Narrenfreunde Heuberg quartieren sich im Museum ein

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 Bei den Bärenthalern darf ein Bär nicht fehlen
Bei den Bärenthalern darf ein Bär nicht fehlen (Foto: Gabriele Loges)
Gabriele Loges

Das Museum mit der Sonderausstellung ist bis zum 3. November an jedem ersten und zweiten Sonntag des Monats von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet. Sonderführungen können mit Museumspräsident Klaus Gluitz unter der Telefonnummer 0174/578 89 73 vereinbart werden.

Mit der Sonderausstellung „Narrenfreunde Heuberg – eine Narrenfamilie, die aus der Not geboren wurde“ hat die „Narrenburg“ des Alb-Lauchert-Rings sein Fastnachtsmuseum geöffnet. Bis November präsentieren 15 Narrenvereine im Obergeschoss ihre Masken, unten können die Narrenzünfte des Alb-Lauchert-Rings besichtigt werden und zudem gibt es einen geschichtlichen Überblick über die europäische Fastnacht. Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag kamen zahlreiche geladene Gäste. Für die passende Musik sorgte eine Abordnung der Musikkapelle Feldhausen-Harthausen.

Anton Blau, Präsident des Alb-Lauchert-Rings, begrüßte Gäste, Ehrengäste sowie die Ringpräsidenten einzelner Narrenzünfte der Arbeitsgemeinschaft der südwestdeutschen Narrenvereinigungen und -verbände. Diese zählt mehr als 600 Mitgliedszünfte, seit dem vergangenen Jahr gehört auch der Alb-Lauchert-Ring dazu. Besonders herzlich hieß Blau die Narrenfreunde Heuberg willkommen, die 15 Zünfte vereint und den Blick öffnet sowie die Kommunikation in Nachbargemeinden ermöglicht. So sei es bei Umzügen wichtig, auch andere Häser und Masken vorstellen zu können.

Bürgermeisterin Dagmar Kuster stellte die Bedeutung des Museums für Stadt, aber auch für das Land heraus. Die Museen am Ort leisten einerseits Bildungsarbeit, andererseits können sich die Familien oder Gruppen gemeinsam bestens bei einem Besuch unterhalten.

Figuren erzählen Geschichten

Der Landtagsabgeordnete Klaus Burger lobte ebenfalls das Museum und die Sonderausstellung: „Jede Region und jede Landschaft hat ihre Besonderheiten.“ Man könne mit dem Besuch zudem die Wartezeit auf die nächste Fastnachtszeit verkürzen: „Sie alle werden erkennen: Diese Häser, diese Masken, diese Tierfiguren und die Weißnarren erzählen Geschichten.“ Diese seien mal fröhlich, mal ernst und berichteten nebenbei von kuriosen oder lustigen Begebenheiten, aber auch vom schlichten kargen Leben, von Hunger oder von Bauernschläue, wenn mit einem Trick die Obrigkeit überlistet worden war. Sie dokumentierten Kriegswirren und Verfolgungen und regten zum Nachdenken, „dass wir bessere Zeiten in Frieden und Wohlstand haben“, an. Fasnet bewahre und pflege, habe darüber hinaus aber auch viele weitere Facetten, beispielsweise das gemeinsame Feiern.

Reinhold Hafen, Ringpräsident der Narrenfreunde Heuberg, wusste zu berichten, dass es nicht einfach war, die Tradition zu bewahren und in der Gegenwart zu leben. Nachdem sich manche ihrer Zünfte nicht bei anderen größeren Narrenringen anmelden konnten, suchten sie eine andere Lösung. Schließlich gründeten sie im Januar 1983 einen eigenen Ring. Inzwischen gehören die Vereine Bärenthal, Böttingen, Kolbingen, Königsheim, Reichenbach, Renquishausen, Bubsheim, Schwenningen, Egesheim, Mahlstetten, Hartheim, Heidenstadt, Irndorf, Hausen im Tal und Glashütte dazu. Sie wollten, so Hafen, „im Kleinen das Feine finden und pflegen.“ Ziel sei es für sie, Brücken zwischen den Narrenfreunden Heuberg und dem Alb-Lauchert-Ring zu bauen sowie ihre Masken und Geschichten in diesem Museum zu zeigen.

Ein Unterlegkeil als Geschenk

Museumsleiter Klaus Gluitz brachte den Rednern Geschenke mit. So bekam Reinhold Hafen einen Unterlegkeil für sein Auto, damit er es getrost verlassen könne und dieses nicht den Berg hinabrolle. Für Burger gab es eine gelbe Weste, damit er gegen das Dieselfahrverbot streiken könne und Dagmar Kuster erhielt einen Dauergutschein, damit diese den „Freisitz“ vor dem Museum, der in einer Nacht- und Nebelaktion eingerichtet wurde, jederzeit benutzen dürfe.

Danach konnten die Gäste die Ausstellung in Ruhe anschauen und sich im Haberkasten, dem Vereinsheim der Narren, stärken.

Das Museum mit der Sonderausstellung ist bis zum 3. November an jedem ersten und zweiten Sonntag des Monats von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet. Sonderführungen können mit Museumspräsident Klaus Gluitz unter der Telefonnummer 0174/578 89 73 vereinbart werden.

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