Im Notfall ist die Feuerwehr schnell genug zur Stelle

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Ob bei diesem Unfall in Inneringen im Februar 2018 oder bei anderen Einsätzen: Die Hettinger Feuerwehr ist stets zur Stelle.
Ob bei diesem Unfall in Inneringen im Februar 2018 oder bei anderen Einsätzen: Die Hettinger Feuerwehr ist stets zur Stelle. (Foto: Thomas Warnack/Archiv)
Vera Romeu

Der Hettinger Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstagabend den Feuerwehrbedarfsplan beschlossen. Dieser wird in fünf Jahren oder bei Bedarf fortgeschrieben. Feuerwehrkommandant Marc Fritz stellte ihn ausführlich vor. Sein Fazit: Die Ausrückzeiten bei schwerwiegenden Alarmierungen werden eingehalten, die Ausstattung mit Fahrzeugen und Geräten ist gut. „Wir sind gut aufgestellt und können die Aufgaben, die uns gestellt werden, bewältigen“, sagte Fritz.

Zuvor hatte der Kommandant eine Liste der Gebäude mit besonderer Art oder Gefährdung vorgestellt. Darin enthalten sind Industriebetriebe wie Knaus, Trumpf und der Landhandel Stauß. Hinzu kommen Schulen und Kindergärten. Weitere Listen erfassen die Aussiedlerhöfe, abgelegene Gebäude, Sonderbauten, Versammlungsstätten, historische Gebäude und Kulturstätten.

Anschaffungen sind nicht geplant

Die Löschwasserversorgung sei gesichert, sagte Marc Fritz. Probleme gebe es bei abgelegenen Aussiedlerhöfen. „Aber auch hier findet man eine Lösung“, sicherte der Kommandant dem Gemeinderat zu. Mit Fahrzeugen sei die Feuerwehr gut ausgestattet. Anschaffungen seien vorerst nicht geplant. Das älteste Löschfahrzeug, Baujahr 1992, wird weitergefahren, bis größere Reparaturen anstehen. Dann müssten zusammen mit der Stadt die nächsten Schritte besprochen werden.

Auch personell sieht der Kommandant die Feuerwehr in beiden Teilorten gut aufgestellt. In Hettingen engagieren sich ehrenamtlich 29 aktive Feuerwehrleute. 19 von ihnen befinden sich normalerweise auch tagsüber in der Stadt. Das gilt für sieben von acht Gruppenführern, für sieben von acht Maschinisten mit Führerschein Klasse C sowie acht von elf Atemschutzträgern.

In Inneringen zählt die Feuerwehr 42 aktive Mitglieder. Es gibt einen Zugführer und sieben Gruppenführer, von denen sich tagsüber vier vor Ort befinden. Tagsüber verfügbar sind außerdem fünf von 15 Maschinisten und sieben von 25 Atemschutzträgern. „Es gibt Gemeinden, in denen tagsüber weniger einsatzbereite Feuerwehrleute zur Verfügung stehen“, sagte Marc Fritz.

Wie Fritz berichtete, ist bei 75 Prozent der Alarmierungen die erste Gruppe innerhalb von zehn Minuten an der Einsatzstelle. In 85 Prozent der Fälle folgt die zweite Gruppe innerhalb von weiteren fünf Minuten. Bei Einsätzen mit Vollalarm stellt jeweils der andere Teilort die zweite Gruppe. Marc Fritz relativierte die 25 Prozent der Fälle, in denen die Feuerwehr die vorgeschriebene Eintreffzeit von zehn Minuten nicht eingehalten habe. Dabei habe es sich nicht um zeitkritische Einsätze gehandelt, sagte er. Falle beispielsweise ein Baum um, lohne es sich nicht, ein unnötiges Risiko einzugehen.

Der Kommandant sprach auch das Thema Drehleiter an. Es gebe Gebäude wie das Schloss, bei denen der zweite Rettungsweg durch Schieb-Steckleitern oder eine Drehleiter sichergestellt werden solle. Die Notwendigkeit eines Drehleitereinsatzes könne also nicht ausgeschlossen werden. Die Wahrscheinlichkeit sei aber nicht als hoch einzustufen, sodass das Vorhalten einer Drehleiter nicht gerechtfertigt sei. Die Anfahrtszeit der Drehleiter aus Gammertingen liege zwischen zehn und zwölf Minuten und damit innerhalb der erforderlichen Zeiten.

Opel Blitz wird ausrangiert

Gemeinderat Holger Bohner erkundigte sich nach Marc Fritz’ Vortrag danach, was mit dem alten Opel Blitz passiert, den die Abteilung Hettingen ausmustert. Bürgermeisterin Dagmar Kuster berichtete daraufhin, dass die Feuerwehrleute beider Teilorte gefragt werden, ob sie das historische Fahrzeug haben möchten. Ansonsten werde es verkauft. Bohner regte an, es an ein Museum zu veräußern – woraufhin Kuster zusagte, den Markt zu sondieren.

Wilfried Liener fragte nach dem Vorrat an Sandsäcken. Wie Marc Fritz daraufhin berichtete, wurden 1600 angeschafft. Außerdem sind noch gebrauchte vorhanden. Den Feuerwehrbedarfsplan beschloss der Gemeinderat einstimmig.

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