Kindergarten steht erneut zur Debatte

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Der Kindergarten Völlkofen soll ein neues Klettergerüst bekommen. Die Zukunft des Kindergartens selbst ist umstritten.
Der Kindergarten Völlkofen soll ein neues Klettergerüst bekommen. Die Zukunft des Kindergartens selbst ist umstritten. (Foto: Christoph Klawitter)
Schwäbische Zeitung
Christoph Klawitter

Im Zuge der Haushaltsvorstellung hat der Gemeinderat Hohentengen am Mittwoch auch über die Zukunft des Kindergartens St. Nikolaus in Völlkofen gesprochen. Bürgermeister Peter Rainer berichtete, dass es unter den Eltern der Hohentengener Kindergartenkinder Unmut gebe, weil der Kindergarten St. Maria ausgelastet sei, während im Völlkofer Kindergarten St. Nikolaus Plätze frei seien.

Es gibt eine Gruppe im Kindergarten Völlkofen, dazu werden derzeit auch Grundschulkinder im Gebäude unterrichtet, weil die Göge-Schule in Hohentengen einen Neubau bekommt. Seit Jahren ist die langfristige Zukunft des Kindergartens Völlkofen umstritten. Im neuen Haushalt sieht die Verwaltung für die Anschaffung eines Klettergerüsts für den Kindergarten Völlkofen 2500 Euro vor. Kämmerer Johannes Schnell machte deutlich, dass von Seiten des Kindergartens aber der Wunsch nach einem größeren Klettergerüst zu Kosten von 10000 Euro geäußert worden sei. Auch ist ein Herd defekt. „Da kam im zweiten Schritt gleich die Frage: Warum nicht eine neue Küchenzeile?“, sagte Johannes Schnell. Die Kosten würden hierfür aber 6000 Euro betragen, der Austausch des einzelnen Herds 400 Euro, die Verwaltung präferiert den Austausch des Herds.

„Irgendwann kommt dies und das und jenes“, machte Schnell auf einen künftigen Sanierungsbedarf des Gebäudes aufmerksam – sprich, irgendwann müsse der Gemeinderat angesichts künftiger Sanierungen entscheiden, wie es langfristig mit dem Kindergarten weitergeht. Mit dem neuen Kindergartenbedarfsplan werde diese Frage auf den Gemeinderat wieder zukommen, prognostizierte Schnell. Und wenn die Schüler einmal nicht mehr in dem Gebäude unterrichtet werden, werde es ein Missverhältnis von Kosten und Nutzen geben, bemerkte er. Auch Bürgermeister Peter Rainer sah es ähnlich wie sein Kämmerer. „Im Grunde muss der Gemeinderat in absehbarer Zeit eine Grundsatzentscheidung treffen“, sagte er.

„Es gibt auch inzwischen in Hohentengen einen gewissen steigenden Unmut darüber, dass die vorhandenen Gruppen in Hohentengen fast bis an die Kapazitätsgrenze gefüllt sind“, berichtete Peter Rainer über die Stimmung unter Eltern von Hohentenger Kindergartenkindern. In Völlkofen dagegen sei die Gruppe nicht voll besetzt. Gemeinderat Peter Löffler (CDU) wies hingegen auf eine frühere Entscheidung hin, den Kindergarten zu erhalten. „Der Gemeinderat hat einen klaren Beschluss gefasst“, erinnerte er. Außerdem, sollte der Kindergarten Völlkofen einmal schließen, könne man die dann neuwertigen Spielgeräte wieder abbauen und in Hohentengen wieder aufbauen. Johannes Schnell wiederum sagte, momentan habe man 16 Kinder in Völlkofen, davon vier auswärtige Kinder. 13 bis 15 Plätze in Völlkofen seien unbesetzt, während man im Kindergarten St. Maria Hohentengen überlege, eine neue Gruppe aufzumachen, um den vorhandenen Druck etwas zu mildern. Elmar Gruber (Freie Wähler) erinnerte wie Peter Löffler an die vorhandene Beschlusslage, während Marion Küchmeister bemerkte, das sei „wirklich ein brandheißes Thema“, das man aber einmal separat von der Haushaltsberatung diskutieren sollte. Josef Lutz (CDU) wies darauf hin, dass es erlaubt sei, neu über den Kindergarten Völlkofen zu entscheiden. „Das war damals eine politische Entscheidung. Und die darf man immer wieder diskutieren“, sagte er.

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