgremium stimmte dem später zu. „Das ist eine Entscheidung, die trifft das Landratsamt in Absprache mit dem Kreistag“, sagte Rainer.

Vorgesehen ist ein durchgängiger Gehweg entlang der Ortsdurchfahrt, teils auch doppelseitig. Der erste Bauabschnitt reicht laut Franz Knab vom Ortseingang Autohaus Lehleiter bis zum Kreuzungsbereich Völlkofer Straße/Friedberger Straße. Der Gehweg würde dabei, von Hohentengen kommend, rechts verlaufen. Im Bereich der neuen Bushaltestelle, die zwischen Kolpingstraße und Erlenweg angebracht werden soll, sowie im Bereich Einmündung Friedberger Straße soll er auch auf der linken Seite angelegt werden.

„Der zweite Abschnitt wäre dann die Friedberger Straße“, sagte Franz Knab weiter. Hier soll der Gehweg auf der linken Seite verlaufen. In der Tafertsweiler Straße wiederum – das wäre dann der dritte Bauabschnitt – soll der Gehweg ebenfalls auf der linken Seite bis zum Ortsausgang geführt werden. Dort soll der Gehweg dann als Schotterweg weitergeführt werden bis zur Feldweg-Einmündung. Dieser Weg wiederum führt zu einer beliebten Grillstelle. Gemeinderat Elmar Gruber (Freie Wähler), der viele Gespräche mit Völlkofern wegen dem Thema Ortsdurchfahrt geführt hat, war über diesen Punkt besonders erfreut. „Es ist die Freizeitstätte von Völlkofen“, sagte er. „Das bringt dem Ort viel“, bemerkte er zu dem geplanten Schotterweg. Ernst Mayer (Freie Wähler) regte an, ob man diesen Weg nicht auch asphaltieren könne.

Fahrbahnteiler zurückbauen

Angedacht war ein Kreisverkehr bei der Kreuzung Völlkofer Straße/Friedberger Straße. „Der Kreisverkehr hat uns lang beschäftigt“, sagte Elmar Gruber. Ein Kreisel ist jetzt aber nicht geplant. Planer Franz Knab zeigte auf, dass ein Kreisverkehr von Lastwagen wahrscheinlich ungünstig überfahren werden würde, sprich mitten durch, und Autofahrer wiederum trotz Kreisverkehr weiterhin „durchschießen“ könnten. „Aus verkehrstechnischer Sicht können wir hier einen kleinen Kreisverkehr eigentlich nicht befürworten“, sagte Knab. Und ein großer Kreisverkehr würde einen „extremen Eingriff“ in die umliegenden Grundstücke bedeuten. Geplant ist, den bisherigen Fahrbahnteiler rückzubauen, und stattdessen eine Verkehrsinsel anzubringen, die auch als Querungshilfe für Fußgänger dient. Neu geplant ist die künftige Lage der Bushaltestelle. Sie soll sich zwischen Kolpingstraße und Erlenweg befinden. Der Bus von Hohentengen kommend würde auf der Straße halten, für den Bus von Tafertsweiler kommend würde es hingegen eine Busbucht geben.

Es soll nicht nur der Straßenbelag saniert und Gehwege angelegt werden, sondern auch der darunterliegende Kanal saniert werden, das Wasser aus Hochwasserschutzgründen abgeleitet werden. Das alles kostet: Franz Knab bezifferte die Kosten auf 5,34 Millionen Euro. Für das Bauvorhaben beantragt die Gemeinde einen Zuschuss vom Land.

Der Gemeinderat stimmte der Planung zu. Jetzt muss noch ein weiteres Büro beauftragt werden, das die Planung überprüft. Anschließend müssen die Behörden in einem Genehmigungsverfahren formal beteiligt werden. Parallel werden Verhandlungen mit Grundstückseigentümern aufgenommen. Denn ohne Grunderwerb, also dass Völlkofer Eigentum verkaufen, kann das Ortsdurchfahrt-Projekt wohl kaum verwirklicht werden. „Ich möchte es positiv formulieren: Es ist der nächste Schritt, den wir gehen müssen“, sagte Peter Rainer auf eine entsprechende Frage von Karl-Josef Reck (CDU). Wenn es keine Verzögerungen gebe, könne der erste Bauabschnitt 2021 realisiert werden, ergänzte Peter Rainer.

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