Schwitzen statt schwätzen

Lesedauer: 6 Min

So sportlich geht es bei einem Zunftmeisterempfang selten zu: Beim Freundschaftstreffen des Verbandes Alb-Bodensee-oberschwäbischer Narrenvereine (VAN) der Fell-Lädsche Zunft in Marbach standen nicht nur schwätzende Zunftvertreter auf der Bühne, sondern auch Hometrainer und Trampolin.

Statt Zunftmeister Fabian Brick führten seine Stellvertreter Gerd Heinzelmann und Nicole Madlener durch den Empfang. „Fabian hat zum Jahresanfang ein Virus im Nervensystem schwer gesundheitlich zu schaffen gemacht. Es geht wieder aufwärts und wir sind alle froh, dass er uns zum Narrentreffen zumindest aus der Reha kurz besuchen darf“, sagte Heinzelmann. Er sehe sich aber nur als den operativen Ausführer des bestens vorbereiteten Narrentreffens. „Der Kopf der Fell-Lädsche Zunft bleibt Fabian.“

Lob für Organisation

Viel Lob gab es von den Ehrengästen und Zunftvertretern zur Organisation des dreitägigen VAN-Freundschaftstreffens. Allen voran Bürgermeister Magnus Hoppe. „Das war eine vorbildliche Vorbereitung und jeder packt mit an. Da fragt man sich, welcher Marbacher überhaupt noch Zeit hat, beim Umzug am Straßenrand zu stehen.“ VAN-Präsident Sigi Burgermeister fügte dem Lob noch ein Appell an die Jüngeren zu: „Damit die Fasnet weiterhin lebt, brauchen das Ehrenamt und euch.“

Mit den Grußworten war vor allem für Zunft-Vize Gerd „Gogo“ Heinzelmann aber auch die Ruhe vorbei. Die Kollegen der übrigen VAN-Zünfte hatten sich ein sportliches Programm überlegt. Jürgen Melzer – im Alltag Physiotherapeut aus Aulendorf – ließ Heinzelmann auf dem Hometrainer strampeln, auf dem Trampolin springen und dicke Seile schwingen. War der strenge Trainer zufrieden, dann gab es immer mal wieder fünf Euro. Aber ließ die Leistung nach, dann wurde auch wieder ein Schein abgezogen.

Joker müssen strampeln

„Als Gogo das letzte Mal auf dem Laufband stand, war das im Rewe und sie haben ihn rausgeschmissen“, frotzelte Melzer. Anfangs hatte Heinzelmann noch genug Luft, um schlagfertig zu kontern: „Eigentlich bin ich eine Maschine, aber eben etwas dick geraten.“ Das sah nach einigen Minuten schon anders aus, sodass der Zunft-Vize seinen ersten Joker zog und Ortsvorsteher Bernhard Obert auf den Sattel bat. Metzler gönnte Heinzelmann aber kaum eine Verschnaufpause, schickte ihn stattdessen für eine Aerobic-Einheit auf das Trampolin. Währenddessen musste Bürgermeister Magnus Hoppe in die Pedale treten. Melzer lockte Heinzelmann sogleich zum nächsten Blutdruck-Anheber: Zwei Minuten lang musste er unter den Augen des strengen Trainers mit einem dicken Tau Wellen schlagen.

Als dritter Joker musste Bad Saulgaus Zunftmeister Raphael Osmakowski-Miller den Marbacher Zunft-Vize vertreten. Eine kleine Abkühlung gab es zwischendurch für Heinzelmann: Der musste mit den Füßen Seifenstücke aus einem Wasserbottich holen. Osmakowski-Miller musste sich indessen einer neuen Herausforderungen stellen und durfte seinen allseits bekannten „Scheufele und Eisele“-Witz nur bei höchstem Widerstand radelnd erzählen. Es klappte: Fast schneller als sonst, aber um einige Schnaufer ergänzt.

Heinzelmann musste noch weitere Joker ziehen und ließ sich nur noch selten auf den Hometrainer locken. Doch zumindest beim Umzug wurde es für den Vize wieder entspannter, denn den durfte er von der Ehrentribüne aus ansehen.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen