Erdgas Südwest kooperiert mit Ehoch4

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Von oben ist das Ausmaß des Solarparks auf dem Ehoch4-Gelände erkennbar.
Von oben ist das Ausmaß des Solarparks auf dem Ehoch4-Gelände erkennbar. (Foto: Privat_)
Schwäbische Zeitung

Startschuss für eine ganze Welt der erneuerbaren Energien: Auf dem ehemaligen Kasernengelände in Hohentengen entsteht in den kommenden Jahren ein Lern- und Energiepark. Im ersten Schritt hat die Ehoch4 Solarpark GmbH jetzt eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage installiert, die eine Leistung von zehn Megawatt erzielt. Die durchschnittlich zu erwartende Energiemenge beträgt rund 11 Millionen Kilowattstunden. Erdgas Südwest übernimmt die Direktvermarktung des produzierten Stroms und wird zusätzlich ein Konzept mit entwickeln, um den Erlebnispark autark mit Energie zu versorgen. „Mit der Erdgas Südwest hat das Projekt Ehoch4 genau den richtigen Partner gefunden, der die gleichen Ziele im Bereich erneuerbare Energien verfolgt“, so Jürgen Gaugel, Geschäftsführer der Ehoch4 GmbH.

Der Gesetzgeber schreibt vor: Hat eine Anlage zur Stromerzeugung eine Kapazität von mehr als 500 Kilowatt, muss die produzierte Energie direkt an der Strombörse vermarktet werden. „Erdgas Südwest hat dafür das nötige Fachwissen“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Erdgas Südwest und Ehoch4. Im Rahmen des Vertriebskonzepts „Energie von hier zu dir“ vermarktet das Unternehmen im Endverbraucherbereich bereits den Strom dezentraler Energieerzeuger an Abnehmer in der Region. Neben mehreren Blockheizkraftwerken entsprechender Größe folgt mit der Kooperation mit Ehoch4 jetzt der erste Solarpark im Portfolio.

Energie direkt erzeugen

Diese Erzeugungsform stellt bei der Vermarktung die Herausforderung, dass die Energie nur volatil – das heißt schwankend – zur Verfügung steht. Anhand aktueller Wetterdaten wird die zu erwartende Strommenge genau prognostiziert und entsprechend an der Börse vermarktet. Um wirtschaftlich zu arbeiten, müssen die Prognose und die tatsächlich erzeugte Energiemenge möglichst nah beieinander liegen. „Regenerative Stromerzeugung und Energieverbrauch müssen wie die Zahnräder eines Uhrwerks ineinandergreifen, um das volle Potenzial zu nutzen“, erklärt Ralf Biehl, Geschäftsführer von Erdgas Südwest. „In der Region ist sehr viel Energie vorhanden. Diese wollen wir effektiv nutzen. Im Bereich Direktvertrieb werden wir daher auf diese verschiedenen Erzeugungsformen eingehen und weitere Biogas-, PV- und selektiv auch Windkraftanlagen akquirieren.“

Auf dem ehemaligen Kasernengelände entsteht allerdings noch weit mehr als nur ein Solarpark. Geplant sind ein Lern- und Energiepark, der das Thema erneuerbare Energien für die Besucher greifbar macht und den Kindern und Jugendlichen spielerisch vermitteln soll, eine Akademie mit Reallabor für erneuerbare Energien und nachhaltige Entwicklung, ein Bereich, in dem sich Gewerbekunden ansiedeln können, ein Hotel und die notwendige Infrastruktur für Aus-, Weiter- und Fortbildungsveranstaltungen für Industrie und Branchenverbände. All diese Einrichtungen benötigen Energie. Durch die intelligente Vernetzung der unterschiedlichen Erzeugungsarten und -anlagen soll diese zum großen Teil direkt erzeugt werden. Erdgas Südwest – mit dem biotark-Konzept einer der Vorreiter für die Bündelung erneuerbarer Energien – wird sich in die Planung der Energieversorgung mit einbringen. Biehl: „Der geplante Park verkörpert genau das, worauf es in der Energiewende ankommt. Sie verlangt das Zusammenspiel verschiedener Energiequellen. Das wollen wir erlebbar machen.“

Erdgas Südwest ist ein regionales Energieversorgungsunternehmen, das rund 130 Mitarbeiter beschäftigt. Unter anderem stehen Erdgas, Bioerdgas und Ökostrom in flexiblen Kombinations-möglichkeiten als Produkte zur Verfügung. Die Netze-Gesellschaft Südwest GmbH, die hundertprozentige Netztochter des Unternehmens, betreibt sicher und zuverlässig das rund 3200 Kilometer lange Leitungsnetz in 95 Kommunen in Nordbaden, Oberschwaben und auf der Schwäbischen Alb. Somit werden 69000 Netzkunden versorgt.

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