Forschungsprojekt läuft bis Mai 2018

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Freuen sich über den Förderbescheid (v.l.): Alexander Honis (Projektentwickler Erdgas Südwest GmbH), Ehoch4-Geschäftsführer Jür
Freuen sich über den Förderbescheid (v.l.): Alexander Honis (Projektentwickler Erdgas Südwest GmbH), Ehoch4-Geschäftsführer Jürgen Gaugel, Andre Baumann (Staatssekretär im Umweltministerium Baden-Württemberg), Dr. Kristian Peter (Vorstand und Ge (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Die Nachricht, dass die vom International Solar Energy Reserach Center Konstanz (ISC Konstanz) geplanten Forschungen zur Energiewende auf dem Ehoch4-Gelände in Hohentengen mit 360000 Euro vom Umweltministerium Baden-Württemberg gefördert werden, ist bei den Beteiligten mit Freude aufgenommen worden.

In einer Pressemitteilung des ISC Konstanz heißt es: „Nachdem auf dem Areal der ehemaligen Oberschwabenkaserne bereits eine Zehn-Megawatt-Photovoltaikanlage in Betrieb gegangen ist, erfolgt jetzt der konsequente nächste Schritt: Das Management der Lastverteilung der Energie innerhalb der Liegenschaft und die Wechselwirkung mit dem öffentlichen Stromnetz.“ Die Energiewende erfordere zuverlässige Lösungen, wie bei einem weiteren Ausbau der zeitweise zeitlich stark fluktuierenden erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne, die erzeugte elektrische Energie verbraucht, gespeichert, in Wärme oder Kälte gewandelt und aber auch mittels Erdgas betriebener Kraft-Wärmekopplungs-Verfahren ergänzt werden könne.

Um diesen Prozess der Energiewende zu erforschen und zu demonstrieren, habe das ISC Konstanz bei der Ausschreibung „Smart Grids und Speicher Baden-Württemberg“ des Umweltministeriums teilgenommen, heißt es weiter, und so den Zuschuss bewilligt bekommen. „Das Vorhaben startet sofort und endet nach zwei Jahren Laufzeit im Mai 2018“, erklärt Kristian Peter, Vorstandsvorsitzender, Geschäftsführer und Abteilungsleiter für den Bereich Energiesysteme des ISC Konstanz. Die Ehoch4 GmbH, deren Geschäftsführer Jürgen Gaugel ist, unterstütze das Vorhaben durch die Bereitstellung der Gebäude und die Verwertung der Energie in der Gebäudeversorgung auf dem Areal. „Ehoch4 pflegt den Kontakt zu den Nutzern, untersucht und berücksichtigt das Nutzerverhalten und gibt entsprechende Rückmeldungen an das ISC Konstanz“, schreibt Peter.

Erdgas Südwest unterstützt

Das Versorgungsunternehmen Erdgas Südwest, das für die Vermarktung des Stromes aus dem Solarpark verantwortlich ist, stelle die vorhandene Infrastruktur der Strom- Wärme und Gas-Versorgung für das Vorhaben zur Verfügung und bringe sich bei der Dimensionierung der KWK- und Wärmepumpenanlagen aufgrund der Erfahrung bereits durchgeführter Projekte ein. „Die Erdgas Südwest gibt Signale, ob dem öffentlichen Stromnetz bevorzugt Energie entzogen oder zurückgespeist werden soll. Je nach dem wird Elektrizität gespeichert oder dem Speicher entzogen oder werden im Winter bevorzugt KWK-Anlagen oder elektrische Wärmepumpen betrieben.“ Verschiedene Energiewandlungsverfahren aus Solar-, Akku-, Kraft-Wärme-Kopplung- und Wärmepumpentechnik sollen hierbei miteinander kombiniert werden. Neben maximalem Eigenverbrauch soll dem Netzbetreiber hiermit sowohl positive als auch negative Regelenergie zur Verfügung gestellt werden können. In Abhängigkeit von Strombedarf und Netzauslastung soll das System bei Wärmebedarf selbständig entscheiden, ob die Strom erzeugende KWK-Technik oder die Strom absorbierende Wärmepumpentechnik zum Einsatz kommt. „Die Kombination dieser gegenläufigen thermodynamischer Maschinen und die Einbindung des Lastmanagements unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten stellen dabei eine besondere Herausforderung dar.“

Der Name des Vorhabens „Ehoch4-Quartier 4.0“ ist verwandt mit dem Begriff „Industrie 4.0“, der auf ein Projekt in der Hightech-Strategie der Bundesregierung zurückgeht. Man spricht von der vierten industriellen Revolution und meint damit die digitale Vernetzung von Produktionsmaschinen. Es ist die Anwendung der Internettechnologien zur Kommunikation zwischen Menschen, Maschinen und Produkten. Im Gegensatz dazu versteht man unter der „Industrie 3.0“ die computerunterstützten Herstellungsverfahren, unter „Industrie 2.0“ die Einführung der Fließbandproduktion, unter „Industrie 1.0“ die Einführung der Dampfmaschine.

Auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung wollte sich Ehoch4-Geschäftsführer nicht zu den bereitgestellten Fördermitteln oder dem Stand der Dinge auf dem Ehoch4-Gelände äußern.

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