Es gibt neue Chancen den für Inneringer Windpark

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Schwäbische Zeitung
Ignaz Stösser
Redakteur Alb/Lauchert

Die Gegner des geplanten Inneringer Windparks konnten sich bis vor Kurzem entspannt zurücklehnen: Solange die Bundeswehr an der Höhe für ihre Nachttiefflüge über Inneringen festhielt, brauchten sie nicht zu befürchten, dass der Windpark gebaut wird. Die Höhe der genehmigten zwölf Windräder von 80 Metern Nabenhöhe ist zu gering, um ein rentables Arbeiten zu ermöglichen. Darum liegt das Vorhaben der Firma Siwitec aus Sonnenbühl schon seit Jahren auf Eis. Jetzt kommt aber Bewegung in die Sache: Die Bundeswehr signalisiert Bereitschaft, über die Flughöhe zu reden.

In einer Mitteilung des Presse- und Informationszentrums der Luftwaffe in Köln heißt es: „Im Rahmen der Förderung regenerativer Energien sucht die Bundeswehr wo immer möglich nach Kompromissen, um die Genehmigungsverfahren für den Bau von Windenergieanlagen zu erleichtern.“ Künftig könne bei Bedarf die Flughöhe um etwa 100 Meter erhöht werden. Der Bundesverband Wind-Energie (BWE) in Berlin schließt daraus, dass damit Bauhöhen von bis zu 220 Meter möglich sein werden. Viele zuvor gesperrte Flächen würden nun frei für die Windenergie.

Höhere Anlagen können nicht auf alte Flächen gestellt werden

Was bedeutet das für den Inneringer Windpark? Theoretisch könnten nun die wirtschaftlicheren Windräder mit einer Nabenhöhe von 140 Meter gebaut werden. Doch die Praxis sieht anders aus. Die Firma Sowitec hat eine Genehmigung für Windräder mit 80 Meter Nabenhöhe. Allen Beteiligten ist aber klar, dass die Firma jetzt nicht einfach die höheren Anlagen auf die alten Flächen stellen kann. Der Hettinger Kämmerer Werner Leipert macht im Gespräch mit der SZ deutlich, dass die Stadt zunächst abwarten werde, ob Sowitec initiativ wird. Dann werde man prüfen, wie die Stadt vorgehen könne.

Die Firma Sowitec hat „definitiv Interesse“, die Pläne in Inneringen weiter zu verfolgen, macht Projektleiter Michael Krieger auf Anfrage gegenüber der Schwäbische Zeitung deutlich. Allerdings will man auch hier das Ganze in Ruhe angehen. Zunächst wolle man abwarten, welche Standorte für die Windkraft im entsprechenden Flächennutzungsplan ausgewiesen werden. Dass das Gewann Kurzet dabei sein wird, steht für Leipert fest.

„Anhebung ist ein großer Befreiungsschlag“

Michael Krieger ist der Ansicht, dass die Anhebung der Flughöhe ein „großer Befreiungsschlag“ ist. Doch es gibt auch neue Hindernisse, die für eine Genehmigung überwunden werden müssen. So seien die rechtlichen Rahmenbedingungen im Naturschutz wesentlich härter als noch vor zehn Jahren. Im Gewann Kurzet lebt beispielsweise der Rotmilan, den es zu schützen gilt.

Sowitec macht ihr Geschäft hauptsächlich im Ausland, vor allem in Südamerika in Russland. Seit die grün-rote Regierung den Ausbau der Windenergie forcieren will, hat die Firma eine neue Abteilung für Baden-Württemberg eingerichtet und dabei auch neue Arbeitsplätze geschaffen. Nun hofft man, auch hier vor der Haustür aktiver werden zu können.

Theoretisch kann die Firma im Fall von Inneringen allerdings auch Konkurrenz bekommen. „Da Baden-Württemberg bezüglich Windkraft nahezu jungfräulich ist, ist dies nicht auszuschließen“, so Krieger. Da man aber im Augenblick noch eine bestehende Genehmigung habe, sei man für diesen Konkurrenzkampf gut aufgestellt.

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