„Federführend sind die Gögemer Vereine“

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Jürgen Gaugel freut sich aufs Oktoberfest in der alten Fliegerhalle.
Jürgen Gaugel freut sich aufs Oktoberfest in der alten Fliegerhalle. (Foto: Ina Schultz)
Ina Schultz

Das Oktoberfest findet in diesem Jahr wieder auf dem Gelände der ehemaligen Oberschwabenkaserne statt. Ehoch4 möchte die Tradition dieses lokalen Ereignisses fortsetzen. Unsere Mitarbeiterin Ina Schultz hat sich mit dem Geschäftsführer der Ehoch4 GmbH, Jürgen Gaugel, vor Ort darüber unterhalten und den aktuellen Stand des Projekts diskutiert.

Herr Gaugel, waren Sie schon einmal auf dem Oktoberfest im Fliegerhorst? Was wissen Sie darüber?

Nein, ich habe nur davon gehört, und dass es immer sehr gut gewesen sein soll. Es waren wohl immer sehr viele Bürger aus Mengen und Hohentengen da. Es gab eine tolle Stimmung und großartige Atmosphäre hier in der ehemaligen Fliegerhalle. Ein Highlight, das große öffentliche Akzeptanz hatte.

Wann ist eigentlich der Gedanke gereift, dass das Oktoberfest wieder stattfinden soll?

In dem Moment, als klar war, dass wir die Kaserne kaufen. Leider konnte es letztes Jahr noch nicht stattfinden – wir waren einfach noch nicht so weit. Die Verkaufsverhandlungen sind nun mal immer sehr schwierig und langwierig.

Und was motiviert Sie jetzt, das Oktoberfest auf dem Gelände von Ehoch4 stattfinden zu lassen?

Auf der Bürgerinformationsveranstaltung im letzten Herbst haben wir gesagt, dass das Projekt Ehoch4 ein Projekt für die Göge ist. Das muss Akzeptanz finden. Wir möchten nicht von außen kommen und diejenigen sein, die eine riesige Raumschaft in Anspruch nehmen und diese als abgeschlossene Einheit betreiben. Wir wollen das gemeinsam mit den Bürgern machen. Deshalb bin ich auf den Bürgermeister Peter Rainer zugegangen. Und da die Vereinsarbeit hier in der Göge ganz hervorragend funktioniert, bekam ich rasch eine Zusage. So kam es zustande, dass wir das Oktoberfest dieses Jahr wieder aufblühen lassen. Ich denke, das ist ein Zeichen an die Bürgerschaft von uns.

Ist das dieses Oktoberfest einmalig auf dem Gelände von Ehoch4?

Nein, es soll immer jährlich in der ehemaligen Fliegerhalle stattfinden. Und sollte die Fliegerhalle irgendwann einmal nicht verwendbar sein, aus Gründen, die heute nicht klar sind, dann stellen wir ein Zelt auf.

Das Oktoberfest findet schon am 20.September statt. Wie kam der Termin zustande?

Als wir mit den Beteiligten zusammen saßen, stellten der Bürgermeister und die Vorstände der Vereine einfach ein zeitliches Problem fest. Und da wir sehr kurzfristig in das Thema eingestiegen sind, waren schon viele Wochenenden mit Terminen belegt. Übrig blieb das letzte Oktoberwochenende. Und dort ist für uns das Wetter ein bisschen zu kritisch. Zudem hat Richtung November und Allerheiligen niemand mehr Lust, aufs Oktoberfest zu gehen. Und so ziehen wir es lieber vor als zurück.

Die organisatorische Federführung haben also Sie übernommen?

Nein, federführend sind die Gögemer Vereine, nämlich der Musikverein Hohentengen, der Sportverein Hohentengen, der Fanfarenzug Enzkofen, der ACV-Motorsport Göge und natürlich Johann Sauter als alter Organisator der Göge. Sie planen und machen die Arbeit an diesem Abend. Wir stellen dabei die Fliegerhalle zur Verfügung, heizen diese, stellen WC-Anlagen und Absperrungen und machen die Werbung. Logischerweise bezahlen wir das alles. Mögliche Gewinne, die an dem Abend entstehen, werden wir zu 100 Prozent den helfenden Vereinen spenden.

Vorab soll am Nachmittag des 20. September eine weitere Bürgerveranstaltung auf ihrem Gelände stattfinden. Was ist ihr Ziel?

Wir wollen dabei die Bürger über den aktuellen Status informieren. Die Bürger können die Bauarbeiten, die bis dahin im Gange sind besichtigen und sehen was auf dieser Liegenschaft passiert. Immerhin war die ehemalige Oberschwabenkaserne eine Herzensangelegenheit und ist es weiterhin für die Bürgerschaft. Das machen wir bei Kaffee und Kuchen.

Zuletzt wurde das Grundstück durch Ehoch4 erworben. Wie geht es aktuell weiter?

Wir haben im Moment mit den Rückbaumaßnahmen begonnen. Wir bauen die Bunker, die ehemalige Tankstelle, die alte Abschmierrampe und versiegelte Flächen zurück. Der Plan liegt ja nochmal aus. Da müssen wir noch ein bisschen Geduld haben. Das ist halt so und ist auch kein Beinbruch. Die Planungen laufen derweil auf Volldampf weiter. Und sobald wir soweit sind, können wir den Hebel umlegen und mit diversen Infrastrukturmaßnahmen beginnen. Dann können wir unsere Energieanlagen bauen, die Gebäude umbauen und einer Nachnutzung zuführen. Kleinere Maßnahmen machen wir schon. Beispielsweise entfernen wir in den alten Unterkunftsgebäuden Tapeten, schleifen Türen und entfernen alte Bodenbeläge. Eben das, was wir ohne Genehmigung machen können machen wir.

Wie sieht ihr aktueller Zeitplan für das Projekt Ehoch4 aus?

Wir hoffen, dass wir Ende September einen Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan haben und somit im Oktober mit den Neubauarbeiten beginnen können. Einen großen Sprung erwarten wir in 2015. Der Ravensburger Lern- und Energiepark, die Energieanlagen, das Reallabor und die Unterkunftsgebäude für die Studenten sollen bis Ende 2015 fertig sein. Auch sollen dann sämtliche Rückbauarbeiten definitiv abgeschlossen sein.

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