Melillo zieht ins alte Offizierskasino

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Sonja und Giovanni Melillo ziehen mit ihrer Mozzarella-Manufaktur in einen Teil des ehemaligen Offizierskasinos auf dem Ehoch4-
Sonja und Giovanni Melillo ziehen mit ihrer Mozzarella-Manufaktur in einen Teil des ehemaligen Offizierskasinos auf dem Ehoch4- (Foto: Jennifer Kuhlmann)
Schwäbische Zeitung

Von 27 auf 500 Quadratmeter: Giovanni Melillo zieht mit seiner Mozzarella-Manufaktur auf das Ehoch4-Gelände. Mit Ehoch4-Geschäftsführer Jürgen Gaugel ist er sich einig, auch der Gemeinderat hat dem Bauantrag bereits zugestimmt. Wenn die Genehmigung vom Landratsamt da ist und entsprechende Fördermittel bewilligt wurden, sollen im ehemaligen Offizierskasino neben der Produktion auch eine Schaukäserei, ein Verkaufsraum und ein Café eingerichtet werden. Das Investitionsvolumen liegt laut Melillo im siebenstelligen Bereich, Umbaubeginn ist im Herbst.

Um der steigenden Nachfrage nach seinen Käseprodukten gerecht zu werden, arbeiten Giovanni Melillo und seine Mitarbeiter oft in Doppelschichten. Schon seit Längerem wollen er und seine Frau Sonja das Unternehmen an einem neuen Standort vergrößern. Im Gespräch seien Flächen im Gewerbegebiet in Hohentengen und auch das Alte Schulhaus gewesen. „Der Standort wäre perfekt für eine Gastronomie gewesen“, schwärmt Melillo. Abgesehen davon, dass der Unternehmer sehr viel Geld zur Sanierung in das alte Gebäude hätte stecken müssen, sei hier die Gemeindeverwaltung sehr zurückhaltend gewesen. „Wir wissen nicht, wie lange wir noch auf eine Zusage hätten warten müssen“, sagt Melillo.

Auch Ehoch4-Geschäftsführer Jürgen Gaugel hatte sich kurzzeitig für das Schulhaus interessiert, dann aber den Melillos den Vortritt gelassen. „Wir sind ins Gespräch gekommen und haben auch überlegt, etwas gemeinsam zu machen“, erzählt Gaugel. Er sei dann schnell auf das Offizierskasino auf dem Ehoch4-Gelände gekommen. Hier soll zwar auch die offizielle Gastronomie des Lern- und Energieparks unterkommen, „aber es ist genug Platz für alle da“, sagt Gaugel.

Für die Mozzarella-Produktion sind bereits Küche und Kühlräume vorhanden, baulich müsse nur wenig angepasst werden. „Boden- und Wandbeläge sind das wichtigste“, sagt Melillo. „Die müssen für die Lebensmittelproduktion geeignet sein.“ Immer wieder ist er von Vereinen und interessierten Einzelpersonen nach einer Führung durch seine Manufaktur gefragt worden. Deshalb möchte er jetzt eine Schaukäserei einrichten. „Hier können dann auch die Verkäufer geschult werden, die später meinen Mozzarella bei Edeka oder Rewe verkaufen sollen“, sagt er. In einem kleinen Laden soll es ausgewählte seltene Käsesorten geben, im italienischen Café kleine Kostproben mit Mozzarella.

„Wichtig ist, dass unser Betrieb eine eigene Zufahrt hat“, betont Sonja Melillo. Das sei nicht nur für den An- und Abtransport von Zutaten und Produkten wichtig, sondern auch für alle, die nur die Käserei und nicht den Lernpark besuchen wollen. Umgekehrt sei ein Abstecher natürlich für Interessierte problemlos möglich. „Für Ehoch4 ist es toll, auf dem Gelände ein Unternehmen zu haben, dass so ein besonderes Produkt herstellt“, sagt Gaugel. „Das passt zu unserem regionalen, nachhaltigen Denken.“

Die Geschichte von Latticini und Mozzarella Melillo ist eine Erfolgsgeschichte. Vor fünf Jahren gründeten Giovanni und Sonja Melillo ihr Unternehmen, 2011 startete die Produktion in der kleinen Käserei in Hohentengen. Heute stellt das Paar hier gemeinsam mit sieben Mitarbeitern (geringfügig beschäftigt) täglich frischen Mozzarella her. Die Milch stammt aus dem Betrieb von Ernst Mayer aus Hohentengen. Melillo beliefert heute bereits diverse Restaurants (darunter auch das von Sternekoch Vincent Klink), ausgewählte Käseläden sowie Edeka und Rewe. Weitere Kunden würden den Käse aus Hohentengen gern in ihr Sortiment aufnehmen, müssen aber derzeit warten, weil die Produktion ausgelastet ist.

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