Der 15-jährige Luca Mekhtiev aus Hettingen wird ins Stipendienprogramm „Talent im Land“ aufgenommen.
Der 15-jährige Luca Mekhtiev aus Hettingen wird ins Stipendienprogramm „Talent im Land“ aufgenommen. (Foto: Björn Hänssler)
Schwäbische Zeitung

Schüler, die auf dem Weg zum Abitur besondere Hürden zu überwinden haben, werden seit dem Jahr 2003 mit dem Stipendienprogramm „Talent im Land“ gefördert – in diesem Jahr 33 Mädchen und 17 Jungen. Zu den talentierten Jugendlichen gehören auch zwei Schüler aus der Region: die 16-jährige Konstanze Hammer aus Gammertingen und der 15-jährige Luca Mekhtiev aus Hettingen.

Konstanze Hammer interessiert sich vor allem für Fotografie, Korea und gesunde Ernährung. In ihrer Freizeit engagiert sie sich unter anderem als Babysitter. Die 16-Jährige spielt Theater, Baseball, Gitarre und Querflöte. Eine weitere Leidenschaft gilt dem Tanzen. Die Schülerin bringt sich als Teeball-Trainerin ein und gibt Nachhilfe. In Zukunft will sie sich beispielsweise für die sogenannte LGBTQ+-Community einsetzen. Die Abkürzung steht dabei für Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Geschlechtsidentität oder ihres Körpers von der heterosexuellen Norm abweichen. Konstanze Hammer möchte nach dem Abitur als Au-Pair ins Ausland gehen, sich dem Schauspiel widmen sowie Englisch und Koreanistik studieren.

Luca Mekhtievs Interesse gilt insbesondere der Astronomie und der Physik. In seiner Freizeit kämpft er Karate, programmiert am Computer und liest gerne. Nach dem Abitur möchte der 15-Jährige Physik studieren und anschließend in der Forschung an der Uni arbeiten.

Die Förderung der neuen „Talent im Land“-Stipendiaten hat am 1. September begonnen und beinhaltet ein monatliches Stipendium, persönliche Beratung sowie Stipendiatentreffen, Seminare und weitere Bildungsangebote. Darüber hinaus haben die Mädchen und Jungen die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung für Nachhilfe in den Hauptfächern, Zuschüsse zu Klassenfahrten und zu außerschulischem Engagement zu beantragen.

Mit „Talent im Land“ unterstützen die Baden-Württemberg-Stiftung und die Josef-Wund-Stiftung begabte Schüler, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft auf ihrem Weg zum Abitur oder zur Fachhochschulreife besondere Hürden zu überwinden haben. Die Stipendiaten haben in ihren jungen Jahren bereits großes Engagement gezeigt oder Auszeichnungen für ihre Leistungen erhalten. Sie sind vielseitig interessiert und haben oft schon klare berufliche Ziele vor Augen.

Die 50 Jugendlichen des Jahrgangs 2019 bilden eine vielfältige Gruppe: 22 Mädchen und Jungen sind in Deutschland geboren, 16 in Syrien. Weitere Geburtsländer sind Afghanistan, Iran, Bosnien-Herzegowina, Rumänien, Russland, Tibet und Usbekistan. Fünf Jugendliche haben keinen Migrationshintergrund. 27 Stipendiaten sind dagegen innerhalb der vergangenen fünf Jahren nach Deutschland eingewandert. Bei einer Veranstaltung am 8. November im Neuen Schloss in Stuttgart werden die 50 Stipendiaten offiziell ins Programm „Talent im Land“ aufgenommen.

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