Investoren treten ins Rampenlicht

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Sie gaben den Startschuss (von links): Markus Wirth (Firma Wircon), Carlo Horn (Ravensburger), die Projektentwickler Volker Fouq
(Foto: Fotos: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

Lange war es ein Geheimnis: Die bisher unbekannten Groß-Investoren, die hinter dem Projekt Ehoch4 stehen, sind nun bekannt. Wie Ehoch4-Projektentwickler Jürgen Gaugel bei der gestrigen feierlichen Eröffnung im Gespräch mit Pressevertretern erläuterte, handelt es sich zum einen um die Wircon GmbH. Hinter dieser Firma steht der bekannte Unternehmer und Mitgründer des Weltkonzerns SAP, Dietmar Hopp. Laut Gaugel investiert Wircon etwa zehn bis 15 Millionen Euro in das Projekt. Noch etwas mehr, voraussichtlich rund 20 Millionen Euro, investiert der Unternehmer Andreas Kohm mit seiner Familie.

Kohm ist Chef des in Pforzheim ansässigen Versandhauses Klingel. Es gilt als eines der größten Versandhäuser Deutschlands. Die Ravensburger Freizeit und Promotion GmbH, Tochterfirma der Ravensburger AG, dagegen ist schon länger als Investor bekannt. Wie mehrfach berichtet, errichtet sie auf dem Ehoch4-Gelände einen Lern- und Erlebnispark. Dieser Park ist ein Teil des Gesamtprojekts. Darüber hinaus sind unter anderem auch eine Akademie und ein Klimahotel geplant.

Dietmar Hopp lässtsich entschuldigen

Entgegen der Ankündigung kam Dietmar Hopp zum offiziellen „Startschuss“ von Ehoch4 am gestrigen Mittwoch doch nicht. Er sei verhindert, hieß es. Kohm dagegen war anwesend. Er habe mit Gaugel schon bei anderen Projekten zusammengearbeitet, sagte Kohm im Gespräch mit der SZ. Da habe Gaugel gezeigt, dass er solche Projekte stemmen könne. An dem Projekt engagieren er und seine Familie sich aus „privater Verantwortung“. Mit seinem Versandhaus gebe es nur einen indirekten Zusammenhang zum Thema Erneuerbare Energien. Als Vertreter des Investors Wircon war dessen Geschäftsführer Markus Wirth anwesend. „Es ist ein super Projekt“, begründete er die Beteiligung von Wircon.

Das Gesamtvolumen von Ehoch4 lässt sich laut Jürgen Gaugel zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau beziffern, es betrage aber mindestens 50 Millionen Euro. Neben den Groß-Investoren steuern sechs kleinere Investoren weitere Summen bei. Die langen Verhandlungen um das Kasernengelände kamen erst am Dienstag zu einem Abschluss: Wie bekannt gegeben wurde, fand da der Verkauf statt. Die Gemeinde Hohentengen erwarb vom Bund das Kasernenareal und verkaufte es gleich weiter an die Ehoch4-GmbH. Über den Preis wurde laut Gaugel Stillschweigen vereinbart.

Bürgermeister kündigtneues Kapitel an

Zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft kamen zur Eröffnungsveranstaltung von Ehoch4. Die Kaserne sei ein wichtiger Bestandteil von Hohentengen gewesen, sagte Bürgermeister Peter Rainer in seinem Grußwort. „Die Soldaten waren hier viel mehr als nur Mitbürger in Uniform, sie waren Nachbarn, Vereinskameraden und Freunde.“ Doch dann kam das Ende der Wehrpflicht und auch das Ende der Oberschwabenkaserne. Die letzten Soldaten verließen am 28. September 2012 die Kaserne, blickte Rainer zurück. Schon bald nach der Schließung habe die Phase der Neuorientierung begonnen. Schnelle Erfolge habe man damals nicht erwartet. „Nur zwei Jahre nach der Schließung beginnt hier am Standort der ehemaligen Oberschwabenkaserne ein neues Kapitel unserer Gemeinde“, freute sich Rainer daher. In Hohentengen herrsche eine sehr positive Grundstimmung zu Ehoch4. Er sprach davon, dass dieses Projekt sogar ein „Leuchtturm für die gesamte Region“ werden könne. Rainer hob auch hervor, dass sein Amtsvorgänger Franz Ott ihn bei dem Projekt sehr unterstützt habe.

Der geplante Lern- und Erlebnispark soll als erstes Element von Ehoch4 entstehen. „Das spielerische Lernen steht im Mittelpunkt“, erläuterte Carlo Horn von Ravensburger. Ende 2015 wolle man mit dem Bau fertig sein und den Park zu Ostern 2016 eröffnen. Für den Herbst 2015 ist ein Probebetrieb vorgesehen.

„Es geht bei uns zügig weiter“, versprach Jürgen Gaugel in seinem Grußwort. Das Kasernengelände sei in einem sehr guten Zustand. Geplant ist, dass bei den anstehenden Arbeiten auf dem Gelände regionale Handwerker zum Zug kommen. Und für den Gastronomiebereich sei man noch auf der Suche nach einem Betreiber, ergänzte Gaugel.

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