300 Mitglieder und 70 Ehrenamtliche engagieren sich

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Seit 25 Jahren ist Gudrun Grünbacher sozial engagiert. Erst im Vorgängerverein des Fördervereins und dann in der Sozialstiftung.
Seit 25 Jahren ist Gudrun Grünbacher sozial engagiert. Erst im Vorgängerverein des Fördervereins und dann in der Sozialstiftung. Klaus Stuböck (rechts) wird vom Vorsitzenden Franz Ott in der Hauptversammlung zum Ehrenmitglied ernannt. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Seit zehn Jahren gibt es den Förderverein und die christliche Sozialstiftung in Hohentengen. 85 Teilnehmer sind zur Hauptversammlung gekommen, bei der laut dem Vorsitzenden Franz Ott deutlich geworden ist, dass sich die Stiftung auf dem richtigen Weg befindet, der konsequent weiterverfolgt werden soll. Er dankte vor allem den rund 300 Mitgliedern, den mehr als 70 ehrenamtlichen Helfern und den vielen Spendern für das, was mit ihrer Hilfe für die Menschen in der Göge aufgebaut werden konnte.

Franz Ott gab in der Versammlung einen Überblick über die Angebote der Sozialstiftung.

Besuchsdienst: 15 Frauen sind regelmäßig im Pflegeheim zu Besuch, um den dort wohnenden Menschen zu zeigen, dass sie die Dorfgemeinschaft nicht vergessen hat.

Fahrten zur Tagespflege: Der Fahrdienst bringt mit dem Göge-Mobil jeden Montag ab 7.30 Uhr mehrere Personen zur Tagespflege in die beiden Pflegeheime in Mengen und holt sie um 17 Uhr wieder ab. Irmgard Michelberger und ihre Vertreterin versehen als Begleiterinnen, zusammen mit den Stammfahrern einen zuverlässigen, wichtigen Dienst.

Mittwochbetreuungsgruppe: Jeden Mittwochnachmittag werden mit dem Göge-Mobil an Demenz erkrankte Menschen von zu Hause abgeholt und zum Gemeinschaftsraum der Wohnanlage gebracht. Dort werden sie von Helferinnen der Nachbarschaftshilfe betreut: Basteln, Spielen, Malen, Gesang, Erzählen, Gedächtnisübungen und Gymnastik.

Fahrt zur Mittwochsmesse: „Unsere Fahrer und Begleiter freuen sich jeden Mittwoch darauf, die steigende Zahl an Teilnehmern zur Kirche zu fahren“, sagt Franz Ott. „Wir fahren schon öfters zweimal um dieses wöchentliche Gemeinschaftserlebnis zu ermöglichen.“ Unterstützung gibt es vom Seniorenkreis und den Frauen vom Sozialpunkt, die im Anschluss in der Wohnanlage Kaffee und Zopfbrot servieren.

Sozialfonds: Geholfen wird Familien mit Kindern, die in finanzielle persönliche Schwierigkeiten geraten sind. „Wir geben keine ungezielten Almosen sondern vermitteln auch zu den verschiedensten Beratungsstellen und erwarten nach gegebenen finanziellen Soforthilfen das eigene Zutun der Betroffenen zur Verbesserung der Lage und machen davon weitere finanzielle Unterstützung abhängig“, so Ott.

Einkaufs- und Erledigungsfahrt: Das jüngste Angebot zielt darauf, Menschen, die verkehrstechnisch nicht mehr sehr mobil sind, Einkäufe, Erledigungen oder Besuche innerhalb der Göge zu ermöglichen. Das Angebot wird angenommen, auch wenn es teilweise noch Hemmschwellen gibt. „Es ist außergewöhnlich positiv, dass wir sofort Fahrer gefunden haben“, sagt Ott.

Sozialpunkt Göge: Die beiden Mitarbeiterinnen des Sozialpunkts sind von Montag bis Freitag von 10 bis 11 Uhr verlässlich im Sozialpunkt-Büro oder telefonisch erreichbar. Sie organisieren die Dienste und beraten.

Flüchtlinge: Die Flüchtlinge, die in Hohentengen leben, werden von einem Helferkreis um das Ehepaar Schreiber betreut. Drei von ihnen arbeiten in örtlichen Firmen, drei befinden sich in einer Ausbildung, bei der sie nach Kräften unterstützt werden. „Dass die Integration trotz sprachlicher Hemmnisse und kultureller Unterschiede funktioniert, ist auch auf die Anstrengungen und Bemühungen der Flüchtlinge zurückzuführen“, sagt Ott. Weitere Flüchtlinge würden bald in die Gemeinde kommen, für die Ott hofft, dass sie dieselben Chancen wie die bereits seit drei Jahren in der Göge lebenden erhalten.

Neben dem freiwilligen, regelmäßigen personellen Einsatz der über 70 Ehrenamtlichen ist es entscheidend, dass die für die Betroffenen kostenlosen Tätigkeiten auch finanziert werden können. „Mit den Mitgliedsbeiträgen, den Zinsen aus unserer örtlichen Stiftung und Spenden aus der Bürgerschaft finanzieren wir jährlich rund 20 000 Euro, die wir allein für die laufenden Ausgaben unserer Dienste benötigen“, so Ott. „Dies hilft uns, auch künftige Aufgaben, wie zum Beispiel im kommenden Jahr den Aufbau eines häuslichen Besuchsdienstes, konsequent anzugehen.“

Bei der Versammlung des Fördervereins bedankte sich Ott bei Gudrun Grünbacher, die seit mehr als 25 Jahren, nämlich bereits im Vorgängerverein, engagiert tätig war und nun aus dem Vorstand ausschied. Bereits vor über 15 Jahren gründete und organisierte Grünbacher den Besuchsdienst für die Menschen im Pflegeheim, in dem sie auch weiterhin tätig bleibt.

Als einer der Väter der Sozialstiftung und des Fördervereins wurde Dr. Klaus Stuböck zum Ehrenmitglied ernannt. Ebenfalls seit über 25 Jahren war er viele Jahre Vorsitzender des ehemaligen Fördervereins und Kuratoriumsvorsitzender der christlichen Sozialstiftung. Er hatte sich seinerzeit stark für den Erhalt des Pflegeheims St. Maria eingesetzt.

Für eine angenehme Überraschung sorgte die Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins, Gloria Bruggesser, durch die Überreichung von fünf Tankgutscheinen im Wert von je 50 Euro für das Göge-Mobil. Ab Januar wird die Caritas Biberach-Bad Saulgau regelmäßig alle sechs Wochen im Sozialpunkt in persönlichen Gesprächen Hinweise zur Erstellung von Vorsorgevollmachten/Patientenverfügungen geben und dabei auch Aspekte dazu aus christlicher Sicht erläutern. Die Termine werden noch bekanntgegeben.

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