Einstige Kaserne bekommt einen Solar-Highway

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Gut besucht war die Informationsveranstaltung zu Ehoch 4 in der Göge-Halle. (Foto: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

Begehbares Windrad, Windkanal, „Solar-Highway“ – der geplante Lern- und Erlebnispark auf dem ehemaligen Kasernengelände möchte Kindern und Jugendlichen im Alter von zwe bis 15 Jahren auf spielerische Art und Weise mit dem Thema Erneuerbare Energien vertraut machen. In der gut gefüllten Göge-Halle erläuterte Carlo Horn die Pläne. Er ist Geschäftsführer der Ravensburger Freizeit und Promotion GmbH, einer Tochterfirma der Ravensburger AG. Bewohner der Göge, aber auch Bürgermeister und Gemeinderäte benachbarter Kommunen hörten aufmerksam zu.

Der Lern- und Erlebnispark ist ein Element des Gesamtprojekts. Die Pläne sind schon weit fortgeschritten. Das machte die Präsentation von Horn deutlich. Die Eröffnung ist für Ostern 2015 geplant, das Projekt hat ein Investitionsvolumen von 8,2 Millionen Euro. Laut Horn werden 30 neue Arbeitsplätze entstehen, darunter 22 saisonale Arbeitsplätze – die mit Schülern und Studenten aus der Region besetzt werden sollen. Der Erlebnispark wird eine Fläche von 5,4 Hektar einnehmen. „Stellt sich der Erfolg ein, braucht man Erweiterungsflächen“, sagte Horn. So werden 4,4 Hektar als Reserve bereitgehalten. Horn peilt für 2015 rund 75.000 Besucher an, 2017 sollen es rund 105 000 sein. Er machte deutlich, dass diese Zahlen auf einer sorgfältigen Planung beruhen: „Wir kennen die Vergleichszahlen vom Spieleland.“ Horn versuchte auch, gleich vorneweg mögliche Bedenken wegen des Verkehrs auszuräumen: In Spitzenzeiten sei mit etwa 200 bis 250 Autos pro Tag zu rechnen, die den Lern- und Erlebnispark anfahren.

Bürgermeister Peter Rainer und das Projektteam stellten das Gesamtprojekt vor, das nicht nur aus dem Lern- und Erlebnispark besteht. Das Konzept sei eine einzigartige Chance, ein europäisches Modellprojekt im Sinne der Energiewende zu verwirklichen, meinte Projektentwickler Volker Fouquet. Es könne zu einem Leuchtturm-Projekt werden, das weit über Baden-Württemberg hinaus Bedeutung haben könne.

Den Projektmachern ist es wichtig, die Bürgerschaft und die gesamte Raumschaft in die Planung einzubeziehen. So soll laut Jürgen Gaugel, einem weiteren Projektentwickler, ein Projektbeirat aus Vertretern der kommunalen Politik, der regionalen Wirtschaft und weiteren Bürgern gegründet werden. Die Ehoch4 GmbH werde ihren Sitz in Hohentengen haben. Die Geschäftsführung werde von der Investorengruppe gestellt. Wie berichtet, ist ein Investor aus dieser Gruppe ausgeschieden. Gaugel nahm dazu Stellung: Der ausgeschiedene Investor habe mit der gesamten Finanzierung nur wenig zu tun. „Die Finanzierung steht zu 100 Prozent“, versicherte er auf Nachfrage aus dem Publikum. Das Gesamtprojekt habe einen Umfang von derzeit etwa 60 Millionen Euro. Der Löwenanteil von 20 bis 25 Millionen Euro entfalle auf Projekte auf den geplanten Energieflächen.

Ein weiteres wichtiges Element ist „Peak - Das Klimahotel“. Es ist so geplant, dass der Verbrauch von Heizung, Kühlung, Trinkwassererwärmung und Licht vollständig durch die selbst generierte Energie gedeckt wird. „Es ist ein Seminar- und Kongresshotel mit einem guten Standard“, erläuterte Gaugel. Es solle aber bezahlbar bleiben. Das Hotel soll laut Gaugel rund 130 Plätze und drei Tagungsräume bieten und habe ein Investitionsvolumen von etwa sechs bis acht Millionen Euro.

Die geplante Akademie dient der Ausbildung von Fachkräften für den Energiesektor. Verkleinert hat sich gegenüber dem ursprünglichen Plan der Umfang der Gewerbeflächen. Dafür werden die bereits bestehenden Gewerbegebiete „Am Flugplatz“ nun stärker eingebunden, ebenso der Bereich Sägewerk Reichert.

Einige Zuhörer meldeten sich nach den Vorträgen zu Wort und zeigten sich von dem Gesamtprojekt beeindruckt. „Es ist eine Riesenchance, die die Gemeinde Hohentengen hat“, sagte etwa Alt-Bürgermeister Franz Ott. „Es trifft den Zeitgeist“, meinte Landtagsabgeordneter Klaus Burger. Weiter im Dunkeln blieb, wer die Mitglieder der Investorengruppe sind.

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