CDU schlägt Budget für Herbertinger Ortsteile vor

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 Marco Hagmann (von links), Gerhard Lutz, Georg Hund, Michael Dobe und Alban Weiß kandidieren auf der CDU-Liste für den Gemeinde
Marco Hagmann (von links), Gerhard Lutz, Georg Hund, Michael Dobe und Alban Weiß kandidieren auf der CDU-Liste für den Gemeinderat. (Foto: ck)
Christoph Klawitter

Ein eigenes Budget für die Ortsteile und den Kernort, mehr Transparenz in der Kommunalpolitik: Das sind Vorhaben der Herbertinger CDU-Liste. Die Gemeinderatskandidaten haben sich im Gasthaus „Engel“ vorgestellt.

„Herbertingen hat vier Dörfer“, sagte der Listensprecher Gerhard Lutz und meinte damit den Kernort und die drei Ortsteile. Ein „Herbertingen first“, also den Kernort in den Vordergrund zu rücken, halte er nicht für sinnvoll, sagte Lutz mit Ironie und meinte damit den bei der Kandidatenvorstellung der Unabhängigen Bürger geäußerten Gedanken, die Anliegen des Kernorts wieder stärker zu betonen. Dazu passt auch ein Vorschlag der CDU, den Gemeinderat Marco Hagmann präsentierte: Demnach sollen die Ortsteile, genauer gesagt der jeweilige Ortschaftsrat, jeweils ein eigenes Budget bekommen, ebenso der Kernort. Gemeinderatskandidat Alban Weiß ergänzte, das müsse nicht viel Geld sein, zum Beispiel zehn Euro pro Einwohner.

Wie schon bei der Kandidatenvorstellung der Freien Liste wurde auch bei der CDU-Kandidatenvorstellung das Thema Transparenz in der Herbertinger Kommunalpolitik angesprochen. „Warum kann man den Bürger nicht offen und ehrlich informieren“, fragte ein Besucher. „Das ist eine berechtigte Frage“, stimmte Gemeinderat Georg Hund zu. Die CDU wolle sich wirklich dafür einsetzen, dass mehr Punkte öffentlich anstatt nichtöffentlich diskutiert werden, sagte Hund. Eine Besucherin hakte weiter nach und wies darauf hin, dass alle drei Fraktionen im Gemeinderat sich für mehr Transparenz aussprechen würden. Sie fragte, woran die vermehrten nichtöffentlichen Beratungen im Gemeinderat dann liegen würden. Gerhard Lutz wusste, dass damit unausgesprochen die Verwaltung im Blick der Fragestellerin war. „Ich glaube, dass der gute Wille von der Verwaltung auch da ist“, nahm er die Gemeindeverwaltung in Schutz. Eine Forderung der CDU ist es, wie bei anderen Kommunen ein übers Internet zugängliches Ratsinformationssystem für Herbertingen einzurichten. Damit könnten Bürger zum Beispiel Sitzungsvorlagen lesen.

Als Marbacher ist Georg Hund das Thema Schulschließung besonders wichtig. „Dieses Schuljahr sind die letzten Kinder in Marbach“, sagte er. Es werde nicht einfach werden, eine sinnvolle Nutzung für das bald leer stehende Schulhaus zu finden. Gerhard Lutz ergänzte, dass das Gebäude unter Denkmalschutz stehe. Eine baldige Entscheidung über die Zukunft des Hauses hält Lutz für wichtig. „Das ist eine der ersten Aufgaben des neuen Gemeinderats, hier eine Grundsatzentscheidung zu treffen.“

Stärkung des Ehrenamts

Gemeinderatskandidat Michael Dobe ist mehr Transparenz und das Thema sauberes und gutes Trinkwasser wichtig. Mit Blick auf die Nitratprobleme in Bad Saulgau regte er an, dass man sich Gedanken darüber mache, ob sich Herbertingen der überörtlichen Bodensee-Wasserversorgung anschließen könnte. Auf viel Erfahrung in der Kommunalpolitik kann Alban Weiß zurückblicken, der von 1980 bis 2009 schon einmal Herbertinger Gemeinderat war. Ihm ist mehr Transparenz wichtig, ein Gedeihen der Gewerbebetriebe und auch eine Stärkung des Ehrenamts – beispielsweise könne man im Rathaus rechtliche Infos für Vereinsvorsitzende bereithalten, damit nicht jeder neue Vorsitzende sich ohne Hilfe in den Bereich Haftungsfragen einarbeiten müsse, schlug er vor. Marco Hagmann tritt erneut für den Gemeinderat an. Er schätze an der Arbeit, dass man da an Projekten mitarbeiten könne.

Ein Besucher fragte, warum die CDU nur fünf Kandidaten habe. „Ich persönlich habe allein 35 Frauen angesprochen“, sagte Gerhard Lutz. Am Ende seien es nun nicht mehr als fünf Kandidaten, bedauerte er. Im ersten Teil des Abends stellten sich vier von zehn CDU-Kreistagskandidaten für die Raumschaft Saulgau-Herbertingen vor: Frank Bühler, Magnus Hoppe, Frédéric Pierre Bétrémieux und Regine Reisch. Die Kandidaten verließen die Versammlung bevor es um die Kommunalpolitik ging, Hoppe als Bürgermeister und Bühler als Sprecher der Freien Liste auch aus Neutralitätsgründen.

Die Kandidaten

Herbertingen: Michael Dobe, Gerhard Lutz, Alban Weiß. Hundersingen: Marco Hagmann. Marbach: Georg Hund. Mieterkingen: Kein Kandidat.

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