Hettingen will Hochwasserschutz verbessern

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Hochwasser wie hier in Hausen im Tal, das den Spielplatz überschwemmt hat, ist Thema im Gemeinderat Hettingen.
Hochwasser wie hier in Hausen im Tal, das den Spielplatz überschwemmt hat, ist Thema im Gemeinderat Hettingen. (Foto: Archivoto: Susanne Grimm)
Susanne Grimme

Der Gemeinderat hat nach ausführlicher Information und Diskussion in seiner jüngsten Sitzung dem Entwurf der Verbandssatzung zur Gründung eines Zweckverbandes mit dem Namen „Hochwasserschutz Laucherttal“ zugestimmt. Damit gehört Hettingen zu den neun Gemeinden, die sich vor dem Hintergrund des Hochwassers im Jahr 2013 darauf verständigt haben, sich gemeinsam um die Verbesserung des Hochwasserschutzes zu kümmern.

Dazu hatte die Planungsgemeinschaft Flussgebietsuntersuchungen in Auftrag gegeben, die das gesamte Einzugsgebiet der Lauchert in einer Länge von rund 90 Kilometern und einer Fläche von etwa 456 Quadratkilometern unter die Lupe genommen hat. Armin Binder vom durchführenden Ingenieurbüro für Wasserwirtschaft und Wasserbau, Winkler und Partner GmbH aus Stuttgart, stellte in der Sitzung dem Gremium die hochwassergefährdeten Bereiche vor sowie ein Gesamtkonzept für den Schutz von Hochwasserereignissen. Zu den Untersuchungen gehörten auch Teilstudien zum „Karst-Grundwasser und Hydrologie“, die von der Technischen Universität (TU) Berlin durchgeführt worden ist. Ziel war zum einen, welche Bedeutung der Karst-Grundwasserkörper auf Hochwasserentstehung hat und zum anderen, inwiefern, – aufbauend auf die Untersuchungsergebnisse – eine Hochwasservorwarnung realisierbar ist.

Dies scheint nach Einschätzung der Fachleute im Lauchert-Einzugsgebiet, mithilfe von acht noch zu errichtender Wetterstationen, durchführbar. Jedoch liege das Vorwarnsystem, das nach Art einer Ampel die Lagebeurteilung in Farben anzeigt, noch auf einem Server in der TU Berlin, wo es auf die Nutzung anderer Server zugeschnitten werden soll. Damit die betreffenden Kommunen – Bingen, Gammertingen, Hettingen, Neufra, Jungnau, Veringenstadt, sowie die im Landkreis Reutlingen liegenden Gemeinden Sonnenbühl und Trochtelfingen und Burladingen (Zollernalbkreis) – bei der Umsetzung lokaler Hochwasserschutzmaßnahmen die maximale Landesförderung erhalten können, sei die Gründung eines Zweckverbandes sinnvoller als ein Zusammenschluss mittels eines öffentlich-rechtlichen Vertrags.

Armin Binder und Bürgermeisterin Dagmar Kuster informierten, dass bei Letzterem der Fördersatz bei 54,1 Prozent liege, als Zweckverband jedoch erhöhe er sich auf 63,6 Prozent. Auch in der Einzelbetrachtung hätten die meisten der beteiligten Kommunen schlechte Karten bezüglich der Förderung. Die hängt nämlich vom Investitionsvolumen ab, den Einwohnerzahlen und dem jeweiligen Kosten-Nutzen-Faktor. Nach dem Kosten-Nutzen-Faktor hätten nur die Gemeinden Bingen und Sonnenbühl, sowie die Städte Veringenstadt und Trochtelfingen einen Zuschuss erhalten, sagte Binder. Die verbleibenden Gemeinden des Laucherttals müssten demnach die Hochwasserschutzmaßnahmen ohne Zuschüsse umsetzen. Da Veringenstadt und Trochtelfingen bei Einzelanträgen einen höheren Fördersatz bekommen hätten, sollten diese innerhalb eines Zweckverbandes nicht schlechter gestellt werden. Deshalb sollen die sieben Gemeinden, die über den Zweckverband zu einer höheren Förderung kommen, für den Unterschiedsbetrag zu gleichen Teilen aufkommen. Nach den derzeitig angenommenen Gesamtkosten von rund 4,5 Millionen und dem Förderbetrag von knapp 2,9 Millionen Euro bedeutet dies für die sieben Verbandskommunen, dass sie je 18 500 Euro, verteilt auf mehrere Haushaltsjahre, an die beiden Städte zahlen müssten.

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