Stürmische Zeiten vor allem beim Thema Windkraft

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 Gammertingens Bürgermeister Holger Jerg (rechts) verabschiedet Elmar Molnar, Wilhelm Gebracht und Henriette Steinle (von links)
Gammertingens Bürgermeister Holger Jerg (rechts) verabschiedet Elmar Molnar, Wilhelm Gebracht und Henriette Steinle (von links) aus dem Gemeindeverwaltungsverband Laucherttal. (Foto: Susanne Grimm)
Susanne Grimm

Bei der konstituierenden Sitzung des Gemeindeverwaltungsverbands Laucherttal am Mittwochabend in Hettingen ist Gammertingens Bürgermeister Holger Jerg erneut zum Vorsitzenden des Gremiums gewählt worden. Sein Stellvertreter bleibt Veringenstadts Bürgermeister Armin Christ. Bei Jergs Rückblick auf die vergangenen fünf Jahre stand der „Kampf gegen die Verspargelung der Landschaft“ im Vordergrund, wie er mit Blick auf den Ausbau der Stromerzeugung durch Windräder sagte.

Aus Sicht des Verbandsvorsitzenden hat das Gremium die Aufgaben der jüngeren Vergangenheit gut gemeistert – trotz der kontroversen Diskussionen beim Thema Windkraft. Das Gleiche gelte für die Fortschreibung des gemeinsamen Flächennutzungsplans vor dem Hintergrund des Einwohnerschwunds aller vier beteiligten Kommunen. „Auch dafür haben wir viel Prügel bekommen. Aber die hätten wir auch bekommen, wenn wir nichts getan hätten“, sagte Holger Jerg trocken. „Auf jeden Fall haben wir fünf stürmische Jahre hinter uns“, merkte ein Mitglied des Gremiums in Anspielung auf die abgewendeten Windräder an. „Wir haben einige alternative Standortvorschläge unterbreitet“, sagte Jerg. „Aber wenn es bei denen jetzt auch Gründe gibt, die dagegen sprechen, haben wir das nicht mehr zu verantworten.“

Neue Mitglieder im Gremium

Anlässlich der konstituierenden Sitzung verabschiedete Holger Jerg bisherige Mitglieder des Verwaltungsverbands, die nicht mehr kandidiert hatten und begrüßte ihre Nachfolger: Karl-Heinz Hebeisen, Josef Sauter, Ewald Thiel, Franz Hanner, Carmen Steinhart, René Bogenschütz und Hans Hübner aus Gammertingen, Werner Steinhart und Gerhard Sprißler aus Hettingen, Marc Dietmann und Werner Schmitz aus Neufra sowie Monika Schultz und Nadine Natterer aus Veringenstadt.

Mit einem Geschenkkorb verabschiedete der Vorsitzende Janine Scozzarella, Peter Henkel, Micheal Holdenried, Wilhelm Gerbracht, Elmar Molnar, Iris Vojta, Rupert Steinhart und Henriette Steinle. Jerg bedauerte den Weggang der erfahrenen Mitstreiter, zeigte aber Verständnis, dass nach jahrelanger ehrenamtlicher Arbeit im Verband irgendwann mal das Bedürfnis nach anderer Prioritätensetzung besteht. Der Gammertinger Bürgermeister zeigte sich zuversichtlich, dass mit den neuen Mitgliedern auch neue Impulse gesetzt werden. Die Herausforderungen für die Region würden nicht weniger werden, sagte er.

Die 1974 gegründete Verbandsverwaltung besteht aus 18 gewählten Vertretern der beteiligten Städte und Gemeinden: Gammertingen, Hettingen, Neufra und Veringenstadt. Finanziert werden die Aufgaben des Verbands weitgehend über die laufenden Umlagen der Mitgliedsgemeinden sowie die Einnahmen Dritter, beispielsweise im Tourismus und über die Akademie Laucherttal.

Den satzungsgemäßen Aufgaben entsprechend berät der Verband seine Mitglieder zum Beispiel in der Wahrnehmung ihrer Aufgaben und übernimmt Arbeiten wie Bauleitungen, Bauordnungs- und Städtebauförderungsmaßnahmen sowie Planung, Bauleitung und Aufsicht bei Hochbau- und Tiefbaumaßnahmen. Auch der Unterhalt und der Ausbau von Gewässern zweiter Ordnung fallen darunter. Hinzu kommen Abgaben-, Kassen- und Rechnungsgeschäfte. So kann der Verband den Mitgliedsgemeinden zum Beispiel einen Fachbeamten zur Verfügung stellen.

Träger der Akadamie Laucherttal

Der Verband übernimmt an Stelle der Mitgliedsgemeinden auch die vorbereitende Bauleitplanung und die Wahrnehmung der touristischen Aufgaben der in der Ferienregion „Im Tal der Lauchert“ zusammengeschlossenen Gemeinden – für Gemeinden sowohl innerhalb als auch außerhalb des Verbands. Dieser betreibt mit der Akademie Laucherttal auch eine interkommunale Bildungseinrichtung.

Ein weiteres Ziel des Gemeindeverwaltungsverbands Laucherttal ist es, den Tourismus zu fördern, mittlerweile auch für die benachbarten Gemeinden Sigmaringen/Jungnau und die drei Burladinger Teilorte Stetten, Hörschwag und Melchingen.

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