Bauer Xaver nervt mit seinem Biowahn

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 Angespannt und dennoch voller Vorfreude auf die drei Aufführungen in Friedberg präsentieren sich die Laienschauspieler der Thea
Angespannt und dennoch voller Vorfreude auf die drei Aufführungen in Friedberg präsentieren sich die Laienschauspieler der Theaterfreunde Günzkofen. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Nachdem sie im vergangenen Jahr den alljährlichen Spielmodus nicht einhalten konnten, stehen in diesem Jahr die Theaterfreunde Günzkofen zur Premiere am Ostermontag wieder auf ihrer geliebten Bühne. „In diesem Jahr werden alle unsere Aufführungen im Dorfgemeinschaftshaus in Friedberg gespielt“, kündigt der Vorsitzende Klaus Kaiser an. Mit dem Lustspiel in drei Akten „Kommt ein Amboss geflogen“, das aus der Feder des Pfullendorfer Theaterautors Erich Koch stammt, bieten die Theaterfreunde drei unterhaltsame Abende.

„Immer mal wieder spielen wir Stücke von Koch“, sagt Klaus Kaiser. „Bei ihm ist die humoristische Unterhaltung garantiert. Ganz getreu dem Leitspruch des deutschen Schriftstellers Carl Ludwig Börne: Der Humor ist keine Gabe des Geistes, sondern die des Herzens.“

Und so studieren die Theaterfreunde seit Wochen das Lustspiel ein. Mit viel Herzblut und Engagement von Regisseur und Komödianten gleichermaßen wird auf der Zielgeraden noch am Feinschliff von Gestik und Mimik gearbeitet. Dann sollten zur Premiere am Ostermontag die Details sitzen und das Publikum gespannt auf die Finessen und Inhalt des Dreiakters sein. Neben den erfahrenen Laienschauspielern gibt Stefan Schmid nach Jahren der komödiantischen Abstinenz sein Comeback. Als Newcomerin spielt Sina Kretzer die Tochter Nina und gibt somit ihr Bühnendebüt. Auf die Frage, ob sie besondere Nervosität vor ihrem ersten großen Bühnenauftritt verspüre, sagte sie, dass eine gewisse Anspannung vor einem Auftritt einfach dazugehöre, was von den erfahrenen Mitspielern bestätigt wurde.

Knecht Felix hat immer Hunger

Inhaltlich spielt das Stück auf einem Hof im Oberschwäbischen. Dort terrorisiert Biobauer Xaver (Klaus Kaiser) seine Familien mit seinem unerlässlichen Biowahn. Darunter leiden besonders seine Frau Emma (Sandra Stotz), Oma Rosa (Ulrike Mitschka), der immer hungrige Knecht Felix (Stefan Schmid) sowie Tochter Nina (Sina Kretzer), die mit Felix heimlich ein Verhältnis hat. Oma Rosa reicht es. Sie kennt einige Sünden aus Xavers Vergangenheit. Sie holt seinen unehelichen Sohn Dirk (Rudi Passinger) auf den Hof und engagiert Mandoline (Kornelia Kleiner), deren Mutter Xaver mal die Heirat versprochen hatte. Außerdem lässt sie Albert (Günter Bähr), den Vater von Felix, als Seher auftreten. Er sieht bald, wie sich die Schlinge um Xavers Hals immer enger zuzieht. Dirk will Nina heiraten und Xaver verfällt Mandoline. Für alle Männer auf dem Hof wird die Luft immer dünner, über jedem von ihnen schwebt der Amboss, der ihnen auf den Kopf zu fallen droht. So resümiert Oma Rosa dann auch treffend „Reize keine Frau bis aufs Blut, es könnte dein Untergang sein.“ Wie das aussehen könnte und ob Xaver heil aus dieser Geschichte herauskommt, wird sich zeigen.

Damit die drei Aufführungen auch gelingen, gehören neben den Schauspielern viele wichtige Leute im Hintergrund dazu. Für die Maske sind Claudia Matzpreiksch und Oliver Stumpp verantwortlich. Für den Bühnenbau stehen Kuno Kessel, Bernhard Kleiner, Dietmar Kretzer, Wolfgang Stöckler, Christian Teufel, Josef Straubinger sowie Rolf Weiss in der Verantwortung und für den frischen Anstrich sorgt Matthias Fürst. Damit die Schauspieler richtig im Ton und ideal im Licht erscheinen, dafür arbeiten Joachim und Kai Bareth sowie Daniel Remensperger in der Technik. Sollte der Text einmal abhanden gekommen sein so helfen die beiden Souffleusen Hildegard Rodriguez und Simone Kaiser unaufgeregt weiter.

Geplant sind drei Aufführungen im Dorfgemeinschaftshaus in Friedberg. Die Premiere steigt am Ostermontag, 22. April, um 19 Uhr. Danach finden am Freitag, 26. April, und Samstag, 27. April, jeweils um 20 Uhr Vorstellungen statt. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Bäckerei Zink in Hohentengen sowie bei Hildegard Rodriguez unter Telefon 07572/14 10 (19 bis 20 Uhr) oder Walter Öhler aus Friedberg unter Telefon 07581/65 78. Das Team des Fördervereins Dorfgemeinschaftshaus Friedberg bewirtet die Besucher.

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