Frauen-Vokalensemble gibt sein erstes Konzert in Hohentengen

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 Zum Vortrag stellten sich die Frauen des Vokalensembles in der Mitte des Kirchenschiffs und danach auf den Stufen zum Chorraum
Zum Vortrag stellten sich die Frauen des Vokalensembles in der Mitte des Kirchenschiffs und danach auf den Stufen zum Chorraum auf. (Foto: Rapp)
Schwäbische Zeitung

Mit einem ersten eigenen Konzert sind die neun jungen Damen des Frauen-Vokalensembles St. Michael Hohentengen in der Pfarrkirche aufgetreten. Bisher haben sie, mit einer Ausnahme allesamt Sängerinnen im Kirchenchor, lediglich Eucharistiefeiern und Andachten mit ihren Gesängen bereichert.

Seit 2018 besteht das Ensemble. Ursprünglich war geplant, alle gesanglichen Ressourcen aus dem Kirchenchor zu bündeln und sich anspruchsvolle Vokalmusik zu erarbeiten. Nicht in regelmäßigen Proben, sondern jeweils projektbezogen. Da jedoch nicht genügend Männer verlässlich zusammengekommen waren, blieb es bei einer Frauengruppe. Alle Mitglieder sind erfahrene Chorsängerinnen, manche nehmen auch Gesangsunterricht oder singen in weiteren Chören.

„Musikalisch gesehen sind wir alle gleichberechtigt“, sagt Lucia Reck, die Initiatorin der Gruppe, die natürlich auch mitsingt, und fügt hinzu, dass es immer ein Alphatierchen braucht, das Einsätze und Töne gibt. Sie verstehe sich nur teilweise als musikalische, eher als organisatorische Leitung, beispielsweise zum Aussuchen der Musikstücke und Erstellen der Probenpläne, betont Lucia Reck. „Bei den Proben geht es weniger ums Üben der Töne, das macht jede größtenteils für sich selbst, so dass wir gleich ans Gestalten ran können“, fährt sie fort. Es mache großen Spaß und sei Balsam für die Seele, bekennt sie mit strahlendem Gesicht. Jede bringe Vorschläge und Ideen ein. Bereits im Spätsommer reifte der Gedanke zu einem eigenen Konzert mit Kompositionen, die sich so in einer gottesdienstlichen Feier nicht gut unterbringen ließen. In Richard Fischer fanden die Damen einen versierten Organisten, der ihnen eine Zusage gab. Dabei ging es vor allem auch um die Bereicherung des Programms mit Orgelwerken namhafter Komponisten.

Richard Fischer eröffnete das Konzert mit Präludium und Fuge fis-moll von Dietrich Buxtehude. Den ersten Vokalvortrag des Frauen-Ensembles „Laudate pueri“ von Felix Mendelssohn Bartholdy begleitete Fischer mit der Orgel.

Dann stellten sich die Damen kreisförmig in der Kirchenmitte auf zum „Ave Generosa“ aus der Feder des Norwegers Ola Gjeilo. Von Max Reger stammt die Liedfolge „Lobt Gott, ihr Christen“, „Nun lasst uns gehen und treten“ und „Danksaget dem Vater“. Damit führte der kleine Chor von Weihnachten über Neujahr zu Epiphanias.

In englischer Sprache folgten drei Weihnachtslieder, arrangiert von Malcolm Goldring. „Weißt du, wie viel Sternlein stehen“, dieses anmutige Lied von Helmut Barbe, beschloss das Programm des Vokalensembles. Zwischen den Gesangsvorträgen erklangen jeweils Orgelwerke von Camille Saint-Saens und Max Reger.

Langanhaltender Beifall, zu dem sich die Zuhörer erhoben, zeigte die Wertschätzung für alle Beteiligten. Als Zugabe und Dank ihrerseits an das Publikum sang das Ensemble noch das Lied „Der Mond ist aufgegangen“ zum Abschluss dieses geistlichen Konzerts zum Neuen Jahr.

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