Gaugel will Fernhochschule auf sein Gelände holen

Lesedauer: 5 Min

Studierende der Fernhochschule Riedlingen.
Studierende der Fernhochschule Riedlingen. (Foto: Joerg Simanowski)
Schwäbische Zeitung

Wenn es nach Jürgen Gaugel, dem Geschäftsführer des Europäischen Erlebnis- und Gewerbeparks für Erneuerbare Energien (Ehoch4), geht, könnten auf dem ehemaligen Gelände der Oberschwabenkaserne in Hohentengen künftig die Mitarbeiter der SRH Fernhochschule in direkter Nachbarschaft zu den Forschern der Ehoch4-Akademie arbeiten. Er hat den Verantwortlichen der Fernhochschule angeboten, auf das Ehoch4-Gelände umzuziehen. „Die passende Infrastruktur ist vorhanden“, sagt er.

Von den Platznöten der Fernhochschule Riedlingen hat Jürgen Gaugel in der Schwäbischen Zeitung gelesen. Die Hochschule hat derzeit 65 Mitarbeiter und betreut 3000 Studenten von drei Standorten aus. Prüfungen finden an einem vierten statt. Um sich zukunftsfähig aufzustellen und mehr Mitarbeitern Platz zu bieten, werde darüber nachgedacht, alle Kapazitäten an einem Ort zu bündeln. Ob dies aber ein Neubau in Riedlingen oder der Umzug in bestehende Gebäude an einen anderen Ort sein könnten, darüber hat sich die Hochschulleitung bisher noch nicht abschließend geäußert, da die Überlegungen sich noch im Anfangsstadium befinden.

Infrastruktur würde passen

Bad Saulgau hat sich bereits mit den seit drei Jahren leer stehenden Gebäuden der ehemaligen japanischen Schule Toin Gakuen ins Spiel gebracht. „Ich glaube aber, dass wir die besseren Voraussetzungen bieten“, glaubt Gaugel und zählt auf: 2500 Quadratmeter und mehr kämen auf dem ehemaligen Kasernengelände locker zusammen, es gäbe Büro- und Lehrräume sowie bei Bedarf Unterkunftsgebäude. „Hier war das Ausbildungsbataillon der Luftwaffe samt Verwaltung stationiert“, so Gaugel. „Das sind genau die Räume, die auch eine Fernhochschule gebrauchen könnte.“ Ursprünglich hatte Gaugel geplant, die Gebäude je nach Bedarf an interessierte Unternehmen zu vermieten. „Aber im Verbund wären sie sicher auch für die Fernhochschule interessant“, sagt er. „Wir bekommen außerdem Glasfaserkabel und damit eine schnelle Anbindung ans Internet.“

Akademie wäre der Nachbar

Die Mitarbeiter der Fernhochschule befänden sich auf dem Ehoch4-Gelände laut Gaugel in guter Gesellschaft. Hier soll schließlich neben dem Ravensburger Lern- und Erlebnispark auch eine Akademie der Nachhaltigkeit entstehen, in der sich Schüler, Studenten und wissenschaftliche Forschungsgruppen mit dem Thema erneuerbare Energien auseinandersetzen. Partner sind Hochschulen Stuttgart, Rottenburg, Biberach und Offenburg, das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme, die Universität Konstanz und das ISC Konstanz (International Solar Energy Research Center). Da die Fernhochschule auch über die Einrichtung von Laboren nachdenke, könnte dies eine gute Ergänzung sein.

Bis Jürgen Gaugel eine Antwort aus Riedlingen erhält, wird es wohl noch eine Weile dauern. Hochschulrektorin Professorin Julia Sander bestätigte zwar den Eingang der „Bewerbung“, will sich aber noch nicht konkret zum Gelände äußern. „Wir kennen die Gebäude von der Machbarkeitsstudie, die wir im Vorfeld für das Ehoch4-Gelände erstellt haben“, sagt sie. Ein Ortstermin sei also für eine Einschätzung der Eignung nicht mehr notwendig. „Es wäre aber wirklich zu früh, jetzt zu diesem Thema Stellung zu nehmen“, gibt sich die Rektorin unverbindlich.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen