Gerd Miller lässt sich von der Göge preisen

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Schwäbische Zeitung

Mit einem dreifachen Mau-Fänger, Ried-Rälle und Musik-Zug hat Christoph Gruber als Vorsitzender des Heimat-, Freizeit- und Narrenvereins Ölkofen und Ausrichter des 52. Gögeumzugs die Narren in der voll besetzten Schulsporthalle beim Zunftmeisterempfang begrüßt. Die Gottesdienstbesucher zeigten sich begeistert von Pfarrer Jürgen Brummwinkel, der diesen humorvoll und tiefgründig zelebriert hatte.

Standesgemäß eröffnete Schirmherr und Schultes in Personalunion „Peter der Raine“ die Gastreden. Unter anderem nahm er auch die örtlichen Belange in seinen Vortrag mit auf. „Bald isch G’moidrotswahl, Kadidada suacha war a Qual, duad sich weiter koiner dafir interessiera, no muoß i halt alloi regiera...“

Bezug nehmend auf den Artikel „Mancher Ölkofer wartet immer noch auf die Linde“ in der „Schwäbischen Zeitung“ stellte Peter der Raine richtig, dass „en d’r Ölkofer Lindaschtross mindeschtens sieba Linda schdandet, midda em Ord und en d’r Hohlbank midda em Ord, wa schtod do? Richtig, ma’ glaubt’s kaum do schtod nommal an Lindabaum.“ In seinem Reim fuhr er fort: „Dia liabe Ölkofer ma glaubt’s kaum, warded heit’ no auf ihren Baum, drotz em Wald vor ihrem G’sicht sehed se den Lindenbaume nicht...“

Wer reimt, heißt nicht Müller

Edmund Briemle, Ehrenvorsitzender und Mitbegründer des gastgebenden Vereins ging auf die Anfänge der Vereinsgründung ein und revidierte seine im Vorfeld der Hausfasnet getätigte Aussage, „dass die Ölkofer bis heute auf ihre Linde warten“. Als Gastgeschenk übergab Briemle den original handgezeichneten Entwurf von Jürgen Hohl, dem oberschwäbischen Heimatkundler und Geburtshelfer für viele Narrenfiguren der schwäbisch-alemannischen Fasnet, in Glas gerahmt an Christoph Gruber. Zwischendrin wusste Gerhard Hochleiter die Stimmung im Saal am Siedepunkt zu halten. Rektorin Müller von der Göge-Schule schloss ihr Grußwort mit dem Satz, „wenn sie richtig reimen könnte, hieße sie Goethe oder Schiller, sie aber heiße ja schließlich Christa Müller“. Auch der Landtagsabgeordnete Klaus von der Burg war mit seinen Reimen treffend und schnell.

Gleich zu Beginn seines Beitrags lobte Gerd Miller, Mitbegründer der bis 2013 legendären Hemoridenband aus Wolfartsweiler, „ hoi mei Freind d’r Schultes Peter der Raine hot jo a neie Melodie i glaug’s jo it? Noch zwanzg Johr wird’s au amol Zeit a andre Melodie zum senga.“ Heuer feiere er als letzte Hemoride das 20-jährige Hemoridenbandbestehen. Über die Jahre, habe er sich ausschließlich über die Orte zwischen Wolfartsweiler und Hohentengen in seinen Liedvorträgen lustig gemacht, und so humorvoll für tolle Vorträge und Stimmung gesorgt. Jetzt sei es an der Zeit, sagt er, dass all diejenigen, die er immer durch den Kakao gezogen habe, rechtzeitig zum Jubiläum die Lobeshymne anstimmen. Und so war es wenig verwunderlich, dass seine Freunde der Friedberger Burgstallknechte ihn mit einem eigenen Wagen durch den Göge-Umzug fuhren.

Leistungsabzeichen erhalten

Als guter Gögenarr, so das Verständnis der Vertreter der anderen acht Gögeteilorte, musste Christoph Gruber das Zunftmeisterleistungsabzeichen absolvieren. Neben theoretischen Wissensfragen zur Gögefasnet gab es auch einen praktischen Teil, den er bestens meisterte. Die Ursendorfer Germanen bemängelten die Tatsache, dass der Schreibfehlerteufel nicht nur im Umzugsheftle, sondern auch auf den Umzugskrawatten, bei ihnen der Laufnummer 10 Freizeit-, Heimat- und Brauchtumsverein Ursendof zugeschlagen und das R einfach weggelassen habe. „Als Gedächtnisstütze für die Zukunft“, so der Germanensprecher, durfte Christoph Gruber während des Umzugs das große R, welches er von den Germanen verliehen bekam mit sich tragen. Gruber erwiderte den Vorwurf des Vorsatzes und konterte geschickt mit dem Satz, „des war a Ratespiel ond ihr hend’s verrota“.

Die Gäste übergaben neben Sach- auch Geldspenden für einen guten Zweck. Gerd Miller war es vergönnt, seine Jägermeisterorden an die illustren Narren beim Zunftmeisterempfang für eine Spende von insgesamt 225 Euro zu veräußern. Der Betrag geht an die Ölkofer Narren, welche diesen Betrag zur Restaurierung und Instandsetzung des Ölkofer Zügles verwenden.

So stellten die Weithartmusikanten fest, dass seit geraumer Zeit in der Göge alles grün ist, sogar der Erbseneintopf am Sonntag. Das käme wohl daher, dass die Mitglieder des Musikvereins Göge-Hohentengen ihre Werbekampagne für das Musikbezirksfest betreiben. Nicht nur vor der Tür, sondern weltweit.

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