Im Dreißigjährigen Krieg wird die Burg auf dem Ramsberg zerstört

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Dieser Ausschnitt aus der Bodenseekarte Tibians von 1603 zeigt unter anderem Herdwangen, Pfullendorf und den Ramsberg. In den 1
Dieser Ausschnitt aus der Bodenseekarte Tibians von 1603 zeigt unter anderem Herdwangen, Pfullendorf und den Ramsberg. In den 1630er-Jahren traf der Dreißigjährige Krieg auch diese Region mit voller Härte. (Foto: Kreisarchiv Sigmaringen)
Schwäbische Zeitung

Mit Vorträgen und weiteren Veranstaltungen beleuchtet der Förderverein Ramsberg St. Wendelin die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Anlass ist der Ausbruch des Krieges vor exakt 400 Jahren. Im weiteren Verlauf wurde unter anderem die Burg auf dem Ramsberg zerstört. Die Situation des Dreißigjährigen Krieges am Bodensee stellt der aus Herdwangen stammende Tübinger Historiker Dr. Ralf Keller am Freitag, 18. Mai, in Herdwangen dar. Sein Vortrag mit dem Titel „Herdwangen im Schwedenkrieg“ beginnt um 19.30 Uhr im Bürgersaal der Bundschuhhalle.

„Obwohl schon so lange her, wirkt dieser verheerende Krieg als eine schreckliche Zeit immer noch in vielfältiger und subtiler Weise im kollektiven Unterbewusstsein nach – meist, ohne dass wir uns dessen bewusst werden“, schreibt der Förderverein in einer Pressemitteilung. Herdwangen war zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges ein Dorf mit ungefähr 200 Einwohnern, geprägt von Landwirtschaft und Handwerk. Petershausen, Ortsherr Herdwangens, trat bald der katholischen Liga bei, in den 1630er-Jahren erreichte dann der Krieg auch den Südwesten.

Die 1630 in den zunächst innerdeutschen Religionskrieg eingetretenen Schweden hatten 1632 das Ufer des Bodensees erreicht, begannen mit ihrer Flotte einen Seekrieg gegen die Uferstädte und verwüsteten das Hinterland. Die Orte der Vogteien und geistlichen Gebiete – Herdwangen gehörte damals als Besitz dem Kloster Petershausen bei Konstanz – dienten den durchziehenden Truppen dabei als Nachschubbasen und Quartiere bei der Belagerung der größeren Städte. So traf der Krieg auch diese Region mit ganzer Härte – und neben den eigentlichen Kampfhandlungen erreichten über Jahrzehnte auch Hungersnöte, Seuchen und Epidemien die Gegend am Bodensee.

In den 1640er-Jahren waren Herdwangen und andere Orte größtenteils zerstört. Viele Häuser waren unbewohnbar, die Menschen hungerten. Aus Angst verließen die Herdwanger Bauern nur noch gemeinsam das Dorf, um die Felder zu bestellen. Was heute noch über die Zeit damals bekannt ist, fasst Ralf Keller in seinem Vortrag am Freitag zusammen. Der Eintritt ist frei, der Förderverein bittet um Spenden für die Kulturarbeit.

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