Rat bringt Seniorenheim auf den Weg

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 Hier soll das Seniorenheim „Im Winkel“ entstehen. Die Stadt habe das Areal bereits erworben. Das Ackerbürgerhaus steht unter De
Hier soll das Seniorenheim „Im Winkel“ entstehen. Die Stadt habe das Areal bereits erworben. Das Ackerbürgerhaus steht unter Denkmalschutz. (Foto: Sebastian Korinth/Archiv)
Vera Romeu

Der Gemeinderat hat in der letzten Sitzung dieser Wahlperiode den Bebauungsplan für das Seniorenheim „Im Winkel“ auf den Weg gebracht. Die Einwände der Behörden wurden abgewogen und in den Plan eingearbeitet, anschließend die Satzung beschlossen. Nach der Veröffentlichung wird sie rechtskräftig sein. Anschließend werde der Investor den Bauantrag ausarbeiten und einreichen, kündigte Bürgermeisterin Dagmar Kuster an.

Die Firma Benevit beabsichtigt eine Seniorenwohnanlage mit Wohngruppen für ältere und pflegebedürftige Menschen „Im Winkel“ zu bauen. Um dem Investor das Projekt zu ermöglichen, hat die Gemeinde den Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans dem Planungsbüro Lars Consult aus Memmingen in Auftrag gegeben. Der Entwurf wurde im März dem Gemeinderat vorgestellt. Dieser Entwurf wurde ausgelegt, damit Bürger und Behörden ihre Bedenken und Anregungen mitteilen können.

Das Landesdenkmalamt habe die erwarteten Einwendungen vorgebracht: „Im Winkel“ stehe ein geschütztes Gebäude. Es handle sich um ein Ackerbürgerhaus, dem Abbruch werde nicht zugestimmt. Bei eventuellen Ausgrabungen sei außerdem die Archäologie zu berücksichtigen. Bürgermeisterin Kuster erklärte, es werde nur ein Teil des neuen Seniorenwohnheims unterkellert, so dass die Archäologie nicht das große Problem darstellen werde. Sollten Funde zutage kommen, werde man sie entsprechend behandeln.

Stadt hat das Areal erworben

Der Ablehnung des Landesdenkmalamtes entgegnet die Stadt, dass sie es zur Kenntnis nehme und die Bedeutung der Kulturdenkmäler sehr ernst nehme. Das Wohnprojekt für Senioren sei ihr aber auch ein wichtiges Anliegen. Die Stadt habe das Areal erworben.

Die Stadt sei sehr beengt und es sei sehr schwer zusammenhängende Flächen zu bekommen. Es habe sich keinen anderen Standort finden lassen. Die Lage der Fläche „Im Winkel“ habe den Vorteil, dass sie zentral liege. Die Senioren haben es nicht weit zum Arzt, zum Einkaufen, zur Kirche. Die Stadt halte an ihrem Vorhaben fest und nehme den Abriss des historischen Gebäudes in Kauf. Dieser Abriss sei städtebaulich auch vertretbar, weil das Gebäude im hinteren Teil der Stadt stehe.

Der Abriss werde das Erscheinungsbild der Stadt nicht beeinträchtigen. Zudem sei dieser Bau wichtig für die Entwicklung der Innenstadt. Die Stadt brauche dieses Seniorenwohnheim. Die landwirtschaftlichen Häuser stehen schon lange leer.

Der Naturschutz hat die Untersuchung der Fläche auf Fledermäuse und Eidechsen verlangt. Diese Untersuchung laufe bereits seit einem Jahr, berichtete Bürgermeisterin Kuster. Es seien viele Tierarten gefunden worden. „Das ist auch nicht verwunderlich, dass sich Tiere auf einer Fläche, die schon 25 Jahre nicht mehr bewohnt wird, angesiedelt haben“, sagte sie. Die erforderlichen Maßnahmen werden in Absprache mit der unteren Naturschutzbehörde geplant und umgesetzt, kündigte sie an. Bürgermeisterin Kuster berichtete, dass in den Vertrag eine Rücktrittklausel eingearbeitet worden sei.

Der Investor wolle ein Pflegeheim nach dem Konzept „Stambulant“ – eine Mischung aus stationär und ambulant – bauen, ein herkömmliches Seniorenwohnheim aber nicht. Wenn die Kostenträger das Konzept nicht mittragen, werde der Investor sich zurückziehen. Bisher habe nur die AOK das neue Konzept der Seniorenpflege anerkannt. Die anderen Kostenträger überlegten es sich noch, so Kuster.

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