Anatomie-Interesse schlägt sich in Kunst nieder

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Remi Evrard zeigt seine Bilder in der Museumsscheune.
Remi Evrard zeigt seine Bilder in der Museumsscheune. (Foto: Monika Fischer)
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Seit dem Erwerb ihres Domizils im Hohentengener Kirchweg 27 verwirklichen Beate und Norbert Schreiber Zug um Zug ihren Traum von einem Museum für allerhand Gerätschaften aus längst vergangenen Zeiten. Jetzt haben sie ihre Schätze in der ehemaligen Scheune so zurecht gerückt, dass sie einen Rahmen für Kunstausstellungen bieten. Der erste Künstler, der hier eine Auswahl seiner Werke präsentierte, ist Remi Evrard, ein Maler mit französischen Wurzeln.

Der Hobbymaler und Autodidakt stammt aus Carignan, einem Ort in den französischen Ardennen. 1975 kam der gelernte technische Zeichner der Liebe wegen nach Bad Saulgau-Lampertsweiler, fand in seinem angestammten Beruf jedoch keine Stelle. Daher orientierte er sich neu und entschied sich für eine Ausbildung zum Physiotherapeuten, ein Berufsbild, das ihn bis heute fasziniert.

Sein Interesse an Anatomie, dem Körperbau des Menschen, schlägt sich unverkennbar in seinen Bildern nieder. Mit raschem Strich entwirft er Gestalten, häufig weiblicher Natur, deren Bewegungen Rückschlüsse auf auf besondere körperliche Gegebenheiten erlauben. Etwa auf O-Beine, Plattfüße oder eine Skoliose, die S-förmige Biegung der Wirbelsäule. Obwohl er die abstrakte Malerei entschieden ablehnt, zeigen seine in Öl oder Acryl gemalten Bilder eine Tendenz zur Abstraktion, was ihnen eine gewisse Spannung verleiht.

Dass er nie Malkurse besucht hat – sie fanden immer zeitgleich mit dem geliebten Fußballtrainig statt - mag man angesichts seiner künstlerischen Herangehensweise kaum glauben. Thematisch orientiert er sich häufig an der Gegenwart und kommentiert politische und gesellschaftliche Strömungen mit Pinsel und Farbe. So etwa die #Me Too-Bewegung.

Mit der Entscheidung, Remi Evrard ein Ausstellungsforum zu bieten, haben Beate und Norbert Schreiber eine kluge Entscheidung getroffen. Fügten sich die Bilder doch hervorragend in das Ambiente ein, das ihnen im Gegenzug die Aufmerksamkeit der Besucher sicherte. Aufgrund der positiven Erfahrung empfiehlt sich die Museumsscheune als Ort für weitere Kunstpräsentationen.

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