Bestattungen in Hettingen und Inneringen werden teurer

Lesedauer: 5 Min
Die Gebühren für Bestattungen in Hettingen steigen, bei einem Erwachsenen zum Beispiel von 515 auf 754 Euro.
Die Gebühren für Bestattungen in Hettingen steigen, bei einem Erwachsenen zum Beispiel von 515 auf 754 Euro. (Foto: Sebastian Korinth)
Vera Romeu

Der Gemeinderat hat die Gebühren für die Überlassung der Grabfelder in Hettingen neu festgelegt. Damit wird eine Kostendeckung von 60 Prozent angestrebt. Für ein Einzelgrab (Reihengrab) steigt die Gebühr von 510 auf 620 Euro, für ein Doppelgrab (Wahlgrab) von 1120 auf 1363 Euro. Bei Kinderreihengräbern steigt die Gebühr von 405 auf 500 Euro, bei Urnenwahlgräbern von 410 auf 560 Euro. Der Platz für eine Urne in der Stelenkammer war erst 2014 neu kalkuliert worden. Die entsprechende Gebühr wird jetzt nur geringfügig von 63 auf 66 Euro erhöht.

In Hettingen steigen die Kosten für Bestattungen und für die Überlassung der Gräber beträchtlich. In seiner Sitzung am Dienstagabend stimmte der Gemeinderat der ersten Gebührenerhöhung seit sieben Jahren zu. Den Vorschlägen der Verwaltung folgte das Gremium dabei nur teilweise. Wilfried Liener beispielsweise empfand die Erhöhungen als „zu brutal“.

Kämmerer Werner Leipert legte dem Gemeinderat einen ausführlichen Überblick über die finanzielle Situation beim Friedhof vor. Aus diesem ging hervor, dass die Einnahmen nur gut ein Viertel der Kosten decken. Leipert gab zu bedenken, dass sich das beispielsweise negativ auf Zuschussanträge auswirken kann. Zuschussgeber erkundigten sich zunächst nach der Kostendeckung bei den Gebühren in den Bereichen Wasser, Abwasser und Friedhof, sagte er.

Bei der Erhöhung der Gebühren unterschied die Verwaltung zwischen den Gebühren für die Bestattung und den Gebühren für die Überlassung der Grabfläche. Bei den Gebühren für die Bestattung Verstorbener legte der Kämmerer Berechnungen vor, die eine 100-prozentige Kostendeckung anstreben. Bei der Beisetzung eines Erwachsenen steigen die Gebühren damit um 46 Prozent: Aus den bislang 515 Euro werden 754.

Etwa 15 Bestattungen pro Jahr

Die Beisetzung eines Kindes kostet künftig 410 Euro. Bislang waren es 310 Euro, sodass die Kostensteigerung bei 32 Prozent liegt. Die Beisetzung von Urnen in Urnenwahlgräber kostet künftig 266 statt 214 Euro – und damit 24 Prozent mehr. Die Kosten für die Beisetzung von Urnen in der Urnenstele steigen von 117 auf 159 Euro, also um 35 Prozent. Die Beisetzung von Ungeborenen ins Sammelgrabfeld kostet 60 statt 50 Euro. Diese Steigerungen beschloss der Gemeinderat einstimmig, weil es sich um Kosten handelt, die bei einem Todesfall entstehen. Durch die jährlich etwa 15 Bestattungen entsteht der Gemeinde dann kein Gewinn.

Bewirtschaftung und Unterhaltung des Friedhofs kosten jährlich 41 500 Euro. Die Einnahmen durch das Überlassen von Grabfeldern deckten davon bislang 50 Prozent. Mit den neuen Gebührenvorschlägen strebte Werner Leipert eine Kostendeckung von 70 Prozent an. Daraus ergaben sich allerdings drastische Gebührensteigerungen zwischen 41 und 58 Prozent. Diese kritisierte Wilfried Liener stark: 99 Prozent der bestatteten Menschen seien Bürger der Stadt Hettingen und hätten ihr Leben lang Steuern bezahlt, sagte er. Sie verdienten es, dass man die Sache sorgsam behandelt. Liener stellte den Antrag, eine Kostendeckung von 60 statt 70 Prozent anzustreben und die Gebühren neu zu kalkulieren.

Jürgen Ott schloss sich der Meinung seines Gemeinderatskollegen an. Fielen die Gebühren zu hoch aus, ließen sich Verstorbene möglicherweise vermehrt in Friedwäldern bestatten, sagte er. „Dann müssen wir die Unterhaltungskosten auf noch weniger Bestattungen umlegen“, sagte Ott.

Regelmäßige Anpassung angeregt

Sabine Rösch sprach sich für eine Kostendeckung von 70 Prozent aus. „Wir müssen berücksichtigen, dass wir die Gebühren sieben Jahre lang nicht angepasst haben“, sagte sie. „Nach der jetzigen Erhöhung können wir wieder ein paar Jahre aussetzen.“ Gertrud Schüle regte an, die Gebühren regelmäßiger anzupassen, damit keine großen Steigerungen mehr entstehen. Holger Bohner nannte die Gebührenerhöhung „zukunftsgerichtet“.

Werner Leipert wies ergänzend auf die Sanierung des Friedhofs hin, für die die Gemeinde einen Eigenanteil von 200 000 Euro bezahlt habe. Bürgermeisterin Dagmar Kuster ließ den Gemeinderat über eine Kostendeckung von 70 Prozent abstimmen, die das Gremium knapp mit sechs zu fünf Stimmen ablehnte. Stattdessen setzte sich der Vorschlag von Wilfried Liener durch, eine Kostendeckung von 60 Prozent anzustreben. Sechs Gemeinderäte stimmten dafür, drei dagegen, zwei enthielten sich.

Der Gemeinderat hat die Gebühren für die Überlassung der Grabfelder in Hettingen neu festgelegt. Damit wird eine Kostendeckung von 60 Prozent angestrebt. Für ein Einzelgrab (Reihengrab) steigt die Gebühr von 510 auf 620 Euro, für ein Doppelgrab (Wahlgrab) von 1120 auf 1363 Euro. Bei Kinderreihengräbern steigt die Gebühr von 405 auf 500 Euro, bei Urnenwahlgräbern von 410 auf 560 Euro. Der Platz für eine Urne in der Stelenkammer war erst 2014 neu kalkuliert worden. Die entsprechende Gebühr wird jetzt nur geringfügig von 63 auf 66 Euro erhöht.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen