Kindergartenkinder nutzen Müll als Bastelmaterial

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 Die Kinder im Kindergarten St. Nikolaus bemalen leere Milchtüten und machen sich Gedanken zur Müllvermeidung.
Die Kinder im Kindergarten St. Nikolaus bemalen leere Milchtüten und machen sich Gedanken zur Müllvermeidung. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Eine besondere Aktion hat der Kindergarten St. Nikolaus in Herbertingen aus Anlass des Klimastreiks am 29. November auf die Beine gestellt. Kinder und Erzieherinnen, aber auch die Eltern, beschäftigten sich mit den Themen Müll, aber auch Verkehr.

Das Thema Klimawandel beherrscht seit Monaten die Schlagzeilen. „Die Folgen dürften die Lebenswelt unserer Kinder stärker bestimmen, als wir uns das heute vorstellen können“, sagt Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. Aus diesem Grund haben sich anlässlich des Klimastreiks am 29. November, mit Aktionen in über 500 Städten deutschlandweit, die Erzieherinnen des Kindergartens St. Nikolaus in Herbertingen sowie eine eigens zu diesem Zweck gebildete, aus acht Eltern bestehende Elterninitiative Gedanken gemacht, in welcher Form sich die Kindergartenkinder am Klimaschutztag beteiligen könnten.

Zur Kita ohne Auto

Herausgekommen ist ein Aktionstag, in dessen Vorfeld die Eltern der Kindergartenkinder dazu aufgerufen waren, ihre Kinder an diesem Tag ohne Auto zum Kindergarten zu bringen sowie ihnen ein müllfreies Vesper mitzugeben. Der Tag selbst startete mit einer gemeinsamen Einstimmung der Kinder auf das vor ihnen liegende Projekt. Besonders eindrucksvoll war dabei die Präsentation des eine Woche lang im gesamten Kindergarten gesammelten Mülls, der Anlass war, sich über Mülltrennung und Müllvermeidung Gedanken zu machen und viele dazu motivierte, in Zukunft Mama und Papa beim Einkaufen etwas genauer auf die Finger zu schauen. Anschließend bastelten die Kinder gemeinsam mit den Eltern der Elterninitiative mit Feuereifer zahlreiche Upcycling-Fische und Vogelhäuschen aus alten CDs und leeren Getränkekartons. Die Initiatoren des Projekts waren vor allem von der Mitarbeit und dem Interesse der Kinder sehr positiv überrascht.

Die Intitiatoren der Aktion hoffen, dass diese Einstellung der Kinder vielleicht auch den ein oder anderen Erwachsenen dazu anregt, sein eigenes Verhalten einmal kritisch zu hinterfragen. Denn die trotz Aufruf zum autofreien Tag fast unverändert hohe Anzahl an Autos vor dem Kindergarten offenbarte nicht nur die große Abhängigkeit vieler von diesem Verkehrsmittel, sondern auch die Tatsache, dass die Bereitschaft, etwas beizutragen, oft genau dort endet, wo die eigene Bequemlichkeit beginne.

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