Wilfried Liener stellt sich nach 40 Jahren im Rat nicht mehr zur Wahl

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Bürgermeisterin Dagmar Kuster bedankt sich bei den langjährigen Gemeinderäten Wilhelm Gerbracht, Wilfried Liener, Henriette Stei
Bürgermeisterin Dagmar Kuster bedankt sich bei den langjährigen Gemeinderäten Wilhelm Gerbracht, Wilfried Liener, Henriette Steinle, Hans-Walter Wolf, Sabine Rösch und Rainer Kley (von links). (Foto: Vera Romeu)
Vera Romeu

Hettingens Bürgermeisterin Dagmar Kuster hat in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend langjährige Mitglieder des Gremiums geehrt. Zwar werde am Sonntag ein neuer Rat gewählt, sagte Kuster. Doch bis sich dieser konstituiere, träfen die amtierenden Mitglieder die notwendigen Beschlüsse.

Das Ehrenamt als Gemeinderat sei nicht einfach und dennoch wesentlicher Bestandteil der Demokratie, sagte Kuster. Es sei schwer, sich einer Wahl zu stellen, weil man enttäuscht sei, wenn man nicht gewählt werde. Nicht gewählt worden zu sein, dürfe man nicht persönlich nehmen. Es sei schon eine Leistung an sich, kandidiert zu haben.

Anschließend ehrte Dagmar Kuster Frauen und Männer, die dem Gemeinderat seit 10, 20, 30 oder 40 Jahren angehören. „Sie haben in dieser Zeit das Vertrauen der Wähler gehabt, sonst wären Sie nicht wiedergewählt worden“, sagte sie. Jedes Gemeinderatsmitglied nehme sein Amt ernst, bringe Zeit und Ideen ein und entscheide zum Wohle der Stadt. Zum Teil seien Debatten emotional geführt worden, doch habe man durch Sachlichkeit und Kompromissbereitschaft Lösungen gefunden. Für die sieben langjährige Räte gab es eine Urkunde und Anstecknadel vom Gemeindetag, eine Urkunde von der Stadt und eine große Schokoladenmünze mit dem Wappen.

Seit vier Jahrzehnten sitzt Wilfried Liener im Hettinger Gemeinderat, jetzt stellt er sich nicht erneut zur Wahl. 40 Jahre seien eine unglaublich lange Zeit, in der Liener achtmal gewählt worden sei, sagte Dagmar Kuster. „Sie waren das Gedächtnis im Gemeinderat und konnten sich an alle Entwicklungen erinnern.“ Jahrelang war Liener ehrenamtlicher Bürgermeisterstellvertreter. Nach dem Tod von Bürgermeister Uwe Bühler unterstützte er die Stadtverwaltung, um die Zeit der Vakanz zu überbrücken. Er war ordentliches Mitglied im Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Lauchert und stellvertretendes Mitglied im Bauausschuss.

30 Jahre lang gehört Johann-Walter Wolf dem Gemeinderat an. Er ist ordentliches Mitglied im Bauausschuss, im Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Lauchert und im Ausschuss Interkommunales Gewerbegebiet Berg Inneringen. Am Sonntag tritt er erneut zur Wahl an.

Auf 20 Jahre im Gemeinderat blickt Sabine Rösch zurück. Sie ist Mitglied im Ausschuss Interkommunales Gewerbegebiet Berg Inneringen, stellvertretendes Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Laucherttal, im Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Lauchert und im Abwasserzweckverband Donau-Riedlingen. Kuster dankte Rösch für die Betreuung der Öffentlichkeitsarbeit im Stadtgebiet, damit die Vereinsaktivitäten publik werden. Auch Sabine Rösch kandidiert erneut.

Auch Henriette Steinle gehört seit 20 Jahren dem Gemeinderat an. Sie ist Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband und im Zweckverband Wasserversorgung Mittlere Lauchert. „Sie sind das Bindeglied zwischen Kommune und Kirche“, sagte Dagmar Kuster und dankte Steinle, die nicht mehr für den Gemeinderat kandidiert, für ihr Engagement.

Einsatz für die Albhalle

Seit zehn Jahren sitzt Gerhard Sprißler, ehrenamtlicher Stellvertreter der Bürgermeisterin, im Gemeinderat. Diese lobte die aktive Betreuung des Bürgerbeteiligungsprojekts zur Sanierung der Albhalle. Auch Sprißler kandidiert erneut.

Anders ist es bei Wilhelm Gerbracht, der nach zehn Jahren im Gemeinderat aufhört. Kuster dankte ihm für die jahrelange Betreuung der Schulkinder bei den Hausaufgaben, für die Betreuung des Gewandhauses und für das große Engagement in der Nachbarschaftshilfe.

Auch Rainer Kley, der dem Gemeinderat ebenfalls seit zehn Jahren angehört, stellt sich am Sonntag erneut zur Wahl. Dagmar Kuster lobte ihn für seine Tätigkeit im Jugendkuratorium und für die Betreuung der Jugendlichen im Jugendclub Station.

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