Der Bürgerball in Hohentengen führt das Publikum durch die Jahrzehnte

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 In die 90er-jahre führt der Auftritt der „Häxen“ ihr Publikum in der Göge-Halle.
In die 90er-jahre führt der Auftritt der „Häxen“ ihr Publikum in der Göge-Halle. (Foto: Cäcilia Krönert)

„Heijaso – man leabt ja no“, hieß es am Freitagabend am Bürger- und Narrenball in der Göge-Halle in Hohentengen. Die „Häxen“, „Zwätschgen“ und Färber des Narrenvereins Hohentengen-Beizkofen ließen unter dem Motto „Das Beste aus den 1970ern, 1980ern und 1990ern“ gehörig die Puppen tanzen. In der Gemeinschaft der Kleingemeinden rund um Hohentengen sprang der Funke der brodelnden Lebenslust auf alle Menschen über. „Bei uns macht jeder mit und die Kleinsten wachsen direkt mit dem Narrenverein auf“, sagte Landtagsabgeordneter Klaus Burger.

Der Hohentengener war selbst viele Jahre Zunftmeister des vor etwa 25 Jahren gegründeten Narrenvereins. Der Narrenruf „Heijaso – ma leabt ja no“ passte so gar nicht zum überaus lustigen Fasnettreiben. „Da steppt der Bär vom Feinsten auf den Tischen“, würde schon eher als Narrenruf passen.

Lautstark marschierte der Fanfarenzug „Enzkofen“ auf die Bühne, trommelte und blies mit wehenden Fahnen zum Startschuss des bunten Abends. „Bühne frei für das Narrenlied, auf dass alle einen schönen Abend erleben können“, mit den Worten begrüßte Marlene Wetzel, Vorsitzende der Narren, die vielen, schick in schillernde Kostüme gehüllten Narren.

Zu Musik der 70er-Jahre wie „Eye of the Tiger“, „99 Luftballons“ von Nena oder „You’re the one that I want“ von John Travolta und Olivia Newton-John aus dem Musical Grease verzückten die jungen elf Mädels und ein Junge das Publikum. Herzig tanzten die kleinen Narren und sorgten direkt zu Anfang für eine herzliche und wohlig warme Stimmung in der Göge Halle.

„Palimpalim“ hieß es bei Leon Michelberger und Florian Blaser, die den lustigen Sketch „Ich hätte gerne eine Flasche Pommes“ von Dieter Hallervorden darboten. Janine Renner, Moderatorin des Abends, kündigte den folgenden Akt an: „Die Hippie-Mädels, alle über 40, singen aus ihrer Jugend und was zu dieser Zeit alles besser war.“ Das „grüne Tastentelefon mit Kabel sorgte damals für die Dates“ und als „besonderes Schönheitsmerkmal“ galt da noch „das Tattoo über dem Steißbein“ und das rasante Auto hieß damals „Opel Manta“, sangen die Damen. An der Gitarre begleitete Gerhard Hochleiter die Sängerinnen.

Der darauffolgende Programmpunkt zog das Publikum in die Welt der Schlümpfe. Mit blau geschminkten Gesichterchen, blauen Shirts, weißen Leggins und einem weißen Schlumpfhut tanzten sich die Kleinen unter der Leitung von Simone Engler und Melanie Burth direkt in die Herzen der Hohentengener Zuschauer. Als hüpfendes Häschen hoppelte Edi alias Edwin Braun mit der jeweiligen Jahreszahl über die Bühne, bevor die feschen „Zwätschgen“ die passende Mode aus der Zeit präsentierten. Kurzweilig und ohne Pausen wurden die Zuschauer aufs Beste unterhalten.

Schultes durch den Kakao gezogen

Mit Geschwätz aus der Bütt oder besser aus dem „Nähkäschtle“ ging es anschließend weiter. Als „Beizkofer Nörgler“ setzte Kuki Akzente. Hier und da wurde einer durch den Kakao der fünften Jahreszeit gezogen.

Ob es sich da um eine gebrochene Wasserleitung, um den Datenschutz oder einen gemütlichen Spaziergang durch das Wäldchen der Josefslust handelte, alles erzeugte schallendes Gelächter. Nach Auslastung der Lachmuskeln, dehnte das Sterntaler Duo die Muskeln mit einer Schunkelrunde. Über drei Stunden verstanden es die Narren für gute Laune zu sorgen. Adrett und sportlich legten die Mädels des Tanzballetts Freizeitsport eine kesse Sohle aufs Parkett. Eine Augenweide waren die jungen Mädchen in ihren bunten, wallenden Petticoat Röcken. „Mir tut der Schnaps nicht gut“ sangen die Zuckerschnuten als eingeforderte Zu-gabe gemeinsam mit allen Besuchern. Zu Schnulzenmusik mit Kultstatus sangen die vier Damen über „Wurschtsalat“.

Mit einem ergreifenden Hexentanz zum Lied „Eisblumen“ fesselten die „Häxen“ die Blicke der Zuschauer. Eine tolle Show mit vielen Lichteffekten, Akrobatik und Hexenpyramiden bot die Narrenabteilung ihren Gästen. So ging es dann auch gleich weiter mit dem Hexenballett. Im Stil der 90er-Jahre verwöhnten die jungen Damen und Herren die Augen und Ohren eines jeden Gastes des Fasnetprogramms. Im Outfit von Britney Spears räkelten sich die Mädels zu „ Baby one more time“.

Wie in einer großen Familie, umsichtig, aufmerksam, voller Empathie und mit einer übergroßen Menge Spaß feierten die rund 350 Bürger auch nach dem Finale. Das Sterntaler Duo Adolf Hamberger und Franz Kuchelmeister heizte mit Gassenhauern so richtig ein und lud die lustige Narrenschar zum Tänzchen ein.

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