Umgestaltung der Ortsdurchfahrt nimmt Fahrt auf

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Im Kreuzungsbereich an der Kirche soll nach Verwaltung und Gemeinderat zukünftig ohne Linksabbiegespur Richtung Ertingen abgebo
Im Kreuzungsbereich an der Kirche soll nach Verwaltung und Gemeinderat zukünftig ohne Linksabbiegespur Richtung Ertingen abgebogen und die Fahrtrichtung Mengen-Saulgau vorfahrtsberechtigt werden. (Foto: W. Lutz)
Wolfgang Lutz

„Wenn man auch noch keine Bagger sieht, können Sie davon ausgehen, dass was geschieht“, so Bürgermeister Magnus Hoppe in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Davon konnten sich die Räte überzeugen, denn nach über einem Jahr an intensiver Planungsarbeit präsentierte das Büro Künster einen Vorentwurf für die Maßnahme, der schon ziemlich den Vorstellungen von Verwaltung und Gemeinderat entsprach.

„Wir werden einen Vorentwurf von vorne bis ganz hinten präsentieren“, so Clemens Künster. Das bedeute aber auch, dass im Rahmen dieser Sanierungsmaßnahme „Ortskern IV“ weitere Gespräche geführt sowie mögliche Vorschläge und Anregungen noch eingearbeitet werden müssen. Als ersten konkreten Schritt beschloss der Gemeinderat die Detailplanung im Bereich des Alten Rathauses zwischen Pfarrgasse und Sonnenstraße einzuleiten.

Ein markanter und ortsprägender Bereich ist vor allem der Straßenbereich vor der Kirche. Hier wird eine abknickende Vorfahrtsregelung vorgeschlagen. Das heißt, der Verkehr von Mengen Richtung Saulgau ist vorfahrtsberechtigt. Die jetzige Abbiegespur Richtung Ertingen soll entfallen. Das Regierungspräsidium glaubt nicht, dass dies so funktionieren kann und der Verkehr Richtung Ertingen ohne Abbiegespur entsprechend läuft. „Wir müssen hier einmal einen Tag die Abbiegespur sperren, um den Behörden zu zeigen, dass es funktioniert“, forderte Frank Bühler. Auf jeden Fall biete die vorgeschlagene Variante aus Sicht des Planers aus städtebaulichen, verkehrstechnischen und wirtschaftlichen Gründen das größte Potenzial zur Gestaltung der Randbereiche und zur Geschwindigkeitsreduzierung.

Aufgewertet werden soll auch der Vorbereich der St. Oswaldkirche. Es habe bereits einen Austausch mit Vertretern der Kirche stattgefunden, bei dem sehr offen über die geplante Umgestaltung gesprochen wurde. Laut Büro Künster soll ein Rückbau der massiven Kirchenmauer statt finden und der Kirchhof durchgehend offen zugänglich werden. Dazu sollen integrierte Sitzstufen zum Verweilen einladen. Zu dieser offenen und transparenten Planung trägt auch ein Fußweg bei, der nun auf der ganzen Länge des Kirchenareals Platz finden würde. Auch die bestehenden Bäume entlang der Mauer würden in das Treppenkonzept integriert, was bei den Räten auf Gegenliebe stieß. „Wir haben zwar mit der Kirchengemeinde gesprochen, aber dieser Vorschlag muss noch den Gremien vorgetragen werden“, so Bürgermeister Hoppe.

Im Fokus steht bei den Gemeinderäten und auch bei der Verwaltung vor allem der Platz vor dem alten Rathaus. Hier sei das Ziel durch Umnutzung einen öffentlichen Raum zu schaffen, der belebt werden soll. „Ich hoffe, dass wir hier zügig eine Lösung finden, damit wir im Herbst ausschreiben können“, so Bürgermeister Hoppe. Es herrsche eine gewisse Unzufriedenheit in der Bevölkerung ein, da nichts gehe“, warf Paul Steinacher an dieser Stelle ein und auch Peter Maerz erkundigte sich nach einer Deadline, was wann und wo ablaufe. „Wir sind seit drei Jahren dran, so eine Maßnahme braucht seine Zeit“, so der Bürgermeister. Auf jeden Fall wird für diesen Bereich die Detailplanung zügig eingeleitet, sodass im Herbst diesen Jahres ausgeschrieben werden kann.

Ein weiterer interessanter Bereich ist auch der alte Viehmarktplatz mit herrlichem Baumbestand. Um diesen Platz wieder mehr in das öffentliche Leben zu integrieren, soll eine optische Straßenverengung, verbunden mit einem Belagswechsel erfolgen. Zudem werden beidseitig Bushaltestellen auf der Straße installiert. Vom Planungsbüro Künster wurde weiter vorgeschlagen, für diesen markanten und unter Denkmalschutz stehenden Platz ein Konzept zu erstellen, wie künftig eine dauerhafte Belebung mit mobilen Einrichtungen aussehen könnte.

Bei dem vorgestellten Vorentwurf, so Hoppe, in den auch die Vorschläge der Planungsgruppe des Gemeinderats mit einflossen und neue Ansätze eingearbeitet wurden, könne man von einem durchaus gelungenen Planwerk sprechen. „Das ist für Herbertingen angemessen“, lobte der Bürgermeister die Vorlage. Neben dem Beschluss die Detailplanung im Bereich des alten Rathauses zwischen Pfarrgasse und Sonnenstraße einzuleiten, wurde auch auf Vorschlag von Frank Bühler in den Beschluss mit aufgenommen: „Im Kreuzungsbereich Kirche soll durch einen wissenschaftlich begleiteten Feldversuch die Leistungsfähigkeit der abbiegenden Vorfahrt ohne Linksabbiegespur nachgewiesen werden.“

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