Rat stellt Weichen für neue Bauplätze

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 In Marbach entstehen weitere acht Bauplätze im Bereich „Am Mühlberg“. Weitere fünf Bauplätze sollen rechts der Zufahrt zur Kirc
In Marbach entstehen weitere acht Bauplätze im Bereich „Am Mühlberg“. Weitere fünf Bauplätze sollen rechts der Zufahrt zur Kirche ausgewiesen werden (rechts vorne). (Foto: Lutz)
Wolfgang Lutz

Bauwilligen kann die Gemeinde Herbertingen derzeit keinen einzigen Bauplatz mehr anbieten. Im Gemeinderat wurden nun die Weichen gestellt und durch die Aufstellung von Bebauungsplänen einen entscheidenden Schritt getan. Hintergrund ist wie in vielen anderen Gemeinden das im Baurecht befristet vereinfachte Verfahren nach Paragraf 13b (SZ berichtete).

In Herbertingen sollen laut Ortsbaumeister Rudolf Pfeifer im Gebiet „Ziegelgasse“ auf dem etwa 10 000 Quadratmeter großen Areal sechs bis sieben Bauplätze entstehen. Da es sich hier um eine relativ kleines Gebiet handelt, könne davon ausgegangen werden, wenn der Bebauungsplan steht, im nächsten Jahr mit der Umsetzung des Vorhabens zu beginnen.

Einen Schritt weiter ist man inzwischen in Marbach mit dem Baugebiet „Am Mühlberg/Zum Friedhof“. Hier hatte der Gemeinderat schon über die Billigung des Entwurfs des Bebauungsplans samt örtlicher Bauvorschriften zu befinden. Angelehnt an die bisherige Bebauung „Am Mühlberg“ sollen weitere neun Bauplätze ausgewiesen werden. Zusätzlich entsteht weiteres Bauland im Bereich Friedhof. Hier sind aus immissionsschutzrechtlichen Gründen fünf Bauplätze möglich. „Sehr erfreulich ist auch, dass für Bauwillige große Gestaltungsmöglichkeiten durch den Bebauungsplan eingeräumt werden“, so Marbachs Ortsvorsteher Bernhard Obert. Auch vonseiten des Artenschutzes ist mit keinerlei Einwand zu rechnen, sodass das Vorhaben zügig vorangetrieben werden kann.

Vor fast genau einem Jahr beschloss der Gemeinderat einen Bebauungsplan für das Baugebiet „Innere Steige“ in Hundersingen aufzustellen. Vor allem die Stellungnahmen und Vorgaben bezüglich des Artenschutzes mussten in die textlichen Festsetzungen eingearbeitet und beachtet werden. „Bedenken Sie, dass wir in Hundersingen, ganz im Gegensatz zu Marbach, 36 Vogelarten im besagten Gebiet vorfanden, die zum Teil vom Aussterben bedroht und daher schützenswert sind“, so Bernadette Siemensmayer, die für den Artenschutz in den Baugebieten zuständig ist. Man habe entsprechende Maßnahmen getroffen, so auch bei den Fledermäusen. „Hoffen wir, dass dann jetzt bald losgeht“, sagte Hundersingens Ortsvorsteher Reinhold Eisele.

Nicht nur der private Wohnungsbau, auch die Ausweisung kommunaler Gewerbegebiete in Herbertingen standen im Fokus des Gemeinderats. Gleich für drei Gebiete wurde der Beschluss zur Aufstellung des jeweiligen Bebauungsplans beschlossen. Die „Erweiterung Obere Bergen“ weist eine Fläche von etwa elf Hektar aus. Westlich der Ölkofer Straße soll ein weiteres Gewerbegebiet entstehen mit einer Größe von rund 1,53 Hektar. Hier könne der Lärmschutz sicher zu einem Problem werden, wurde Markus Nassal auf Nachfrage bescheinigt, was man im Auge behalten müsse. Als drittes Vorhaben in Sachen Gewerbeflächen soll der bestehende Bebauungsplan „Riedmühle“ nach Norden bis zur Bundesstraße B 32 erweitert werden. Diese Fläche „Riedmühle II“ weist eine Fläche von etwa fünf Hektar aus.

„Wenn die Bebauungspläne genehmigt sind, sind wir am Zug und müssen die Flächen auch verkaufen können“, so Bürgermeister Magnus Hoppe auf Anfrage von Peter Maerz. Bernhard Obert schlug vor, bevor man Gewerbeflächen ausweist, zuerst im betroffenen Gelände Baugrunduntersuchungen zu machen. Es gäbe einige Beispiele, wo erschlossenes Bauland gar nicht bebaut werden könne.

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