Feuerwehr Hettingen feiert ihr 150-jähriges Bestehen

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Redakteur Alb/Lauchert und Pfullendorf

Um Flammen zu löschen, greifen die Männer der Hettinger Feuerwehr in der Anfangszeit zu Handpumpe und Schilfkörben, ihre Ausrüstung besteht aus einem Helm und einem Sicherheitsgurt. Heute gehören auch Frauen zu den Einsatzkräften, die Alarmierung erfolgt nicht mehr über die Kirchenglocke oder eine Sirene, sondern über digitale Meldeempfänger. Doch hinter dem Einsatz der ehrenamtlichen Helfer steckt auch nach anderthalb Jahrhunderten die gleiche Motivation: Menschen im Notfall das Leben zu retten. In diesem Jahr feiert die Hettinger Feuerwehr ihren 150. Geburtstag.

Gegründet wurde die Feuerwehr in Hettingen im Jahr 1869. Bis zur Jahrhundertwende bestand sie aus etwa zwölf bis 15 Mann. Erster Kommandant, damals noch „Hauptmann“ genannt, war der Wagnermeister Johann Rudolf. 1919 wurde mit dem Bau einer Wasserleitung begonnen. Es wurden Hydranten installiert und die Ausrüstung der Feuerwehrleute angepasst. Nach dem Ersten Weltkrieg bestand die Wehr aus rund 25 Männern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Feuerwehr immer professioneller ausgerichtet.

30 Jahre Kommandant

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war es vor allem einer, der für diese Professionalisierung stand: Max Steinle, Kommandant von 1963 bis 1993 und Ehrenkommandant seit 1995. „Ich habe immer großen Wert auf Leistungsabzeichen gelegt“, sagt er heute. Auch deshalb ist die Hettinger Feuerwehr im 150. Jahr ihres Bestehens so gut aufgestellt – davon sind diejenigen, die heute die Verantwortung tragen, absolut überzeugt.

Einer von ihnen ist Bernd Friedrich, seit 2014 Kommandant der Abteilung Hettingen. „Diese besteht aktuell aus 29 Einsatzkräften. Zwei davon sind Frauen“, sagt er. Seit der Gemeindereform 1975 ist die Hettinger Feuerwehr mit den Kollegen aus Inneringen zu einer Gesamtwehr zusammengeschlossen. Während Kommandant Andreas Brandstetter die Abteilung Inneringen führt, steht Marc Fritz an der Spitze der Gesamtwehr.

Nicht nur, dass die Stärke der Abteilung Hettingen seit Jahren konstant ist: Auch um den Nachwuchs müssen sich die Feuerwehrleute zurzeit keine Sorgen machen. „Seit 2005 haben wir zusammen mit der Abteilung Inneringen eine gemeinsame Jugendfeuerwehr“, sagt Peter Seebach, Kommandant der Hettinger Wehr von 1998 bis 2013. Seine Begeisterung für die Feuerwehr hat Seebach mittlerweile an seinen Sohn Steffen weitergegeben, der sich als Jugendfeuerwehrwart einbringt.

Stolz auf die Jugendlichen ist auch Werner Steinhart, der 2005 als erster Jugendfeuerwehrwart die Nachwuchsarbeit in die Hand nahm. „20 junge Leute in der Jugendfeuerwehr – das ist ein Wort“, sagt Steinhart. „Vor allem, wenn man bedenkt, dass in einem kleinen Ort wie Hettingen mehrere Vereine um Nachwuchs werben“, ergänzt Peter Seebach.

Neues Fahrzeug im Sommer

So können die Verantwortlichen voller Zuversicht das Jubiläumsjahr der Hettinger Feuerwehr planen. Ein Geschenk haben sie bereits bekommen: Über den Jahreswechsel wurden die Feuerwehrleute mit neuen Uniformen ausgestattet. Ein weiteres Geschenk wollen sie im Sommer in Empfang nehmen, wenn ihr neues Löschfahrzeug geliefert werden soll.

Dem modernen Fahrzeug mit neuester Technik fiebern die Feuerwehrleute natürlich schon entgegen. Und trotzdem schwingt ein wenig Wehmut mit. Denn von einem ihrer beiden bisherigen Fahrzeuge werden sie sich für die Neuanschaffung trennen müssen: einem mehr als 50 Jahre alten Opel Blitz, der ihnen bis heute bei Einsätzen die Treue hält – der eben aber auch nicht mehr den aktuellen Anforderungen entspricht.

Zeigen wollen die Feuerwehrleute ihr neues Fahrzeug bei einem Tag der offenen Tür am 19. Oktober. Auch eine kleine Übung soll es an diesem Tag geben. „Vielleicht lässt sich ja auch noch der eine oder andere Erwachsene für die Feuerwehr begeistern“, sagt Werner Steinhart. Die offizielle Fahrzeugweihe ist für den 22. September geplant.

Doch auch schon im Frühjahr soll das Engagement der Feuerwehr gewürdigt werden. So soll es am 10. Mai einen Empfang im Rathaus geben. Einen Tag später wollen die Feuerwehrleute für eine Totenehrung zum Friedhof ziehen. Im Anschluss ist ein Gottesdienst in der Kirche geplant.

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