Hettinger Friedhof soll neue Urnenstelen bekommen

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Auf dem Hettinger Friedhof gibt es verschiedene Bestattungsmöglichkeiten. Weil die Fächer in den Urnenstelen (im Hintergrund) la
Auf dem Hettinger Friedhof gibt es verschiedene Bestattungsmöglichkeiten. Weil die Fächer in den Urnenstelen (im Hintergrund) langsam knapp werden, soll eine neue Anlage angeschafft werden. (Foto: Gabriele Loges)
Vera Romeu

Der neu gewählte Hettinger Gemeinderat wird sich im Herbst mit dem Standort für eine weitere Urnenstelenanlage auf dem Friedhof in Hettingen befassen. In ihrer jüngsten Sitzung hatten sich die amtierenden Gemeinderäte mit der Stadtverwaltung nicht auf einen geeigneten Platz einigen können. Nach einem Vor-Ort-Termin im September soll das Thema deshalb noch einmal auf die Tagesordnung kommen.

Seit 2005 gibt es Urnenwandanlagen auf dem Friedhof in Hettingen. Nach mehreren Erweiterungen bieten die drei Ensembles insgesamt 48 Nischen, von denen mittlerweile aber nur noch sechs frei sind. In diesem Bereich kann aus Sicht der Verwaltung auch keine weitere Anlage aufgestellt werden. Stattdessen wäre eine zusätzliche neue Anlage mit fünf Stelen und 16 Nischen erforderlich. Sie könnte auf der Rasenfläche neben der Aussegnungshalle aufgestellt werden. Die neue Anlage hat eine Lieferzeit von dreieinhalb Monaten und kostet rund 21 000 Euro. Davon stehen im Haushalt für dieses Jahr 8000 Euro bereit.

Im Gemeinderat stieß der Vorschlag für den neuen Standort allerdings auf Kritik. Jürgen Ott zum Beispiel schlug den Standort neben der Kapelle vor. Holger Bohner kritisierte den Standort an der Aussegnungshalle: Wenn Friedhofsbesucher vor den Stelen Blumen und Kerzen abstellten, dann sehe das nicht gut aus, sondern störe das Bild bei den nächsten Trauerfeiern.

Weniger Familiengräber

Henriette Steinle fand den Bereich der Aussegnungshalle ebenfalls ungeeignet. „Das ist schon eine Betonlandschaft – und dann stellen wir noch die Stelenanlage davor“, sagte sie. Auch Steinle favorisierte den Platz bei der Kapelle als Abgrenzung. Johann Walter Wolf sprach die grundsätzliche Situation auf dem Friedhof an. So gebe es mittlerweile eine Vielzahl an neuen Beisetzungsarten. Dadurch, dass es weniger Familiengräber gebe, seien Lücken entstanden und die Anzahl der freien Flächen nehme zu. Damit zergliedere sich der Friedhof. Auch Wolf favorisierte den Standort an der Kapelle für eine neue Stelenanlage.

Derweil schlug Wilfried Liener einen Ortstermin vor, um sich die Situation als Ensemble anzuschauen, auch wegen der unterschiedlichen Höhen. Die Entscheidung über den Standort sah Liener nicht als besonders eilig an. Dennoch empfahl er, die neue Urnenwandanlage schon einmal zu bestellen.

Eine Überraschung für die Räte

Dagmar Kuster begrüßte den Vorschlag, einen Ortstermin festzulegen, damit sich die Gemeinderäte die Situation vor Ort ansehen können. Dass in manchen Feldern zunehmend einzelne Gräber stehen bleiben, werde auch weiterhin ein Problem sein. Allerdings überraschte Kuster die Räte mit der Ankündigung, den Ortstermin mit dem neu gewählten Gemeinderat in der Sitzung im September wahrnehmen zu wollen.

Diskutiert wurde auch über das Aufstellen von Blumen und Kerzen vor der Urnenwandanlage. Das sei zwar eigentlich nicht vorgesehen, aber ein Bedürfnis der Angehörigen, sagte Dagmar Kuster. Birgitte Gluitz berichtete, dass sie auf einem Friedhof eine Art Trog gesehen habe, in dem Leute geordnet Blumen und Kerzen aufstellen dürfen. Beim Urnenrasenfeld habe es zudem einen Quader für Kerzen gegeben. Das habe schön ausgesehen. „Vielleicht sollten wir auch über eine Gestaltungsmöglichkeit nachdenken“, sagte sie. Daraufhin gab Kuster zu bedenken, dass Angehörige, die eine untere Nische haben, einen Quader oder Trog vielleicht als störend empfinden. Dennoch sei es einen Versuch wert, diese Möglichkeit zwischen den Stelenanlagen anzubieten. Am Ende wurde der Tagesordnungspunkt zurückgestellt. Der Beschluss über den Ortstermin im September fiel einstimmig aus.

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