Mit Bänken und Bürgerauto die Mobilität verbessern

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Mitfahrbänke wie sie zum Beispiel auch schon in Ostrach stehen, sind nun auch in Herbertingen geplant.
Mitfahrbänke wie sie zum Beispiel auch schon in Ostrach stehen, sind nun auch in Herbertingen geplant. (Foto: Julia Freyda)

Die Gemeinde möchte neue Mobilitätsangebote schaffen. Ein Konzept dazu hat der Gemeinderat am Mittwochabend beschlossen. Als erster Schritt sind Mitfahrbänke im Kernort und in den Teilorten geplant.

„Der Bedarf für eine bessere Anbindung der Teilorte an den Kernort wurde auch bei der Bürgerbefragung für das Gemeindeentwicklungskonzept Herbertingen 2030 bestätigt“, sagte Hauptamtsleiterin Juliane Stolz. Auch bestehe der Wunsch, dass die Heuneburgmuseen und die Schwarzachtalseen besser erreicht werden können. Daher habe die Verwaltung sich ein Mobilitätskonzept überlegt und einen Förderantrag beim Landratsamt gestellt. Denn als einziger Landkreis in Baden-Württemberg wurde Sigmaringen jüngst in das Bundesprogramm für „Modellvorhaben Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität“ aufgenommen und kann rund 350 000 Euro an Fördermitteln in Projekte geben, die zur Verbesserung der Mobilität, der Daseinsvorsorge und der Nahversorgung beitragen. „Pro Gemeinde sind maximal 10 000 Euro Zuschuss möglich“, sagte Stolz. Herbertingens Konzept sieht Gesamtinvestitionen in Höhe von knapp 47 000 Euro vor.

Den Anfang sollen sogenannte Mitfahrbänke machen. Diese werden an zentralen Punkten aufgestellt. In Herbertingen bei den beiden Einkaufsmärkten, in Mieterkingen und Marbach an Bushaltestellen sowie in Hundersingen am Dorfplatz und dem Heuneburgmuseum in der Zehntscheuer. Die Idee: Wer aus einem Teilort nach Herbertingen möchte, setzt sich auf die Bank und wird bestenfalls von einem vorbeifahrenden mitgenommen. Umgekehrt sollen an den Bänken im Kernort Schilder angebracht werden, damit die Autofahrer wissen, in welche Richtung die Person möchte.

Als zweiter Schritt ist ein Car-Sharing-Modell geplant. Dafür soll von der Firma E-Wald ein Elektroauto gemietet werden. Dieses kann einerseits als Dienstwagen von der Verwaltung genutzt werden, aber auch von jedem ausgeliehen werden, der sich über die Webseite von E-Wald als Nutzer anmeldet. Die Gemeinde Ostrach hat nach diesem Modell bereits ein E-Bürgerauto angeschafft (SZ berichtete). Für das Auto sind ein Carport mit Ladestation am Rathaus geplant. Mit der Bürgerenergiegenossenschaft soll auf dem Dach eine Photovoltaikanlage entstehen, um den Strom für die Ladesäule vor Ort zu generieren.

Das Bürgerauto soll aber auch zu bestimmten Zeiten für Fahrdienste genutzt werden. Geplant ist, dass zum Beispiel jeden Freitag von 14 bis 18 Uhr Ehrenamtliche mit dem Fahrzeug in der Gemeinde unterwegs sind. So könnten etwa zu bestimmten Zeiten die Mitfahrbänke in den Teilorten sowie im Kernort angesteuert werden, damit an diesem Tag eine verlässliche Mitnahme gegeben ist. „Der Fahrdienst wird von Ehrenamtlichen übernommen. Dazu haben Nachbarschaftshilfe, Offene Altenhilfe und VdK bereits Unterstützung zugesagt“, berichtete Stolz. Fahrdienste außerhalb der festen Zeiten seien auch möglich, müssten aber rechtzeitig vorher abgestimmt werden.

Bürgermeister Magnus Hoppe lobte das Konzept. „Mir gefallen die Kombinationsmöglichkeiten. Das ist eine runde Sache.“ Herbert Fischer (FL) wollte wissen, ob das Auto nur Bürgern im Ort zur Verfügung stehe. Stolz erläuterte: „Im Prinzip kann es jedermann nutzen wie er möchte. Es wird über das Onlineportal reserviert und auch darüber abgerechnet.“ Rolf Neuburger (UB) wollte wissen, ob es an den Mitfahrbänken eine Überdachung gebe. „Das ist bislang nicht generell angedacht, aber wir behalten es mal im Hinterkopf“, sagte Hoppe. Dem Konzept hat der Gemeinderat einstimmig zugestimmt.

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