Lisa Lorch unterstützt Waisenkinder

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Mit ihrer Heimat ist Lisa Lorch eng verbunden. Trotzdem ziehen Hilfsprojekte sie in die Ferne. Jetzt ist sie nach Sri Lanka aufg
Mit ihrer Heimat ist Lisa Lorch eng verbunden. Trotzdem ziehen Hilfsprojekte sie in die Ferne. Jetzt ist sie nach Sri Lanka aufgebrochen. (Foto: Kuhlmann)
Schwäbische Zeitung

Mehr über das Hilfsprojekt und Möglichkeiten, es mit Spenden zu unterstützen gibt es unter

www.dry-lands.org

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Das Studium in Dortmund ist beendet, die Bachelorarbeit abgegeben. Die 23-jährige Lisa Lorch aus Enzkofen überbrückt die Zeit bis zur Ergebnisverkündung und dem Beginn eines Masterstudiengangs auf Sri Lanka. Im Inselstaat südlich von Indien wird sie zweieinhalb Monate lang als Praktikantin in einem Kinderheim für Mädchen arbeiten, das die deutsche Hilfsorganisation Dry Lands betreibt. Am vergangenen Mittwoch ist sie von München aus gestartet. Nach dem Praktikum will sie das Land noch zwei Wochen lang bereisen.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Lisa Lorch im Ausland ehrenamtlich um benachteiligte Kinder kümmert. Nach dem Abitur hat sie bereits sieben Monate im Mariphil-Kinderdorf auf den Philippinen verbracht und dort geholfen, ehemaligen Straßenkindern ein neues Zuhause zu geben. „Aus dieser Zeit habe ich viele Erfahrungen im Umgang mit traumatisierten Kindern mitgenommen, ein für uns hier in Deutschland exotisches Land kennengelernt und viel Spaß mit dem Team und den Kindern gehabt“, sagt sie.

Nicht zuletzt habe dieses Praktikum auch ihre Studienwahl beeinflusst. Hatte Lisa Lorch zunächst noch Kinderärztin werden wollen, entschied sie sich nach ihrer Rückkehr für ein Studium der Rehabilitationspädagogik in Dortmund. „Da geht es um Menschen aller Altersklassen, mit Behinderungen, einem kriminellen Lebenslauf oder mit traumatischen Erlebnissen“, sagt sie.

Erfahrungen sammeln

Unter anderem hat sie während des Studiums ein Praktikum im integrativen Kindergarten in Rosna gemacht. „Mit Kindern möchte ich später am liebsten arbeiten, wenn möglich, in einer internationalen Hilfsorganisation“, sagt sie. Das Thema ihrer Bachelorarbeit war deshalb auch „Motivation im Ehrenamt“, für das sie mit Mitarbeitern mehrerer Hilfsorganisationen gesprochen hat. „Jetzt möchte ich einfach noch weitere Erfahrungen sammeln und habe deshalb nach einer Organisation gesucht, die Ähnlichkeit mit Mariphil hat“, sagt sie. Nach einer Recherche in entsprechenden Internetforen ist sie auf das Projekt Dry Lands von Frank Lieneke aus Lengerich gestoßen. Dieser hatte 2005 zunächst eine Tsunami-Soforthilfe auf die Beine gestellt, aus der sich die Organisation entwickelte. Heute beherbergt das Kinderheim rund 60 Mädchen im Alter von fünf bis 18 Jahren, die keine Eltern mehr haben oder deren Eltern nicht in der Lage sind, ihnen ein Dach über dem Kopf zu bieten. Außerdem wurde eine Ausbildungsstätte aufgebaut und es werden Patenschaften vermittelt.

Lisa Lorch hat sich schriftlich beworben und mehrere Telefonate geführt. „Da hatte ich gleich das Gefühl, dass alles passt“, sagt sie. Das Zwischenmenschliche sei da genauso wichtig wie die Tatsache, ob mit den Spenden gut umgegangen wird.

„Frank Lieneke und Julia Fischer, die sich unter anderem um die Praktikanten kümmert, sind fast das ganze Jahr vor Ort“, sagt Lisa Lorch. Die beiden werden sie auch einarbeiten. „Ich kümmere mich im Alltag um die Mädchen, schreibe Berichte für die Homepage und gebe wahrscheinlich auch Englisch-Nachhilfeunterricht“, sagt sie. Da es für Sri Lanka nur Visa für drei Monate gibt, bleibt ihr Einsatz auf diese Zeit begrenzt.

Im Gegensatz zu ihrer Philippinen-Reise ist die 23-Jährige diesmal gar nicht aufgeregt. „Ich habe zwar ein wenig über das Land gelesen, lasse aber ansonsten alles auf mich zukommen“, sagt sie. Das Kinderheim soll mitten in einer Kokosnussplantage in unmittelbarer Nähe zum Meer liegen. Wobei Badeurlaub nicht das sei, weshalb sie nach Sri Lanka reise, betont sie. Gepackt wird auf den letzten Drücker. „Dort brauche ich nicht viel, zumal wir auch Einheitskleidung tragen werden.“

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